Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Netzwelt Ungarische Kamerafrau tritt Flüchtlinge
Nachrichten Medien Netzwelt Ungarische Kamerafrau tritt Flüchtlinge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:11 09.09.2015
Die ungarische Kamerafrau Petra L. hat an der serbischen Grenze Flüchtlinge angegriffen. Daraufhin wurde sie entlassen. Quelle: Screenshot/Twitter
Anzeige
Röszke

Eine Gruppe Menschen rennt über eine Wiese am ungarischen Grenzübergang Röszke. Es sind Flüchtlinge, die eine Polizeiabsperrung durchbrochen haben. Ein Mann mit einem Kind auf dem Arm sprintet an einer Kamerafrau, die kurzerhand das Bein ausstreckt. Der Mann und das Kind stürzen zu Boden, überschlagen sich. 

Die Aufnahmen zeigen Petra L., die für den ungarischen Sender N1TV arbeitet. Die Videos des Vorfalls haben sich seit Dienstag in den sozialen Netzwerken derart verbreitet und für Furore gesorgt, dass der Sender keine andere Wahl hatte, als Konsequenzen zu ziehen.

Ein zweiter Vorfall zeigt, wie sie ein Flüchtlingskind tritt. Die Bilder wurden von dem Internet-Fernsehsender N1TV verbreitet, der der rechtsextremen ungarischen Partei Jobbik nahe steht.

N1TV-Chefredakteur Szabolcs Kisberk schrieb am Dienstag auf der Facebook-Seite des Senders: „Eine N1TV-Kollegen hat sich heute an einem Sammelpunkt (für Flüchtlinge) in Röszke inakzeptabel verhalten.“ Der Arbeitsvertrag mit der Kamerafrau sei daher mit sofortiger Wirkung beendet worden. Der Sender betrachte die Angelegenheit damit als „abgeschlossen“.

Die Aufnahmen waren entstanden, als am Dienstag hunderte wartende Flüchtlinge eine Polizeiabsperrung durchbrachen. Die Gruppe lief von einem Sammelpunkt, wo sie auf ihre Registrierung warten sollte, etwa einen Kilometer weit auf einer Hauptstraße, bevor die Polizei sie stoppte. Die Beamten setzten Pfefferspray ein. Schließlich wurden die Flüchtlinge mit Bussen in das Registrierungszentrum gebracht.

Seit Jahresbeginn sind schon mehr als 165.000 Flüchtlinge nach Ungarn gekommen. Die meisten von ihnen wollen nach Deutschland oder Österreich weiter. Nach ihrer Ankunft in Ungarn müssen die Flüchtlinge aber zunächst stundenlang auf ihre Registrierung warten. Die Lage am Grenzübergang in Röszke an der Grenze zu Serbien ist seit Tagen angespannt.

afp

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Mehrere hundert Flüchtlinge aus Ungarn sind am Dienstagabend mit einem Sonderzug aus München in Celle eingetroffen. Die Männer, Frauen und Kinder wurden mit Bussen zu einer ehemaligen Kaserne der Bundeswehr in Celle-Scheuen gebracht. 

08.09.2015

Mit einem Sonderprogramm will das Land Niedersachsen dem Wohnungsmangel in den Zentren begegnen. „Wir gehen mit einem 400-Millionen-Programm über die N-Bank an den Markt“, sagte Sozialministerin Cornelia Rundt der HAZ. 

Michael B. Berger 08.09.2015

Die Ausländerbehörde der Stadt Hannover kommt bei den zahlreichen Anfragen neu ankommender Flüchtlinge offenbar kaum noch hinterher. Oft sei tagelang niemand zu erreichen, sagt die Leiterin eines Flüchtlingsheimes. Am Mittwoch bleibt das Amt sogar ganz zu. Der Grund: ein Betriebsausflug.

Andreas Schinkel 11.09.2015
Netzwelt Vor Apples Produktpräsentation - "Hey Siri, gib uns einen Hinweis"

Manchmal können Apples Kunden den Konzern beim Wort nehmen: Auf der Einladung zur Produktpräsentation am Mittwoch steht "Hey Siri, gib uns einen Hinweis". Das macht der digitale Sprachassistent tatsächlich – wenn Tim Cook nicht zuschaut.

09.09.2015
Netzwelt Harte Ansage an die Konkurrenz - Amazon will Tablet für 50 Dollar verkaufen

Tablet-Computer für 50 Dollar oder Euro fallen oft mit mittelmäßiger Qualität auf. Jetzt wagt sich offenbar Amazon in diese Preisklasse hinein. Dass der Konzern seine Geräte praktisch zu Produktionskosten verkauft, ist nichts Neues – denn er hat einen Hintergedanken.

08.09.2015
Netzwelt Nach fremdenfeindlicher Hetze - Grüne fordern eine Facebook-Polizei

Rassistisch, menschenfeindlich, volksverhetzend: In sozialen Netzwerken ist der Ton rau – und mitunter strafbar. Die Grünen im EU-Parlament fordern eine europäische Facebook-Polizei

07.09.2015
Anzeige