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Mal raus aus der Realität

Spiele für PC und Konsolen Mal raus aus der Realität

Raus aus der Realität und rein in die virtuellen Spielewelten – es ist wieder Gamescom-Zeit. Die weltweit größte Messe für Videospiele setzt auf technologische Neuerungen, aber auch auf altbewährte Computerunterhaltung. Ein Blick auf die Highlights der Saison.

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Szenen aus den Spielen: Fifa 16 (unten, rechts), Quantum Break (oben, Mitte), Need for Speed (unten, links), Fallout 4 (oben, links), No Man’s Sky (oben, rechts), Teamwork und Bastelstunde mit Mario (unten, Mitte).

Quelle: Hersteller

Hannover. Größer, lauter, aufregender: Mehrere hunderttausend Freunde virtueller Spielewelten haben die Computerspiele-Messe Gamescom, die an diesem Sonntag in Köln zu Ende geht, bislang besucht. Videospielproduzenten wie Electronic Arts (Battlefield) und Activision Blizzard (World of Warcraft) zeigen die Neuheiten der digitalen Unterhaltung, die in den kommenden Monaten für einen Milliardenumsatz sorgen sollen.

Neben lang erwarteten Spieletiteln und neuen Konsolen gilt das Interesse in diesem Jahr den Brillen für virtuelle Realität (VR), mit denen Nutzer direkt in das Spielgeschehen eintauchen können. VR-Systeme wie Project Morpheus von Sony oder die Datenbrille Oculus VR waren bereits im vergangenen Jahr zu sehen – nun stehen Brillen vom günstigen „Google Cardboard“ (15 Euro) über die „Zeiss VR One“ (130 Euro) bis zur „Gear“ von Samsung (200 Euro) kurz vor dem Start in den Handel.

Rein ins Wohnzimmer

Doch nicht nur die Technik wandelt sich, auch das Publikum: Ungleich mehr Mädchen und Frauen beweisen ihr Können an den Gamepads und auf den Tanzmatten der Spielstationen. Die Gamescom 2015 spiegelt wider, was Kenner der Branche schon lange wissen: Die Videospiele haben sich mittlerweile emanzipiert. Raus aus den monitorerhellten Kellerräumen und rein ins Wohnzimmer.

Familien entdecken ein gemeinsames Hobby, viele feiern Spieledesigner, als seien sie Popstars. Fernab von Entwicklerlegenden und den professionellen PR-Veranstaltungen der Branchenriesen zeigt die Szene unabhängiger Entwickler, dass für ein erfolgreiches Spiel kein Millionenbudget nötig ist. In der Indie-Arena präsentieren Kreativteams ihre innovativen Ideen. Den Massengeschmack mögen sie dabei nicht immer treffen.

Die Highlights der Messe

Trotzdem sieht man in den Augen der jungen Designer die Hoffnung, das nächste „Minecraft“ entwickelt zu haben. Denn auch das heute milliardenschwere Blöckchenspiel startete als Independent-Entwicklung eines Programmierers.

Für alle, die es an diesem Wochenende nicht mehr nach Köln schaffen, haben wir die Spiele-Highlights der diesjährigen Gamescom durchgesehen und getestet.

Quantum Break

Eine Revolution des Action-Genres, nicht weniger versprechen die Entwickler von Remedy Entertainment („Alan Wake“) für „Quantum Break“. Der exklusiv für die Xbox One erscheinende Titel darf nach mehrmaliger Verschiebung nun endlich auf der Gamescom 2015 angespielt werden. Wurde auch Zeit. Und um genau diese dreht sich alles in „Quantum Break“. Anstatt sich einfach durch Feindesscharen zu kämpfen, manipuliert der Spieler während der wunderschön in Szene gesetzten Feuergefechte nämlich nach Belieben die Zeit. Obendrein ist das storylastige Abenteuer um Zeitreise-Experimente direkt mit einer Art TV-Serie verzahnt. Diese wird sich an den Entscheidungen des Spielenden orientieren und entsprechende Konsequenzen seiner Taten aufzeigen. Prädikat: endlich frischer Wind.

Fifa 16

Wie jedes Jahr wird auch 2015 die Fußball-Herbstsaison mit einer neuen Ausgabe der Fifa-Reihe eingeläutet. Warum Fifa 16 dennoch ein Höhepunkt ist? Weil sich Entwickler Electronic Arts neben zahlreichen Detailverbesserungen und aktualisierten Mannschaftskadern zum ersten Mal an das Thema Frauenfußball herantraut. Zwölf Damen-Nationalteams stürmen ab dem 24. September 2015 den Bolzplatz. Dank Motion-Capturing-Verfahren sehen die weiblichen Ballkünstlerinnen nicht nur anders aus als die männlichen Kicker, sondern bringen zudem realistisch die weibliche Spielkunst auf den virtuellen Rasen. Einziger Wermutstropfen: Gemischte Duelle wird es auf dem PC sowie Playstation- und Xbox-Konsolen vorerst nicht geben. Neben den deutschen Fußballheldinnen sind auch die Weltmeisterinnen aus den USA mit von der Partie.

