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Wirt soll eine Million für Internet zahlen

Breitbandausbau Wirt soll eine Million für Internet zahlen

Zieht dichter Nebel durch den Harz, ist es vorbei mit dem Internet in der Pension The Cabin in Oderbrück bei Goslar. Dann blockieren die Wolken den Weg der Daten vom Satelliten in die abgelegene Siedlung. Für Gastwirt Timo Zacher ist das ein Problem, schließlich will er auf Online-Portalen seine Zimmer anbieten.

„The Cabin“ in Oderbrück/Harz – Erschließungskosten für Breitband-Internet: eine Million Euro.

Quelle: TheCabin

Oderbrück. „Im Moment verwaltet alles mein Schwager von Braunschweig aus“, sagt der Hüttenbetreiber. Ist ein Zimmer verfügbar, muss Zacher anrufen und die nötigen Informationen durchgeben. Ein Foto bei Facebook posten? Lebensmittel per Email bestellen? Je nach Wetter ist dies entweder unmöglich oder dauert extrem lange. „Im Moment zahle ich 120 Euro für einen Internetanschluss, der nicht funktioniert“, sagt Zacher. Seinen Betrieb versuche er so gut es ginge über einen Internet-Hotspot auf seinem Smartphone zu führen.

Um zu erfragen, ob er eine Chance auf einen Breitbandanschluss habe, wandte er sich an die Telekom. „Erst lautete eine vage Schätzung, das kostet mich etwa 8000 Euro“, sagt der Gastwirt. Er habe aber ein konkretes Angebot haben wollen. Bei einer erneuten Rückmeldung waren es dann 50.000 Euro. Und nachdem er noch einmal nachgehakt hatte, kam dann ein Schreiben zu ihm nach Hause. Die darin genannte Summe überraschte ihn: Der Anschuss ans Glasfasernetz soll eine Million Euro kosten.

Hüttenbetreiber Timo Zacher

Hüttenbetreiber Timo Zacher.

Quelle: Eggers/HAZ

„Es ist ein Indiz dafür, wie teuer Breitbandausbau ist“, sagt eine Telekomsprecherin. Für Kunden, die wie Timo Zacher nicht in einem Ausbaugebiet für Glasfaserverbindungen wohnten, habe die Telekom ein gesondertes Angebot. Die „Kosten, die dadurch entstehen, sind erheblich“, heißt es auf den Internetseiten der Telekom. Auch sei ein solches Vorhaben nicht mit einem herkömmlichen Anschluss an ein Glasfasernetz vergleichbar.

Zacher blickt währenddessen etwas verwundert etwa fünf Kilometer weiter nach Torfhaus. Dort würde den Gästen eine Breitbandverbindung ermöglicht. „Natürlich kann man verstehen, dass die Leute im Oberharz nicht ganz nachvollziehen können, warum Torfhaus schnelles Internet bekommt und der Rest nicht“, sagt Landkreissprecher Maximilian Strache. Der Ausbau müsse aber für die Telekommunikationsanbieter lukrativ sein. So komme es, dass Oderbrück bei aktuellen Fördermitteln von 1,35 Millionen Euro, die der Landkreis vom Land Niedersachsen erhalten habe, vorerst nicht berücksichtigt werden könne. Es sollen jedoch erneut Fördergelder aus dem Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) beantragt werden. Sofern diese genehmigt werden, werde geschaut, ob auch Oderbrück erschlossen werden könne, so Strache.

Von Nils Oehlschläger/HAZ/RND

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