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Die Panama Papers kann jetzt jeder einsehen

Rohdaten im Netz Die Panama Papers kann jetzt jeder einsehen

Die Enthüllungen im Zusammenhang mit den sogenannten Panama Papers haben Anfang April für großes Aufsehen gesorgt. Ministerpräsidenten und Regierungschefs kamen in Erklärungsnot, auch deutsche Banken tauchen in den Datensätzen auf. Jetzt kann jeder die Rohdaten online einsehen.

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Der ins Netz gestellte Datensatz der Panama Papers soll den wichtigsten Teil der 11,5 Millionen Unterlagen abdecken, die von der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca durchgesickert waren.

Quelle: dpa

Washington/Panama-Stadt. Fünf Wochen nach den ersten Berichten über die "Panama Papers" hat das Internationale Konsortium Investigativer Journalisten (ICIJ) die Rohdaten über Hunderttausende Briefkastenfirmen veröffentlicht. Die Gruppe stellte am Montagabend eine  interaktive Datenbank mit Informationen über Firmen, Treuhandfonds und Stiftungen in 21 Steueroasen online.

Persönliche Daten bleiben außen vor

"Es ist wahrscheinlich die größte Datenbank über geheime Offshore-Firmen und die Hintermänner, die je veröffentlicht wurde", teilte das ICIJ mit. Eine "Müllhalde" für Originaldokumente solle die Plattform allerdings nicht sein. Persönliche Daten wie Kontoverbindungen, Emailadressen, Telefonnummern und Ausweispapiere seien nicht enthalten.

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Die Suche in der interaktiven Datenbank ist allerdings mit Personen- oder Unternehmensnamen möglich, die jeweiligen Querverbindungen werden angezeigt. Dies lässt aber oft nicht auf die Identität der tatsächlich hinter den Briefkastenfirmen Stehenden schließen.

Das ICIJ, die "Süddeutsche Zeitung" und weitere Medien würden in den kommenden Wochen und Monaten weiter über einzelne Fälle berichten, an denen ein öffentliches Interesse besteht, kündigte das Konsortium an.

Ein enormes Datenleck soll laut Medienberichten Geschäfte von mehr als 200 000 Briefkastenfirmen offengelegt haben. Diese Prominenten sollen betroffen sein.

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Zahlreiche Medien hatten Anfang April über gut 200.000 von der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen.

Die Veröffentlichung der "Panama Papers" führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und einer internationalen Debatte über Steueroasen und Geldwäsche. In Island brachten die Informationen den Ministerpräsidenten zu Fall, auch der britische Regierungschef David Cameron kam in Erklärungsnot, weil er bis zum Amtsantritt offshore investiert hatte.

Auch zahlreiche deutsche Banken tauchen in den "Panama Papers" auf. Die Veröffentlichung rief die Steuerbehörden in zahlreichen Ländern auf den Plan.

Kanzlei gegen Veröffentlichung der Rohdaten

Mossack Fonseca sieht sich als Opfer eines Datendiebstahls und betont, sich bei ihren Geschäften stets an die Gesetze zu halten. Das Unternehmen gründet Kapitalgesellschaften und verkauft sie an Zwischenhändler wie Banken, Anwälte und Vermögensberater, die sie wiederum an ihre Endkunden weitergeben. Bis zuletzt versuchte die Kanzlei, die Veröffentlichung der Rohdaten zu verhindern.

In der vergangenen Woche forderte sie das ICIJ auf, die Plattform nicht online zu stellen. "Es handelt sich um gestohlene Informationen. Das stellt eine Verletzung des Verschwiegenheitsabkommens zwischen Anwalt und Mandant dar, das wir beschützen müssen", hieß es in einer Stellungnahme.

dpa/afp/RND/zys

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