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20:57 29.09.2015
Edward Snowdens erster Tweet: "Könnt ihr mich jetzt hören?" Quelle: Twitter/dpa
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Moskau

Jetzt zwitschert er auch im Netz: Der US-Whistleblower Edward Snowden hat sich erstmals offiziell beim Kurznachrichtendienst Twitter geäußert und binnen einer Stunde mehr als 100.000 Follower angezogen. Bereits gut zwei Stunden nach seinem ersten Tweet "Can you hear me now?" ("Könnt ihr mich jetzt hören?"), unter dem Account @Snowden, der mit einem blauen Haken für verifizierte Nutzer versehen ist, hatte sich die Zahl nahezu verdreifacht. Snowden selbst hingegen folgte kurz nach seinem Twitter-Debüt zunächst nur einem einzigen Account und der könnte naheliegender kaum sein: dem der NSA. "The Intercept folgte der Geheimdienst ihm aber nicht zurück - zumindest nicht offiziell.

Snowden twittert höchstpersönlich

Wie das Enthüllungsportal "The Intercept" schrieb, hatte sich jemand den Account reserviert, aber drei Jahre lang nicht genutzt. Daher sei das Unternehmen kontaktiert worden, und Twitter habe zugestimmt, den Account Edward Snowden zu geben. Das Portal berichtete unter Berufung auf dessen Anwalt Ben Wizner, der frühere Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA werde selbst twittern.

Offenbar hatte ein Interview Snowdens mit dem Astrophysiker und Journalisten Neil deGrasse Tyson zu der Entscheidung zu twittern geführt. Demnach habe Tyson Snowden gefragt, warum er nicht bei Twitter sei und ihm sogleich den Hashtag @snowden vorgeschlagen. Dieser habe sich mit den Worten "Das klingt gut. Lass es uns angehen" begeistert gezeigt. Einer von Snowdens ersten Tweets galt entsprechend auch dem Astrophysiker.

Interessant ist auch das Statement unter dem Profilbild, das einen nachdenklichen Snowden zeigt: "I used to work for the government. Now I work for the public" ("Ich habe für die Regierung gearbeitet, jetzt arbeite ich für die Öffentlichkeit").

Snowden hatte streng geheime Dokumente öffentlich gemacht, die die Abhörskandale um die NSA ins Rollen brachten. Dafür droht dem US-Bürger in seiner Heimat eine lebenslange Haftstrafe; er wird wegen Geheimnisverrats per Haftbefehl gesucht. Seit 2013 lebt er im russischen Asyl.

dpa/caro

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