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Das fliegende Internet

Googles "Loon" in Sri Lanka Das fliegende Internet

Internet für alle: Dies ist vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern der Wunsch vieler Menschen. Der Inselstaat Sri Lanka will nun als erstes Land der Welt versuchen, alle Bewohner per Heißluftballon ans Internet anzukoppeln.

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Google will Regionen ohne Internetanschluss aus Ballons in 20 Kilometer Flughöhe mit einem Netzzugang versorgen. In Neuseeland wurde das Projekt getestet. 2016 soll es in Sri Lanka realisiert werden.

Quelle: Google/dpa

Colombo. 13 mit Helium gefüllte Ballons sollen von März 2016 an in etwa 20 Kilometern Höhe durch die Stratosphäre kreuzen und auch das kleinste Dorf der südasiatischen Tropeninsel mit dem Internet verbinden. Möglich macht es das Projekt "Loon" des Google-Konzerns.

"Sri Lanka wird von Dondra im Süden bis nach Point Pedro im Norden mit schneller 3G-Technik kostengünstig angeschlossen", erklärte Mangala Samaraweera, Technologieminister des Landes, der gleichzeitig auch das Außenministerium leitet. Bislang verfügt in dem Inselstaat von der Größe Litauens nur jeder fünfte Bewohner über einen Internetanschluss.

Vorbild für andere Länder

Bereits 1989 führte Sri Lanka als erstes südasiatisches Land Mobiltelefone ein. Nun macht das Land erneut einen Schritt in die Zukunft, der angesichts der weitverbreiteten Armut in der Region auch für andere Länder wie Afghanistan oder Nepal als Vorbild dienen könnten.

Google möchte mithilfe des Projekts "Loon" – nicht ganz uneigennützig – möglichst viele Länder der Welt einen Internetzugang ermöglichen. Rund vier Milliarden Menschen weltweit haben noch immer keinen Zugang zum Netz.

In 20 Kilometer Höhe

Doch wie funktioniert der Internetzugang per Ballon? Auf einer kleinen Plattform unter der aufgeblasen 15 mal 12 Meter großen, silbrig schimmernden Hülle sind Solarzellen angebracht, mit deren Hilfe der mitfliegende Sender betrieben wird.

Die Zellen werden während ihrer Odyssee durch die Stratosphäre elektronisch gesteuert. Die Ballons sollen 20 Kilometer oberhalb der Erdoberfläche die unterschiedlichen Strömungen nutzen, um nicht davongetrieben zu werden.

Fallschirme für den Ernstfall

Google testet das Projekt mit 30 unbemannten Heliumballons seit etwa zwei Jahren nahe Christchurch in Neuseeland. Dabei kam es ab und an zu Turbulenzen im Flugverkehr, wenn ein Ballon ungeplant seine Position oberhalb aller Reiserouten des internationalen Luftverkehrs verließ und zu Boden stürzte. Sollte dies beim Einsatz über Sri Lanka passieren, haben Googles Ingenieure für alle Fälle Fallschirme eingebaut, die sich bei zu hoher Sinkgeschwindigkeit automatisch öffnen.

Die Reichweite des von "Loon" zur Verfügung gestellten Internets soll ungefähr 45 Kilometer rund um den Ballon herum betragen. Die Internetdaten werden per Funk über Bodenstationen von und zu den Ballons übertragen. So können die Ballons untereinander kommunizieren und ein Netzwerk in der Luft bilden.

Billigeres Internet

Die genutzte Kommunikationstechnologie wird LTE sein, was ein schnelles Internet garantieren soll, alten Smartphones ohne LTE allerdings den Zugang unmöglich macht. 100 Tage lang wird jeder Ballon durch die Stratosphäre reisen, dann ist eine Wartung notwendig. Zum Start werden die Ballons in den USA abheben und von dort Richtung Sri Lanka treiben.

"In den meisten Ländern der Südhalbkugel muss man für einen Internetanschluss im Moment mehr als ein Monatseinkommen bezahlen", hatte "Loon"-Projektleiter Mike Cassidy 2013 in Neusseland gesagt. Der ballongesteuerte Internetzugang könne diese Probleme lösen.

In Googels Vision haben Ingenieure bereits einen Ring aus tausend und mehr Ballons weltweit imaginiert. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Der Start in Sri Lanka ist ein erster Test.

Von Willi Germund

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