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12:58 08.03.2016
Ein ganz normaler Tag im Schlangenhaus? Für einen Tierpfleger vielleicht. Quelle: Youtube / Maria Berry
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Hannover

Ein Tierpfleger hat sich an einem "ganz normalen Tag" filmen lassen – während er Schlangen mit weißen Mäusen füttert. Der Mann trägt dafür Handschuhe und steht vor einem Regal mit Schubladen. In der linken Hand hat er eine Stange, mit ihr zieht er eine Box nach der anderen heraus. Mit einer Zange in der rechten Hand serviert er den Schlangen die weißen Mäuse.

Tierpfleger bleibt die ganze Zeit gelassen

Die Schlangen bleiben allerdings nicht in ihren Kisten. Sie stürzen sich auf die Mäuse, fallen aus ihren Schubladen und attackieren die Stange, mit der sie der Tierpfleger auf Abstand hält. Trotzdem bleibt der Mann völlig gelassen. Nicht einmal zuckt er zusammen. Wenn es sein muss, packt er eine Schlange mit der Hand und schiebt sie in ihre Box zurück. Für ihn scheint es tatsächlich ein ganz normaler Arbeitstag zu sein.

Angeblich füttert der Tierpfleger Kobras, eine besonders gefährliche Schlangenart. Um welche Kobra-Art es sich handelt, in welchem Schlangenhaus der Mann arbeitet und wer das Video auf Youtube hochgeladen hat, ist nicht bekannt. Eine nähere Beschreibung zum Clip fehlt.

"Frühstück im Schlangenhaus"

Die Nachrichtenagentur dpa veröffentlichte den mehr als sieben Minuten langen Film am Dienstag unter der Rubrik "kurios & skurril" – mit der Bemerkung: "Frühstück im Schlangenhaus. Was aussieht wie eine Ausnahmesituation, scheint ein ganz normaler Tag für diesen Tierpfleger zu sein."

Fachmann Uwe Ringelhan reagierte schockiert auf das Video. Die Haltung der Schlangen sei "grausam und fatal", sagte der Leiter der Reptilienauffangsstation für Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Thüringen. Bei den Tieren im Video handle es sich um Monokelkobras (Naja kaouthia), eine "stark bedrohte Tierart". Die Schlangen dürften nicht in einer Schublade gehalten werden – aus mehreren Gründen. Unter anderem müssten sie ausreichend Platz haben, um sich aufrichten zu können. In der flachen Box wäre es dagegen so, "als müsste ein Mensch im Liegen essen".

"In Deutschland nicht zugelassen"

Ringelhan kritisierte auch die Schutzmaßnahmen während der Fütterung. Der Tierpfleger trage keine Sicherheitshandschuhe, die ihn vor einem Biss der Kobra schützen würde. Außerdem habe der Mann keine Stulpen über die Füße gezogen – sie sollten verhindern, dass eine Schlange in seine Hose krieche. Würde ein Schlangenhaus in Deutschland die Kobras auf diese Art halten, "würde es sofort geschlossen", sagte Ringelhan.

Seinen Angaben zufolge landen in der Auffangstation in Sontra (Hessen) jedes Jahr etwa 3000 Reptilien, weil sie falsch gehalten werden oder die erforderliche Erlaubnis fehlen. Darunter seien um die 2000 Schlangen. Sie würden Zoos und Melkstationen auf der ganzen Welt angeboten. Aktuell seien etwa zehn Monokelkobras in der Auffangstation, sie lebten in Glasterrarien, auf einen Kontakt mit ihnen verzichte er so gut wie möglich – denn: "Jeder Kontakt mit dem Tier ist ein Risiko", sagte Ringelhan.

wer

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