Need for Speed

Höhen und Tiefen hat die Rennspielreihe „Need for Speed“ in den vergangenen Jahrzehnten erleben müssen. Mit einem Neustart der Serie möchte Entwickler „Ghost Games“ nun an die Glanzstunden und den Geschwindigkeitsrausch alter Tage anknüpfen. Das gelingt auf den verwinkelten Straßen von Venture Bay dank präziser Fahrphysik und herausragender Grafikpracht ausgesprochen gut. In fünf verschiedenen Spielmodi rasen die Boliden mal auf der Jagd um neue Rundenrekorde oder bringen in Drift-Orgien die Reifen zum Qualmen. Wer mehr aus den Maschinen herausholen möchte, greift zum virtuellen Schraubenschlüssel in der Tuning-Werkstatt. Bei aller Detailversessenheit geht in „Need for Speed“ der Fahrspaß vor Realismus. Echten Geschwindigkeitsrausch gibt es ab November 2015 auf PC, Playstation 4 und Xbox One nur mit dauerhafter Online-Anbindung.

Fallout 4

Nachdem Rollenspieler im Frühjahr 2015 mit „The Witcher 3: Wild Hunt“ auf mittelalterliche Monsterjagd gehen durften, erwartet sie Ende des Jahres die Postapokalypse. Im nunmehr vierten Teil der Fallout-Reihe kämpft man abermals nach einem nuklearen Ernstfall ums Überleben. Wie zerbrechlich Gemeinschaften und menschliche Moral in Zeiten größter Not sind, wird dabei allzu schnell klar. „Fallout 4“ für PC, Playstation 4 und Xbox One bietet neben der offenen Spielwelt und gewohnt verdorbenen Charakteren erstmals die Möglichkeit, eine eigene Zuflucht zu errichten. Nur wer die menschenfeindliche Ödnis rund um das atomar verseuchte Boston durchstreift, wird ausreichend Ressourcen finden, um Diebesbanden abzuwehren oder selbst zu deren Anführer aufzusteigen. Dreckiger geht Rollenspiel nicht.

No Man’s Sky

Der Weltraum, unendliche Weiten. Was schon 1966 dank „Star Trek“ Nachwuchs-Astronauten auf der ganzen Welt begeisterte, ist das unbestreitbare Leitmotiv von „No Man’s Sky“. Ein ganzes Spieluniversum steht hier exklusiv für PS4-Spieler bereit, um erkundet und erforscht zu werden. Das ist nicht nur eine hohle Phrase, sondern durchaus ernst gemeint von den Entwicklern bei Hello Games. Unvorstellbare 18 446 744 073  709 551 616 Planeten (18 Trillionen) warten auf neugierige Raumfahrer. Jeder einzigartig in Flora und Fauna dank eines ausgeklügelten Algorithmus, der dafür sorgt, dass kein Planet und kein Lebewesen dem anderen gleicht. Der Clou: Weltweit durchstreifen alle Spieler dasselbe Universum. Wer einen neuen Fund macht, darf ihm einen Namen geben und wird fortan als dessen Entdecker bekannt sein. Nur das eigentliche Spielziel ist noch immer nicht klar. Was sich wohl im Zentrum des Universums befindet?

Teamwork und Bastelstunde mit Mario

Der japanische Traditionsentwickler steht derzeit schwere Zeiten durch. Nintendo-Chef Satoru Iwata erlag im Juli mit nur 55 Jahren seinem Krebsleiden – die ganze Spielewelt trauerte gemeinsam mit Super Mario um einen Menschen, für den der Spaß am Spielen das Wichtigste auf Erden war. Auf der Gamescom 2015 beweisen die Japaner abermals, dass sie ganz eigene Ideen davon haben, wie Videospiele aussehen müssen. In „Zelda: Tri Force Heroes“ für den Nintendo 3DS ziehen drei Spieler gemeinsam los, um mit Teamarbeit und Köpfchen Abenteuer zu bestehen. Mehr noch als das Zelda-Dreigespann für den Handheld wird allerdings der neue „The Legend of Zelda“-Teil für Wii-U-Konsole erwartet. Eingefleischte Nintendo-Fans überbrücken die Wartezeit mit dem Kreativwerkzeug „Super Mario Maker“, mit dem sich eigene Jump ’n’  Run-Level für den springenden Klempner zusammenbasteln lassen.

Von Benjamin Matthiesen

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