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Kind lädt Musik hoch – Eltern müssen zahlen

Grundsatzurteil des OLG München Kind lädt Musik hoch – Eltern müssen zahlen

Wenn sie ihr Kind verpfiffen hätten, wäre ihnen die Stafe erspart geblieben. Stattdessen muss ein Ehepaar aus Bayern 3500 Euro zahlen, weil eines ihrer Kinder Musik im Internet zum Tausch angeboten hat. Das entschied das Oberlandesgericht München.

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Da eines ihrer Kinder ein Album der Sängerin Rihanna illegal im Internet zum Tausch angeboten hat, müssen die Eltern rund 3500 Euro Strafe zahlen.

Quelle: EPA/Steve C. Mitchell/dpa

München. Wenn Kinder Musik illegal im Internet anbieten, haften unter bestimmten Bedingungen ihre Eltern dafür. Eine Strafzahlung kann nur dann vermieden werden, wenn die Eltern den Verantwortlichen benennen. Das entschied das Oberlandesgericht (OLG) München. Das Grundsatzurteil könnte für vergleichbare Filesharing-Fälle und andere Eltern noch von Bedeutung sein. Die Richter ließen deshalb die Revision zum Bundesgerichtshof zu.

Eltern wissen, welches Kind es war

Im vorliegenden Fall hatte jemand das Musikalbum "Loud" der Sängerin Rihanna vom Internetanschluss der Eltern ins Internet hochgeladen und illegal zum Tausch angeboten. Vater und Mutter wollen es nicht gewesen sein, sondern sagten, das habe eines ihrer Kinder getan – nur welches, verrieten sie nicht.

Sie hätten mit ihren volljährigen Kindern in einem Haus gelebt, erklärten sie vor Gericht. Die Computer der Drei seien in ihrem Netzwerk angemeldet gewesen. Die Kinder hätten deshalb Zugang zu ihrem Internetanschluss gehabt. Die Eltern wüssten auch, welches Kind das Album hochgeladen habe, wollten den Namen aber nicht verraten, wie das OLG mitteilte. Die Kinder wiederum machten von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

Es hätte auch anders laufen können

Das reicht nach Angaben des OLG nicht aus, um die Ansprüche der Universal Music als Inhaberin der Verwertungsrechte zu verwirken. Daher bestätigte das Gericht das Urteil des Landgerichts München I zur Zahlung von Schadenersatz- und Abmahnungskosten in Höhe von insgesamt 3544,40 Euro plus Zinsen.

Hätten die Eltern verraten, welches Kind die Musik von Rihanna hochgeladen hatte, wäre der Fall anders verlaufen, erklärte das Gericht: Demnach hätte dann Universal Music beweisen müssen, dass das Hochladen des Musikalbums gegen das Urheberrecht verstieß und somit illegal erfolgte.

dpa/wer

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