Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Programmierer entwickeln Apps für Flüchtlinge

"Refugee Hackathon" in Berlin Programmierer entwickeln Apps für Flüchtlinge

Sie schlagen sich die Nacht um die Ohren und hacken für die gute Sache. 300 Programmierer, Designer und Helfer entwickeln in Berlin Apps für Flüchtlinge. Aber welche digitalen Lösungen werden wirklich gebraucht?

Voriger Artikel
Facebook baut Suchfunktion aus
Nächster Artikel
Vernetzt ins neue Leben

Professionelle Programmierer arbeiten während des Refugee Hackathon ehrenamtlich an der Applikation Waslchiraa. Der arabische Name bedeutet im Deutschen Gutschein. Die App hat zum Ziel, Firmen die sich in der Flüchtlingskrise engagieren und Sachgüter spenden wollen mit den Spendennehmern zusammenzubringen. 

Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Berlin. Das Smartphone war sein wichtigster Begleiter. Wochenlang war Hekmat auf der Flucht. 1100 Dollar zahlte der junge Syrer den Schleppern für die kurze Überfahrt von der türkischen Küste auf die griechische Insel Lesbos. Station in einem völlig überfüllten Auffanglager, später die beschwerliche Tour durch den Balkan nach Österreich und schließlich die lang ersehnte Ankunft in Deutschland. "Ohne mein Smartphone hätte ich das nicht geschafft. Das ist auf der Flucht genauso wichtig, wie das Essen."

Seit drei Wochen ist Hekat in Deutschland, die Tortur sieht man ihm nicht an. Am Freitag sitzt er bei der Eröffnungsveranstaltung des "Refugee Hackathons" in Berlin. Gemeinsam mit 300 Freiwilligen wird sich der Designer am Wochenende wohl die Nacht um die Ohren schlagen, um Apps für Flüchtlinge und deren Unterstützer zu entwickeln. Dabei sollen auch bereits bestehende Projekte optimiert werden. Nach dem "Hackathon" werden die Ergebnisse als Open-Source-Lösung auf einer Plattform der Öffentlichkeit frei zur Verfügung gestellt.

"Refugee Hackathon" nimmt Sonderrolle in Deutschland ein

"Wir wollen digitale Lösungen für die aktuelle Probleme finden" sagte Anke Domscheit-Berg, Initiatorin der dreitägigen Veranstaltung. Sie habe noch von keinem "Refugee Hackathon" gehört, der annähernd diese Größe erreicht hat. "Das zeigt, dass Deutschland - auch was die digitalen Freiwilligen betrifft - eine Sonderrolle einnimmt."

Zwar gebe schon jede Menge interessante Apps und Anwendungen, aber manche gingen am Bedarf der Flüchtlinge vorbei. "Es fehlt an einer Vernetzung von Individuum zu Individuum", sagt die Netzaktivistin. Egal, ob es um Sachgüter, Zimmer oder Sprachkurse gehe. "Man kann womöglich nicht die eierlegende Wollmilchsau in eine App packen aber man kann da noch ganz viel verbessern."

WG-Gesucht für Flüchtlinge

Ähnlich sehen es Maryna (23) und Yolanda (22). Die beiden BWL-Studentinnen haben die Seite " home4refugees.org" ins Leben gerufen, die in vier Monaten an den Start gehen soll. Ziel ist, Wohnraum direkt zwischen Interessenten und Anbietern zu vermittelt. "Das ist eine Art "WG-Gesucht" für Flüchtlinge", erklären sie. Das Problem der bestehenden Initiativen sei, dass die Vermittlung nicht direkt laufe, sondern sehr bürokratisch über Dritte, wodurch viel Zeit verloren gehe.

Die zwei wollen ihr Portal am Wochenende verfeinern, ebenso wie Moritz (30) aus Leipzig. Der Web-Entwickler hat vor einem Monat die Plattform " ankommen.eu" freigeschaltet. "Möbel und Nützliches für Geflüchtete" lautet der Slogan der Seite. 230 Anbieter haben bereits ihre Spenden online gestellt. Die Seite ist in feste Kategorien aufgebaut, so dass die Angebote automatisch in 13 Sprachen übersetzt werden. "Der "Hackathon" ist super", um sich mit anderen Aktivisten, Experten und Interessenten zu vernetzen und um Ressourcen zu bündeln.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Flüchtlingskrise
Foto: Flüchtlinge in einem Camp an der slowenisch-österreichischen Grenze.

Zu Tausenden sind die Flüchtlinge über die Balkanroute unterwegs nach Westeuropa. Die bedrängten Staaten blicken auf ein Krisentreffen in Brüssel. Gelingt es, die misstrauischen Nachbarn zu einem besseren Miteinander zu bewegen?

mehr
Mehr aus Netzwelt
HAZ-Volontäre gewinnen Medienpreis der Architektenkammer

Mit ihrer multimedialen Berichterstattung über die Wasserstadt Limmer haben die Volontäre der HAZ beim Medienpreis der Bundesarchitektenkammer den ersten Platz belegt.

Datenschutz im Netz: Diese Begriffe sollten Sie kennen