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Nach Hass-Posting: Zalando stellt Azubi frei

Mann beleidigte Homosexuelle, Juden und Türken Nach Hass-Posting: Zalando stellt Azubi frei

Erneut haben hasserfüllte Facebook-Postings arbeitsrechtliche Konsequenzen: Der Versandhändler Zalando stellte einen Mitarbeiter frei, nachdem dieser im Internet gegen Homosexuelle, Juden und Türken gehetzt hatte.

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Zalando-Kartons (Symbolbild): Der Versandhändler hat einen Auszubildenden freigestellt, weil er auf Facebook gegen Homosexulle gehetzt hat.

Quelle: Jörg Carstensen/dpa

Erfurt. Die Initiative "Enough is enough! Open your mouth!" hatte Zalando über die Äußerungen des Mitarbeiters informiert. Screenshots der Kommentare liegen haz.de vor. Demnach schrieb der Auszubildende zum Beispiel: "Homosexualität ist keine genetische Veranlagung, sondern eine Krankheit. Lasst uns diesen Menschen helfen, in dem wir sie einfach erschießen." Und: "Leute heult nicht immer rum ich finde einfach das jede minderheit ihr recht auf diskriminierung hat also heul nicht rum wenn ich sage ich hasse schwule, neger, juden, türken usw. :D" (Die Rechtschreib- und Grammatikfehler wurden übernommen.)

"Das Verhalten des Kollegen hat in vielerlei Hinsicht gegen die Unternehmenswerte von Zalando verstoßen", teilte ein Sprecher des Versandhändlers am Montag dazu mit. "Wir distanzieren uns klar davon." Zalando stehe für eine vielfältige, offene und bunte Belegschaft. Das Unternehmen habe deshalb mit dem Auszubildenden das Gespräch gesucht. "Im Anschluss wurde der Mitarbeiter freigestellt", erklärte der Sprecher. "Weitere Schritte mit dem Betriebsrat laufen." Außerdem habe Zalando "dem Mitarbeiter verschiedene soziale Anlaufstellen genannt, die ihm hoffentlich helfen können, ein besseres Verständnis für seine Mitmenschen zu entwickeln". Nähere Angaben dazu machte der Sprecher nicht.

Hass-Postings auch von der Freundin

Nach Angaben von "Enough is enough" veröffentlichte auch die Freundin des Mannes hasserfüllte Kommentare auf Facebook. Sie habe unter anderem geschrieben: "Homosexuelle Menschen gehören getötet. Ist ja widerlich." Auch in diesem Fall sei der Arbeitgeber informiert worden, erklärte die Initiative. Die junge Frau habe gerade erst als Auszubildende in einem Altenpflegeheim angefangen, berichtete der "Tagesspiegel". Ihr sei wegen der Facebook-Kommentare fristlos gekündigt worden.

"Enough is enough" kämpft nach eigenen Angaben gegen Homophobie und Transphobie. Die Initiative hat für ihr Handel in beiden Fällen nicht nur Zustimmung erhalten, wie sie mitteilte. Eine Facebook-Nutzer habe zum Beispiel kritisiert, dass einem Menschen "wegen einer sicher dummen und unbedachten Äußerung" die Zukunft verbaut worden sei. "Ihre Worte sind keine 'Jugendsünde' Und auch kein 'Kavaliersdelikt'!", erklärte "Enough is enough" dazu. "Es ist und bleibt eine Straftat." Die Zukunft der Frau und des Mannes seien auch nicht verbaut. "Sie sind beide nicht zu alt, um nach- und umzudenken und aus ihren Fehlern zu lernen." Nach einem Bericht des "MDR Thüringen" arbeitete der Mann in Erfurt und die Frau in Heilbronn in Baden-Württemberg.

Vor etwa einer Woche hatte die AWO Thüringen eine Mitarbeiterin wegen einer ausländerfeindlichen Äußerung auf Facebook entlassen.

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