Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Netzwelt Die Panama Papers kann jetzt jeder einsehen
Nachrichten Medien Netzwelt Die Panama Papers kann jetzt jeder einsehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:17 10.05.2016
Der ins Netz gestellte Datensatz der Panama Papers soll den wichtigsten Teil der 11,5 Millionen Unterlagen abdecken, die von der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca durchgesickert waren. Quelle: dpa
Anzeige
Washington/Panama-Stadt

Fünf Wochen nach den ersten Berichten über die "Panama Papers" hat das Internationale Konsortium Investigativer Journalisten (ICIJ) die Rohdaten über Hunderttausende Briefkastenfirmen veröffentlicht. Die Gruppe stellte am Montagabend eine interaktive Datenbank mit Informationen über Firmen, Treuhandfonds und Stiftungen in 21 Steueroasen online.

Persönliche Daten bleiben außen vor

"Es ist wahrscheinlich die größte Datenbank über geheime Offshore-Firmen und die Hintermänner, die je veröffentlicht wurde", teilte das ICIJ mit. Eine "Müllhalde" für Originaldokumente solle die Plattform allerdings nicht sein. Persönliche Daten wie Kontoverbindungen, Emailadressen, Telefonnummern und Ausweispapiere seien nicht enthalten.

Weitere Berichte zum Thema:

Die Suche in der interaktiven Datenbank ist allerdings mit Personen- oder Unternehmensnamen möglich, die jeweiligen Querverbindungen werden angezeigt. Dies lässt aber oft nicht auf die Identität der tatsächlich hinter den Briefkastenfirmen Stehenden schließen.

Das ICIJ, die "Süddeutsche Zeitung" und weitere Medien würden in den kommenden Wochen und Monaten weiter über einzelne Fälle berichten, an denen ein öffentliches Interesse besteht, kündigte das Konsortium an.

Zur Galerie
Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" soll Barcelonas Superstar Lionel Messi im Verbund mit seinem Vater und Manager Jorge Horacio Messi von 2005 an zum Schein seine Bildrechte an Offshore-Firmen übertragen haben.

Zahlreiche Medien hatten Anfang April über gut 200.000 von der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen.

Die Veröffentlichung der "Panama Papers" führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und einer internationalen Debatte über Steueroasen und Geldwäsche. In Island brachten die Informationen den Ministerpräsidenten zu Fall, auch der britische Regierungschef David Cameron kam in Erklärungsnot, weil er bis zum Amtsantritt offshore investiert hatte.

Auch zahlreiche deutsche Banken tauchen in den "Panama Papers" auf. Die Veröffentlichung rief die Steuerbehörden in zahlreichen Ländern auf den Plan.

Kanzlei gegen Veröffentlichung der Rohdaten

Mossack Fonseca sieht sich als Opfer eines Datendiebstahls und betont, sich bei ihren Geschäften stets an die Gesetze zu halten. Das Unternehmen gründet Kapitalgesellschaften und verkauft sie an Zwischenhändler wie Banken, Anwälte und Vermögensberater, die sie wiederum an ihre Endkunden weitergeben. Bis zuletzt versuchte die Kanzlei, die Veröffentlichung der Rohdaten zu verhindern.

In der vergangenen Woche forderte sie das ICIJ auf, die Plattform nicht online zu stellen. "Es handelt sich um gestohlene Informationen. Das stellt eine Verletzung des Verschwiegenheitsabkommens zwischen Anwalt und Mandant dar, das wir beschützen müssen", hieß es in einer Stellungnahme.

dpa/afp/RND/zys

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit 1970 ist der Tatort in Deutschland Kult. Mittlerweile gehört für viele Zuschauer auch das Handy zum Krimi-Abend. Es wird getwittert, und seit Sonntag kann der Zuschauer mit der Tatort-App auch zum Live-Ermittler werden.

16.05.2016

Tanzeinlagen im Glitzerfummel und Magic Mushrooms: Die beliebtesten "Tatort"-Ermittler waren wieder im Einsatz. Am Sonntagabend sorgten Thiel und Boerne in "Ein Fuß kommt selten allein" aber nicht nur für Begeisterung.

09.05.2016
Netzwelt Microsoft beendet kostenlose Einführungsphase - Nutzer müssen für Windows 10 bald bezahlen

Bisher konnten die Nutzer von Microsofts Betriebssystem kostenlos Windows 10 auf ihrem Computer installieren. Doch damit ist bald Schluss: Ab dem 29. Juli will der Softwarehersteller Geld für das Update verlangen.

06.05.2016
Anzeige