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Unicef schockiert mit Video-Experiment

Welchem Kind würden Sie helfen? Unicef schockiert mit Video-Experiment

Wie sehr Menschen auf Äußerlichkeiten fixiert sind, hat das Kinderhilfswerk Unicef mit einem Video-Experiment getestet. Die Ergebnisse sind vorhersehbar – aber deswegen nicht weniger schockierend.

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Wann wird der kleinen Anano geholfen, in adretter oder in zerrissener Kleidung?

Quelle: YouTube/Screenshot

Tiflis. Wie würden Sie handeln? Ein kleines Mädchen, adrett angezogen mit Kleid und Mantel, steht in der Fußgängerzone und schaut etwas verloren aus. Das gleiche Mädchen, die gleiche Verlorenheit, nur in zerrissener, dreckiger Kleidung. Wann kümmern sich die Menschen? Das hat Unicef jetzt in einem Video-Experiment getestet. Die Ergebnisse präsentierte das Kinderhilfswerk am Dienstag in einem gut dreiminütigen YouTube-Video.

Mit der sechsjährigen Kinderdarstellerin Anano hat Unicef in Georgiens Hauptstadt Tiflis verschiedene Szenen nachgestellt – jeweils in wohlhabend aussehender und heruntergekommener Kleidung. Mit der Kampagne "A fair chance for every child", für die das Video gedreht wurde, möchte Unicef unterprivilegierten Kindern helfen.

Dreh muss abgebrochen werden

In einer weiteren Szene im Restaurant wird es dann sogar für die junge Schauspielerin extrem: Mit ihrer sauberen Kleidung wird ihr immer wieder ein Sitzplatz angeboten, sie wird getätschelt und verwöhnt, ins Gespräch eingebunden. Als sich Anano wiederum in ihrer schmutzigen Kleidung durch die Stuhlreihen bewegt, ändert sich das Verhalten merklich: Die Erwachsenen halten ihre Taschen fest oder stellen sie auf die andere Seite, das Kind wird am Tisch nicht geduldet. Ein Mann bittet schließlich das Personal, das Kind nach draußen zu befördern. Für Anano ist die Situation emotional nicht mehr haltbar: Sie weint, der Dreh muss abgebrochen werden. "Sie haben alle gesagt, ich soll weggehen".

Der Unterschied zwischen arm und reich ändert offenbar das Verhalten der Mitmenschen – für ein Kind ist so etwas schwer auszuhalten. Vielleicht hilft das Video, beim nächsten Mal genauer hinzusehen. Und die eigenen Vorurteile beiseite zu legen.

RND/kad

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