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Was es bringt, wenn Kalkofe für Toleranz wirbt

Promi-Videos im Netz Was es bringt, wenn Kalkofe für Toleranz wirbt

Ob Joko & Klaas, Til Schweiger oder Dunja Hayali: In der Flüchtlingsdebatte engagieren sich zahlreiche Prominente im Netz. Ihre Beiträge werden millionenfach geklickt und diskutiert. Eine Studie zeigt nun: Die digitalen Beiträge werden nicht nur angesehen, sie können auch die Kultur der Diskussion lenken.

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Setzen sich für Flüchtlinge ein: Dunja Hayali (o.l., im Uhrzeigersinn), Oliver Kalkofe, Anja Reschke sowie Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf.

Quelle: dpa (4)

Ob Joko & Klaas, Anja Reschke, Til Schweiger oder Dunja Hayali: Viele Prominente setzen sich für Flüchtlinge ein. Das Schicksal der Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind, bewegt auch sie – immer mehr positionieren sich gegen Fremdenhass und rechte Gewalt.

Eine Studie zeigt nun, dass das digitale Engagement der Promis – per Facebook-Diskussion oder Youtube-Video – etwas bewegt. "Klar positive Äußerungen nehmen im Social Web immer dann signifikant zu, wenn Kampagnen zur Unterstützung auffordern. Dabei erzielen Personen des öffentlichen Lebens besonders große Wirkung“, heißt es in der Untersuchung des Munich Digital Institute. Die Macher der Studie betonen dabei, dass der angeschlagene Duktus sich auf die direkte Diskussionskultur auswirkt. Anders ausgedrückt: Der Ton macht die Musik. Das ließ sich in den letzten Wochen gut nachvollziehen.

Hohe Resonanz im Netz

Das Beratungsunternehmen hat das explizit an den Beiträgen #mundaufmachen der Pro7-Moderatoren Joko & Klaas sowie dem Tagesschau-Kommentar von  Anja Reschke festgemacht. So sei der Kommentar besonders präsent gewesen und sei auf eine überdurchschnittlich hohe positive Resonanz gestoßen, so die Studienmacher.

Anders bei "Joko & Klaas": Das Video "Das wird man wohl noch sagen dürfen mundaufmachen" auf der Facebook-Seite von Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf habe in den Kommentaren eine aggressivere Tonalität ausgelöst als das Video von Anja Reschke. „Beschimpfungen durch Unterstützer befeuern vulgäre Diskussionen“, so ein Fazit der Erhebung.

Das hat jetzt auch Oliver Kalkofe zu spüren bekommen, als er in einer Videobotschaft seine Stimme gegen Fremdenfeindlichkeit erhob. Kalkofe schimpft darin über "Parolen grölende Vollidioten", die hilfesuchende Menschen gewalttätig bedrohten und Heime anzündeten werden. Binnen vier Tagen wurden allein auf der Facebook-Seite von Kalkofe dazu mehr als 600 Kommentare hinterlassen. Zudem gewann der hannoversche Comedian fast 10.000 neue Fans hinzu.

Aggressiv angegangen wurde auch Dunja Hayali . Die ZDF-Moderatorin hatte sich in den vergangenen Tagen auf ihrer Facebook-Seite für Flüchtlinge stark gemacht und gegen fremdenfeindliche Hetze gewandt. Sie lese alles, schrieb die ZDF-Moderatorin am Sonnabend auf ihrer Facebookseite, auch die persönlichen Diffamierungen, Beleidigungen und Pestmails. Fünf Tage später zieht die Tochter irakischer Auswanderer ein positives Zwischenfazit. In über 6000 Kommentaren und 700 persönlichen Nachrichten habe sie zwar auch manch böse Beleidigung lesen müssen. Aber: „99 Prozent aller Kommentatoren und Kommentatorinnen sehen die Welt wie ich“.

Dortmund stellt sich hinter Schalke

Hayali hatte in einem vorherigen Post mit einer ihr zugesandten Beleidigung begonnen („FICK DICH DU FLÜCHTLING – DEIN NAME IST SCHON EKELHAFT GENUG - VERLASSE UNSER DEUTSCHLAND“ ) und darauf ausführlich Stellung bezogen. Ihr Beitrag wurde (Stand Donnerstag, 10.30 Uhr) mehr als 77.500 mal geteilt.

Neben Prominenten beziehen auch Fußballvereine Stellung – so der Bundesligist FC Schalke 04. Unter dem Titel "#stehtauf, wenn ihr Menschen seid!" wurde am Dienstag ein Video veröffentlicht, für das es große Anerkennung gab – unter anderem auch vom Erzrivalen aus Dortmund: "In den Farben getrennt, in der Sache vereint!", twitterte der BVB unter dem Hashtag "refugeeswelcome":

zys mit dpa

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