Volltextsuche über das Angebot:

20°/ 17° Gewitter

Navigation:
Twitter hat erstmals weniger Nutzer

Aktie stürzt ab Twitter hat erstmals weniger Nutzer

Die Zukunft von Twitter sieht derzeit nicht rosig aus: Die Umsätze des Kurznachrichtendienstes steigen zwar – aber erstmals gehen die Nutzerzahlen zurück. Chef Jack Dorsey verspricht einen weiteren Umbau der Plattform, um sie für Neulinge attraktiver zu machen. Kann er Twitter retten?

Voriger Artikel
Prollig und laut: Depp gibt den Trump
Nächster Artikel
Elton wird Raabs Nachfolger

Twitter-Banner an der Wall Street. Nach Börsenverlusten und stagnierenden Nutzerzahlen, muss Twitter über neue Wege nachdenken.

Quelle: Andrew Gombert/dpa

San Francisco. Die Ergebnisse des vergangenen Vierteljahres offenbaren, wie tief die Probleme bei dem Kurznachrichtendienst gehen. Die Zahl aktiver Nutzer, die zuletzt von Quartal zu Quartal noch ein wenig zulegte, ging erstmals zurück.

Zwei Millionen Nutzer weniger

Das Unternehmen meldete einen Rückgang von zwei Millionen Nutzern binnen drei Monaten. Analysten hatten dagegen einen Zuwachs von zwei Millionen erwartet. Zusammen mit dem SMS-Dienst von Twitter stagnierte die Nutzerzahl bei 320 Millionen, während an der Börse mit einem Anstieg auf etwa 323 Millionen gerechnet worden war.

Und dazu kommt ein anderes Problem. Der Umsatz steigt zwar schnell - aber die Kosten wachsen immer noch schneller, die Verluste summieren sich auf mehr als eine Milliarde Dollar in den vergangenen zwei Jahren.

Im vergangenen Quartal gab es einen Verlust von 90,2 Millionen Dollar nach einem Minus von 125,3 Millionen ein Jahr zuvor. Im gesamten Jahr verlor Twitter wieder mehr als eine halbe Milliarde Dollar, wie der Kurznachrichtendienst nach US-Börsenschluss am Mittwoch mitteilte.

Dorsey läutet Konzern-Umbau ein

Dorsey verspricht einen weiteren Umbau des Kurznachrichtendienstes, um ihn für Neulinge attraktiver zu machen. So solle die Funktionsweise von Twitter weiter verändert werden. Unter anderem seien auch Änderungen an der Struktur von Antworten auf Tweets geplant, die aktuell "verwirrend" sei und das Wachstum bremse.

Twitter will den Nutzern bereits die Möglichkeit bieten, die Nachrichten von Software gewichten zu lassen. Bei der Option werden die Tweets nicht mehr wie gewohnt in chronologischer Reihenfolge dargestellt, sondern nach einem Algorithmus, der die für einen Nutzer relevanten Nachrichten höher einsortiert.

Chef Dorsey stellte auch schon die von Anfang an geltende Einschränkung auf 140 Zeichen pro Tweet in Frage. Außerdem wolle er das Führungsteam ausbauen, sagte Dorsey. Im Januar hatten mehrere Top-Manager Twitter verlassen. Er glaube nach wie vor, dass Twitter das weltgrößte vernetzte Publikum auf der Welt zusammenbringen könne. Facebook als weltgrößtes Online-Netzwerk hat rund 1,6 Milliarden aktive Nutzer.

Werbung: Fluch und Segen

"Unsere Arbeit wird Zeit brauchen", räumte Verwaltungsratschef Omid Kordestani ein, der lange Jahre Top-Manager bei Google war. Versiegt aber der Zustrom neuer Nutzer, kann das zu einem großes Problem für Twitter werden – denn es gibt Grenzen dafür, wie viel Werbung man den bestehenden Mitgliedern zumuten kann.

In den Anfangszeiten verzichteten die Gründer ganz auf Werbung, um die Nutzer nicht zu verschrecken. Jetzt tauchen zumindest in den offiziellen Apps von Twitter und der Web-Version von Unternehmen bezahlte Tweets auf – zum Ärger gerade vieler "Power-User" wie Journalisten oder Politiker, die kein Interesse daran haben.

"Twitter geht durch eine Identitätskrise", schrieb jüngst der Gründer der auf soziale Netze spezialisierten Medienagentur Deep Focus, Ian Schafer, in einem Gastbeitrag beim Technologieblog "Recode".

Er plädierte dafür, dass Twitter über ein intelligentes Daten-Geschäft nachdenkt, statt die Timelines einfach nur immer weiter mit Werbung zu fluten. "Twitter ist eine Plattform wie keine andere, weil es genug Echtzeit-Informationen hat, die über 300 Millionen aktiven Nutzern zugeordnet werden können".

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Netzwelt
Das sind Deutschlands beliebteste Nachrichtensprecher

"Wer ist ihr Lieblings-Nachrichtensprecher im Deutschen Fernsehen?", hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov gefragt. Ein Anchorman hat seine Konkurrenten mühelos abgehängt.

Anzeige
Datenschutz im Netz: Diese Begriffe sollten Sie kennen