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Wie gut ist das neue soziale Netzwerk Google+ wirklich?

Freundschaft mit Extras Wie gut ist das neue soziale Netzwerk Google+ wirklich?

Seit gut drei Wochen ist Googles neues soziales Netzwerk online, und viele Internetnutzer fragen sich: Wie gut ist Google+ wirklich? Ist es das neue Facebook oder vielleicht doch ein bisschen mehr? Eine Übersicht.

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Seit gut drei Wochen ist das neue soziale Netzwerk Google+ online.

Quelle: dpa

Videochat

Google+ holt Freunde und Bekannte direkt nach Hause – denn über die Funktion Hangout sind mit wenigen Klicks Videochats mit bis zu zehn Personen möglich. Facebook hat zwar kurz nach dem Start von Google+ ebenfalls einen Videochat vorgestellt, der große Wurf war das aber nicht. Obwohl Facebook mit dem Internettelefoniedienst Skype eine Kooperation eingegangen ist, sind derzeit lediglich 1:1-Gespräche möglich. Dabei könnte gerade der Videochat Google+ den Erfolg ebnen – wenn die jungen Nutzer Hangout für sich als spaßigen Zeitvertreib entdeckt haben.

Nachrichtenstrom

Eine echte Neuerung ist bei Google+ der Nachrichtenstrom Sparks, eine Weiterentwicklung von GoogleNews und GoogleAlerts. Bei Sparks trägt man seine Interessen ein und bekommt einen steten Strom an Webinhalten angezeigt. So etwas bietet Facebook nicht. Allerdings wirkt Sparks unausgereift. So ist es nicht möglich, Internetseiten zu abonnieren oder auszuschließen. Sparks zeigt auch nicht an, ob eine Seite besonders häufig aufgerufen oder via Twitter und Facebook geteilt wurde.

Google+ mutet etwas aufgeräumter an als Facebook. Werbung und nervende Spiele und Apps gibt es bislang noch nicht. In der Profilansicht sind das eigene Foto, der Nachrichtenverlauf und die Mitglieder der eigenen Kreise zu sehen.

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Fotos und mehr

Mit der Funktion Instant Upload, die das Hochladen von Bildern und Videos erlaubt, hat Google das Rad nicht neu erfunden. Hier zeigt sich aber, wie stark Google seine Dienste künftig miteinander verzahnen will. Über die Google+-Apps lassen sich Fotos und Videos schon bei der Aufnahme mit dem Handy automatisch ins Netz hochladen – und werden, sofern vorhanden, direkt im persönlichen Album bei Googles Fotodienst Picasa gespeichert. Wer die Bilder ansehen darf, das lässt sich individuell mit wenigen Klicks einstellen.

Datenschutz

Die Kontrolle über die eigenen Inhalte ist bei Google+ deutlich einfacher gestaltet als bei Facebook. Für jeden Beitrag lässt sich bestimmen, wer ihn sehen und teilen darf. Wählt man „öffentlich“, wird die entsprechende Nachricht auch bei der normalen Google-Suche angezeigt. Die Sichtbarkeit einer Nachricht lässt sich aber auch auf bestimmte Kreise oder einzelne Personen beschränken – auch das Teilen eines Beitrages mit anderen Nutzern ist dann eingeschränkt. Bei Facebook kann man die Reichweite zwar auch für jeden Beitrag festlegen, Google hat die Funktion aber stärker integriert, der Nutzer wird bei jeder Nachricht an die Wahlmöglichkeit erinnert. Noch ein Pluspunkt bei Google: Die Datenschutzeinstellungen sind leichter zu finden und übersichtlicher.

Freunde

Beziehungen bei Facebook basieren auf Gegenseitigkeit; beide Mitglieder müssen eine Freundschaft bestätigen, was einen gewissen Zwang erzeugt. Google+ funktioniert hingegen wie der Kurznachrichtendienst Twitter – man kann jeden Teilnehmer zu seinen Kontakten hinzufügen, ohne dass der andere einwilligen muss. Während bei Facebook jeder automatisch zum Freund wird, unterteilt Google+ die Kontakte in unterschiedliche Kreise (Circles). Je nach Vertrautheit kann man die Person bei Freunden, Bekannten, Familie und/oder Kollegen abgelegen – die Einordnung bleibt dem Gegenüber verborgen. Auch die Facebook-Kontakte lassen sich in Kategorien einsortieren, das ist aber umständlich und unübersichtlich.

Mobile Gespräche

Facebook und Google+ bieten jeweils einen klassischen Textchat, bei dem in einem kleinen Browserfenster Nachrichten ausgetauscht werden. In beiden Netzwerken kann der Chat auf mehrere Personen erweitert werden. Aber nur Google+ ermöglicht mit der Funktion Huddle auch mobile Gruppengespräche. Huddle ist in die Google+App für Android-Smartphones und iPhones integriert und bündelt den Gruppenchat in einem für alle Teilnehmer einsehbaren Textfeld. Wollen sich mehrere Personen über das Handy unterwegs verabreden, müssen sie nicht mehr endlos SMS hin- und herschicken.

Fazit: Noch ist Google+ in der Testphase und nicht für jedermann geöffnet – die Unterschiede zu Facebook sind aber bereits deutlich: eine aufgeräumte Optik, verständliche Datenschutzeinstellungen und Funktionen, die über das Veröffentlichen und Teilen von Beiträgen hinausgehen. Google+ kombiniert bekannte Elemente von Facebook und Twitter – und wirkt dabei wie ein soziales Netzwerk mit integriertem Nachrichtendienst. Wer Googles E-Mail-Dienst oder das Fotoalbum Picasa bereits nutzt, dem verspricht Google+ mehr Komfort im digitalen Alltag. Ob Internetnutzer, die seit Langem intensiv bei Facebook oder Twitter aktiv sind, sofort zur Konkurrenz wechseln, ist derzeit aber eher fraglich.

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