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US-Geheimdienst NSA offenbar gehackt

Spionagesoftware veröffentlicht US-Geheimdienst NSA offenbar gehackt

Der US-Abhördienst NSA ist berüchtigt für seine Fähigkeiten bei der elektronischen Überwachung. Wohl schon im Jahr 2013 wurden die Regierungshacker aber selbst gehackt – und ihre Software für Online-Angriffe wird jetzt plötzlich im Netz veröffentlicht.

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Hauptsitz der NSA: Hacker sollen Spionageprogramme des US-Geheimdienstes im Netz veröffentlicht haben.

Quelle: dpa

Washington. Unbekannten ist es offenbar gelungen, ausgeklügelte Software-Werkzeuge des US-Geheimdiensts NSA für Hacker-Angriffe in ihren Besitz zu bringen. Die am Wochenende im Netz veröffentlichten Dateien wirkten echt, sagten frühere NSA-Mitarbeiter der "Washington Post". Die Programme stammten aus dem Jahr 2013 und scheinen damals entwendet worden zu sein, schrieb die Zeitung in der Nacht zum Mittwoch unter Berufung auf Experten.

Software gegen China oder Russland eingesetzt

Die Software mit Namen wie "Epicbanana", "Buzzdirection" und "Egregiousblunder" ist unter anderem dafür gedacht, trotz Schutzmaßnahmen wie "Firewalls" in Netzwerke einzudringen und Daten abzuschöpfen. Konkret soll es um Module für Schutz-Systeme von großen Anbietern wie unter anderem Cisco oder Fortinet gehen. Bei solchen Angriffswerkzeugen oft bisher unbekannte Schwachstellen ausgenutzt.

Nach Informationen der "New York Times" wurde die Software überwiegend dafür eingesetzt, in Computer-Netzwerke in China, dem Iran und Russland einzudringen. Auch die "New York Times" berichtete unter Berufung auf Experten für die Cyberspionage, dass die veröffentlichten Codes offensichtlich authentisch seien.

Hacker wollen NSA-Programme versteigern

Unklar ist, ob die Lücken, auf die sich die NSA-Programme von 2013 fokussierten, inzwischen geschlossen wurden – oder ob mit einer Ausbreitung dieser Werkzeuge neue Attacken krimineller Hacker drohen. Die Gruppe mit dem Namen "Shadow Brokers" (etwa: "Schatten-Makler"), die einige Dateien veröffentlicht hatte, will nach eigenen Angaben weitere Programme versteigern.

Die Software sei bereits in allgemeiner Form in Dokumenten beschrieben worden, die seinerzeit in die Hände NSA-Enthüller Edward Snowden geraten seien, berichtete die "New York Times". Allerdings scheine der Ex-Geheimdienstmitarbeiter, der im Exil in Russland lebt, nicht hinter der jetzigen Veröffentlichung zu stecken. Seit den Enthüllungen Snowdens hat die NSA der Zeitung zufolge hunderte Millionen Dollar in die Neukonfiguration und den Schutz ihrer Computersysteme gesteckt.

Snowden selbst deutete die Veröffentlichung der mutmaßlichen NSA-Codes als eine russische Warnung an die US-Regierung. Dass Geheimdienste sich belauerten und gegenseitig ihre Server hackten, sei nicht neu, schrieb Snowden bei Twitter.

dpa/afp/RND

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