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Die "Volksverschlüsselung" ist da

Mails sollen sicherer werden Die "Volksverschlüsselung" ist da

Datenlecks und Cyberangriffe treiben das Interesse an sicherer digitaler Kommunikation voran. Eine konsequente Mail-Verschlüsselung könnte Abhilfe schaffen, allerdings ist das vielen Menschen zu kompliziert. Was Sie über die neue Technik wissen müssen.

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Die Verschlüsselung von E-Mails soll durch eine Initiative der Deutschen Telekom und des Fraunhofer-Instituts erleichtert werden.

Quelle: dpa

Bonn. Die Verschlüsselung von E-Mails soll durch eine Initiative der Deutschen Telekom und des Fraunhofer-Instituts deutlich erleichtert werden. Unter dem Titel "Volksverschlüsselung" stellten das Unternehmen und das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT am Mittwoch eine Lösung vor, mit der auch technische Laien Ihre Mails mit Hilfe einer kostenlosen Software in wenigen Schritten verschlüsseln können.

Das kostenlose Verschlüsselungssystem ermöglicht mit wenigen Klicks den Ende-zu-Ende-verschlüsselten Versand von E-Mails. Das bedeutet, dass nur der Absender und der beabsichtigte Empfänger der Nachricht sie im Klartext lesen können. Aber warum gibt es das – und wie funktioniert es?

Warum die Verschlüsselung?
Unverschlüsselte E-Mails können mit verhältnismäßig wenig Aufwand mitgelesen werden. Die Verschlüsselung von Ende zu Ende sorgt dafür, dass nur der Absender und der beabsichtigte Empfänger eine Mail im Klartext lesen können. Briefe steckt man schließlich auch in einen Briefumschlag.

Was unterscheidet die "Volksverschlüsselung" von bisherigen Lösungen?
Die "Volksverschlüsselung" soll auch weniger erfahrene Computernutzer unterstützen. Ein Assistenzprogramm richtet die E-Mail-Programme Outlook von Microsoft und Mozillas Thunderbird automatisch ein und hilft beim Erstellen der Zertifikate und Schlüssel.

Wofür braucht man Schlüssel und Zertifikate?
Die Authentifizierung erfolgt zunächst über ein Telekom Log-in oder mit Hilfe des elektronischen Personalausweises. Künftig sollen sich Interessierte aber auch in Telekom-Shops mit ihrem Ausweis für die Volksverschlüsselung registrieren lassen können. Nachdem die Identität eines Nutzers überprüft ist, erstellt das Fraunhofer SiT ein digitales Zertifikat. Es verknüpft den Namen des Nutzers eindeutig mit seiner E-Mail-Adresse. So können Nutzer sicher sein, mit wem sie kommunizieren. Mit Hilfe der Schlüssel können Mails später verschlüsselt und vom Empfänger wieder entschlüsselt und gelesen werden.

Wie kann ich an der "Volksverschlüsselung" teilnehmen?
Zunächst muss die kostenlose Software heruntergeladen werden. Aktuell läuft sie unter Windows (XP bis Windows 10), dort erlaubt sie die Einrichtung der Verschlüsselung in den E-Mail-Programmen Outlook von Microsoft und dem kostenlosen Mozilla Thunderbird. Nutzer müssen ihre Identität mit der elektronischen ID des Personalausweises und einem geeigneten Lesegerät mit der "Open eCard App" oder einem Telekom-Account bestätigen. Nutzer können sich auch bei Messen und Veranstaltungen, auf denen zum Beispiel Fraunhofer SiT vertreten ist, vor Ort ausweisen. Dann erhalten sie eine Karte mit einem Registrierungscode und können die Verschlüsselung einrichten.

Werden bald auch andere Systeme als Windows unterstützt? Ja. Laut Fraunhofer SiT sind Versionen für Mac OS X und Linux geplant. Auch Mobilgeräte mit Android und iOS sollen perspektivisch unterstüzt werden. Die "Volksverschlüsselung" soll in einer späteren Version auch noch Funktionen des OpenPGP-Standards erhalten.

Fazit:

Keine Anonymität, nur Windows, nur PC, nur Telekom

Das System der "Volksverschlüsselung" erfordert von den Nutzern eine Registrierung. Anonymität ist also Fehlanzeige: Jede volksverschlüsselte E-Mail ist ihrem Absender so eindeutig zuzuordnen wie ein Brief mit Adressaufkleber. Außerdem läuft die Software bisher nur unter Windows und nur im Telekom-Dienst. Mobilgeräte werden nicht unterstützt – die E-Mails werden nur über den eigenen PC verschlüsselt.

dpa/RND/abr

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