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Netzwelt Schweiz testet fahrerlose Linienbusse
Nachrichten Medien Netzwelt Schweiz testet fahrerlose Linienbusse
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12:46 28.08.2016
Queren Fußgänger unerwartet die Straße, entscheidet sich dieser "Roboter-Bus" schnell zu bremsen. Quelle: Anne-Sophie Galli/dpa
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Sitten

Als eine junge Frau in ihr Handy vertieft direkt vor den gelben Kleinbus läuft, greift kein Mensch ein. Die Notbremsung funktioniert dennoch – veranlasst hat sie der im Fahrzeug eingebaute Roboter: Er hat die unachtsame Fußgängerin dank Lichtsensoren und Kameras erkannt. Zwei solcher autonomen Elektrobusse sind neuerdings fast täglich in der Schweizer Stadt Sitten (Sion) im Bergkanton Wallis unterwegs. Anders als etwa beim Google-Auto, wo bislang nur Experten mitfahren, kann in Sitten jedermann einsteigen – und zwar kostenlos. Betrieben werden die Testbusse von der PostAuto AG. Das Tochterunternehmen der Schweizerischen Post testet als weltweit erste Firma selbstständig fahrende Fahrzeuge im öffentlichen Nahverkehr.

Die knapp fünf Meter langen Roboterbusse lassen Kinderwagen passieren, beachten die Vorfahrtsregeln und fahren zentimetergenau durch schmale Gassen. Zur Sicherheit ist während der bis Oktober 2017 geplanten Testphase aber immer ein Angestellter dabei, der bei Gefahr eingreifen könnte - mit einem PlayStation-Controller, denn ein Lenkrad oder Pedale gibt es in diesen Bussen nicht.

PostAuto ist mit den Testfahrten in Sitten in das Rennen um die Zukunft der Mobilität eingestiegen. Dabei setzen etliche Automobilhersteller auf Robotertaxidienste. In den kommenden Wochen will etwa der Fahrdienst-Vermittler Uber im amerikanischen Pittsburgh selbstfahrende Volvo-Autos zu den Kunden schicken – wie in Sitten mit menschlichen Co-Piloten zur Überwachung. Volkswagen und General Motors arbeiten mit Uber-Konkurrenten an ähnlichen Projekten.

"Auch wir haben uns überlegt, dass Kunden eines Tages für kurze Distanzen einen Roboterbus per Handy-App direkt zu sich bestellen und einen beliebigen Zielort eingeben könnten", sagt PostAuto-Projektleiter Jürg Michel. Die App könne dann Wünsche verschiedener Kunden koordinieren und dementsprechend Fahrzeuge losschicken. Ein ähnlicher Versuch ist in Helsinki gestartet worden. Beide Projekte wollen laut den Betreibern nicht den bestehenden öffentlichen Verkehr ersetzen, sondern mögliche Zusatzangebote testen.

Noch rollen die selbstfahrenden Busse in Sitten auf insgesamt 1,5 Kilometer langen virtuellen "Gleisen" mit nur maximal 20 Stundenkilometern durch den Stadtverkehr und Fußgängerzonen. "Eine solche städtische Situation ist für autonome Fahrzeuge derzeit noch weit schwieriger als das Fahren auf einer berechenbaren Autobahn", erklärt Simone Amorosi, stellvertretender Direktor des Transportzentrums der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne.

Nicht alles, was die Sensoren erfassen, interpretiert der gelbe Roboterbus richtig. Einen auf die Straße ragenden Zweig hält er schon mal für ein gefährliches Hindernis – mit einer abrupten Bremsung als Folge. Auch ein falsch geparktes Auto, an dem der Bus durchaus vorbeigekommen wäre, löst die Bremse aus. Bei diesen Stopps übernimmt dann der Kollege Mensch die Führung. "Die Busse sind sehr vorsichtig", sagt Michel. "Dadurch wurden bislang Unfälle vermieden."

Die Tests sollen auch zeigen, ob Kunden das neue Angebot überhaupt haben möchten. Michel sagt, er habe meist positive Reaktionen erhalten. Viele Neugierige kommen aus der ganzen Schweiz und selbst aus dem Ausland nach Sitten. "Es ist wie in einem Videospiel", meint ein kleiner Junge. Eine ältere Frau ist froh, dass ein PostAuto-Angestellter das Fahrzeug überwacht, und eine Schülerin findet die Buse "noch etwas zu langsam".

Bis solche Fahrzeuge in allen Situation selbstständig zurechtkommen und in Serie gebaut werden, wird es laut Experten allerdings noch Jahrzehnte dauern. Wenn es stark regnet, schneit oder dunkel ist, sind Roboterautos derzeit meist überfordert. Zudem sind vielerorts Sonderbewilligungen und Gesetzesänderungen erforderlich. Auch mangelt es an Unternehmen, die Roboterautos sowie Passagiere versichern, die ihr Leben Computern anvertrauen wollen.

dpa

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