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Erster Glasfaser-Tag

Viele Dörfer in Norddeutschland weiter ohne Breitbandanschluss


Trotz „Breitbandstrategie“ der Bundesregierung gibt es für viele norddeutsche Dörfer weiterhin keine Auffahrt auf die Datenautobahn. Über schnellere Wege ins Internet für die Landbevölkerung verständigten sich Experten auf einem ersten Glasfaser-Tag.
Trotz „Breitbandstrategie“ der Bundesregierung gibt es für viele norddeutsche Dörfer weiterhin keine Auffahrt auf die Datenautobahn.

Trotz „Breitbandstrategie“ der Bundesregierung gibt es für viele norddeutsche Dörfer weiterhin keine Auffahrt auf die Datenautobahn.

© dpa

Zarrentin. Für norddeutsche Dörfer mit langsamem Internetzugang hat der erste Glasfaser-Tag Mecklenburg-Vorpommerns und Schleswig-Holsteins am Donnerstag im Kloster Zarrentin (Kreis Ludwigslust-Parchim) nach schnelleren Wegen auf die Datenautobahn gesucht. Experten kritisierten eine sehr lückenhafte Breitbandversorgung gerade in dünn besiedelten ländlichen Regionen. Flächendeckendes schnelles Internet sei ein Standortfaktor für Unternehmen, schaffe Arbeitsplätze und erhöhe die Lebensqualität der Bürger etwa über Anwendungen wie E-Learning oder Telemedizin, sagte Hubert Ludwig, Geschäftsführer des Datenverarbeitungszentrums Mecklenburg-Vorpommern.

In dem nordostdeutschen Bundesland, in dem sieben von zehn Bürgern ab 14 Jahren regelmäßig online gingen, gebe es noch jede Menge weiße Flecken in der Breitbandversorgung, sagte Ludwig. „Der Bandbreiten-Bedarf bei der Datenübertragung verdoppelt sich aktuell alle drei Jahre“, erklärte Bernd Holter, Leiter der Koordinierungsstelle Breitband in Mecklenburg-Vorpommern. „Eine flächendeckende Breitbandversorgung mit schnellem Internet kann auf dem Lande nur über einen Technologiemix von festnetzbasierenden und funkgestützten Lösungen erreicht werden.“ Die norddeutschen Flächenländer stünden da vor ähnlichen Herausforderungen, sagte Holter.

Mehr Engagement für den Ausbau des Glasfasernetzes forderte Detlef Palm, Geschäftsführer des Verbandes Kommunaler Unternehmen (VKU) Nord, von den Stadt- und Gemeindewerken. „Ohne die kommunalen Unternehmen wird Deutschland ein Flickenteppich mit vielen weißen Flecken auf der Breitband-Karte bleiben“, sagte Palm. Die „digitale Spaltung der Gesellschaft“ werde weiter vorangetrieben, weil private Anbieter in dünn besiedelten Gebieten wirtschaftlich überfordert oder nicht interessiert seien. Stadtwerke indes seien dezentral strukturiert sowie gut in der Fläche präsent. Gewinne kämen dem Gemeinwohl zugute. Insofern wären Kombi-Angebote von Strom, Gas, Wasser sowie schnellem Internet ideal, meinte Palm.

Eine neue Initiative von Windmüllern in Nordfriesland stellte Ansgar Böhm von der Breitbandgesellschaft Schleswig-Holstein (Breklum) vor. Die Betreiber von Windparks selbst finanzierten hier den Breitbandausbau für 25 000 Haushalte mit, um zugleich ein schnelles digitales Steuerungs- und Überwachungsnetz für die verstreut aufgebauten Windmühlen zu schaffen. Im Landkreis Rendsburg-Eckernförde haben sich drei Ämter mit 28 Gemeinden zu einem Breitband-Zweckverband zusammengeschlossen, sie wollen bis 2013 jeden Haushalt der Region ins schnelle Internet bringen.

Für Mecklenburg-Vorpommern hat die Koordinierungsstelle Breitband seit 2008 mehr als 300 ländliche Internet-Initiativen betreut. Zwei Drittel der Orte würden klassisch über Telefonleitungen mittels spezieller Verstärker Breitbandanschlüsse erhalten. Die übrigen Projekte setzten auf Funkverbindungen, erklärte Holter. „Grund- nicht Wunschversorgung“ in der Fläche sei hier das Ziel.

frx/dpa

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