Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Netzwelt Kamerafrau: "Sicherung durchgebrannt"
Nachrichten Medien Netzwelt Kamerafrau: "Sicherung durchgebrannt"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:17 11.09.2015
Die Kamerafrau Petra L. des ungarischen Senders N1TV stellt in Röszke einem Flüchtling, der ein kleines Kind auf dem Arm trägt, ein Bein. Quelle: Stephan Richter/Mediengruppe RTL/dpa
Anzeige
Szeged

Die Bilder, auf denen die ungarische Kamerafrau Petra L. ein Flüchtlingskind tritt, haben sich in den vergangenen Tagen in den sozialen Netzwerken wie ein Lauffeuer verbreitet. Jetzt hat sich Petra L. in einem Brief an die rechtskonservative Zeitung "Magyar Nemzet" entschuldigt. "Die Kamera lief, Hunderte Migranten durchbrachen die Polizeiabsperrung und dann rannte einer von ihnen auf mich zu und ich bekam es mit der Angst zu tun", rechtfertigt sich die Kamerafrau.

"Dann ist mir eine Sicherung durchgebrannt. Ich dachte einfach, ich würde angegriffen und müsste mich schützen. Es ist schwer, richtige Entscheidungen zu treffen, wenn Menschen in Panik sind." Sie sei keine "herzlose, rassistische Kamerafrau, die Kinder tritt". Es tue ihr leid, schreibt L.

Auf den Bildern ist zu sehen, wie die Kamerafrau einem Flüchtling ein Bein stellt, der mit einem Kind im Arm über ein Feld läuft - zusammen mit anderen Migranten. Anschließend ist zu sehen, wie der Mann samt Kind zu Boden fällt. Ein weiteres Video zeigt, wie dieselbe Kamerafrau einem laufenden Flüchtlingskind gegen das Schienbein tritt. Die Vorfälle ereigneten sich nahe der Grenze zu Serbien, als Flüchtlinge eine Polizeilinie durchbrachen.

Ob es sich dabei wirklich um eine Abwehrreaktion oder Vorsatz handelt, wird die ungarische Staatsanwaltschaft entscheiden.

Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen gegen Petra L. auf

Inzwischen hat Ungarns Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen die Kamerafrau aufgenommen. Zwei Oppositionsparteien haben Strafanzeige gegen Petra L. gestellt, teilte die Staatsanwaltschaft des Verwaltungsgebiets Csongrad am Donnerstag mit. Im Laufe der Ermittlungen werde geprüft, ob L. noch schwerwiegendere Taten zur Last gelegt werden könnten. Vorläufig werde die Frau nur der Randale verdächtigt.

Die Kamerafrau arbeitete für den Internet-Fernsehsender N1TV, der der rechtsextremen Partei Jobbik nahe steht. Von ihrem Sender wurde sie wegen ihres Verhaltens entlassen.

are/afp/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Netzwelt 2,7 Millionen Angriffe in sechs Wochen - Bahnverkehr im Visier von Millionen Hackern

Eine IT-Firma hat originalgetreu ein Zugsystem nachgebaut, um Hacker in die Falle zu locken. Das Ergebnis: 2,7 Millionen Angriffe in nur sechs Wochen. Einige Hacker sind weit gekommen: Sie hätten ohne Probleme Signale manipulieren können. Einer hinterließ sogar eine Nachricht.

11.09.2015

Einige haben die Nazis noch erlebt – und wollen es nie mehr: Ein Seniorenchor setzt mit einem Youtube-Video ein lautes Zeichen gegen Rechts. Dafür haben die 70- bis 90-Jährigen "Schrei nach Liebe" der Ärzte einstudiert. Trotz des bösen A-Wortes.

10.09.2015

Zwei Stunden lang präsentierte Apple am Mittwoch neue Produkte – wir fassen die Eckpunkte noch einmal zusammen und erklären, was sich am iPhone ändert und was das neue Riesen-iPad kann.

10.09.2015
Anzeige