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Zehnjähriger Blogger testet Restaurants in seiner Heimat Baltimore

„Adventures of a Koodie“ Zehnjähriger Blogger testet Restaurants in seiner Heimat Baltimore

„Adventures of a Koodie“: Gibt es Kindermenüs? Knuspern die Pommes? Schmeckt das Schokoeis? Sind die Kellner nett? Darf ich fernsehen? Der zehnjährige Blogger Eli Knauer bewertet die Restaurants seiner Heimatstadt Baltimore ganz anders als die Erwachsenen – und hat schon 62.000 Leser.

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Zwerg­blogger Eli Knauer (10) bewertet die Restaurants seiner Heimatstadt Baltimore.

Quelle: Adventures of a Koodie

Wenn Restaurantkritiker Eli Knauer ein Lokal unter die Lupe nimmt, dann interessiert ihn nicht nur die Qualität der Speisen. Vielmehr stellt er sich folgende Fragen: Hat das Restaurant ein Kindermenü? Vielleicht sogar eine Spielecke? Wie gehen die Kellner mit Gästen um, die im Stehen gerade einmal über die Tischkante schauen können? Eli Knauer bewertet nicht nur die Küche, sondern auch die Kinderfreundlichkeit der Gastronomieszene seiner Heimatstadt Baltimore an der US-Ostküste. Tausende lesen seinen Blog.

Eli Knauer ist zehn Jahre alt. Der Junge bezeichnet sich selbst als „Koodie“, ein zusammengesetztes Wort aus „Kid“ und „Foodie“ – was eine englische Bezeichnung für Feinschmecker ist. Sein Blog „Adventures of a Koodie“ wurde bereits rund 62.000-mal aufgerufen, und seit lokale Medien in Baltimore und Umgebung über sein außergewöhnliches Hobby berichtet haben, werden es immer mehr. In mehr als 50 Restaurants hat Eli im vergangenen Jahr mit seinen Eltern und seinen beiden Geschwistern gegessen und anschließend Kritiken verfasst. Elis kleine Kritikerkarriere ist eine dieser Geschichten, die nur das Netz generiert.

Die Höchstnote beträgt fünf Sterne – jeweils für das Essen und für die Kinderfreundlichkeit. „Also einen Extra­bereich für Kinder oder Unterhaltung für Kinder wie Cartoons oder Filme, Kinderportionen und kindergerechte Speisen wie Pizza“, sagt Eli. Bei den Gerichten achtet der 1,20 Meter große Junge mit imposanter Brille und Harry-Potter-Frisur vor allem auf drei Dinge: „Die Saftigkeit des Fleisches, die Süße der Nachtische und die Zähigkeit des geschmolzenen Käses.“ Mit Abscheu erinnert er sich an einen miesen Taco-Laden: „Der war voller Fliegen!“

Bei vielen der Restaurants, die Eli mit seiner Familie besucht, würden professionelle Cuisine-Kritiker womöglich nicht einmal den Parkplatz betreten. Die kulinarische Welt des Grundschülers sind mit Neonröhren beleuchtete Pizzerien und Burger-Läden mit großen Flachbildschirmen an den Wänden, auf denen Basketball läuft. Kürzlich marschierte der Dreikäsehoch aber auch in Morton’s The Steakhouse. „Ein schickes Restaurant, weil die Leute Fliegen und schicke Chefhüte tragen“, urteilte Eli. Auf der Speisekarte stehen Thunfisch-Tartar, Lammkoteletts und Filet Mignon, doch Eli bestellte sich einen Bacon-Cheeseburger mit Pommes und eine Cola. Leicht verschreckt reagierte der Junge auf einen lebenden Hummer, der an einem Nebentisch zubereitet wurde. Sein Fazit: fünf Sterne für das Essen, aber nur 1,5 Sterne für die Kinderfreundlichkeit. Das Restaurant sei geeignet für „Kinder, die sich ruhig verhalten können, Kinder, die es chic mögen“.

Der Vorschlag, Blogger zu werden, kam von seiner Mutter Cheryl. Als Eli während der Sommerferien im August 2010 sagte, er wolle Restaurantkritiker werden, riet sie ihm, es doch erst mal mit einem Blog zu versuchen. „Wir haben dann damit angefangen, weil er Essen wirklich gern mag und anschaulich beschreiben kann“, sagt sein Vater. „Ich bin Fotograf, also mache ich die Bilder, und er postet sie dann in seinem Blog.“ Seine Texte schreibe Eli alle selbst.
Elis Vater glaubt, dass sein Sohn es weit bringen könne, wenn er sich seinem Hobby weiter so leidenschaftlich widme. „Als Teenager wird er sich aber weiterentwickeln müssen, weil er dann ein anderes Publikum haben wird“, sagt er. Um später in der Welt der Gourmetgrößen mitzuspielen, dürfte Eli seine Geschmacksnerven tatsächlich noch etwas trimmen müssen. Als sein Lieblings­gericht gibt der Cuisine-Knirps bislang Pizza an – „Pizza mit Bacon“.

Olivia Hampton

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