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Netzwelt Senioren singen Arschloch-Lied der Ärzte
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17:43 10.09.2015
Senioren singen Anti-Nazi-Lied der Ärzte: Einige Mitglieder der "Goldies" mussten "schon die erste Generation Nazis ertragen", wie sie berichten. Quelle: Die Goldies/Youtube/Screenshot
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Geldern

"Deine Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe", singen die Frauen und Männer. "Deine Springerstiefel sehnen sich nach Zärtlichkeit." Die meisten kennen die Zeilen schon auswendig, nur wenige schauen noch auf den Textzettel. "Du hast nie gelernt, Dich zu artikulieren. Und Deine Eltern hatten niemals für Dich Zeit." Und dann rufen etwa 20 Senioren laut und deutlich in die Kamera: "Arschloch."

Der Seniorenchor "Die Goldies" aus Geldern hat das Anti-Nazi-Lied "Schrei nach Liebe" aufgenommen, das Video davon veröffentlichte er am Mittwoch auf Youtube. "Aus aktuellem Anlass", sagte Marcel Grothues, der organisatorische Leiter des Chores, zu "Spiegel Online". "Schließlich singt bei uns eine Generation, die zum Teil noch die Nazis im Original miterlebt hat." Die jüngsten Mitglieder des Chores sind um die 70, die ältesten knapp 90.

Singen gegen Pegida

Mit dem Video möchten sie deshalb "ein deutliches Zeichen gegen rechte Ideologie setzen!", schreiben sie auf ihrer Homepage. Und sie wollen damit die "Aktion Arschloch" unterstützen: Die Initiative hat dafür gesorgt, dass viele Menschen das Lied der Ärzte von 1993 gekauft und heruntergeladen haben – um gegen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland zu protestieren. Die Einnahmen spenden die Ärzte an Pro Asyl.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Chor ein Rocklied singt. Wie "Die Goldies" auf ihrer Homepage schreiben, covern und interpretieren sie regelmäßig deutsche Rock- und Popsongs, zum Beispiel "Wir sind Helden", "Udo Lindenberg" oder "Nena". Den "Schrei nach Liebe" haben sie bereits vor zwei Jahren in ihr Programm aufgenommen – damals hätten sie damit gegen die Anfänge von Pegida demonstriert, erzählte Grothues.

Allerdings hätten sie vorher über den Text diskutiert: "Der Song ist in der Generation wegen des Wortes 'Arschloch' heikel", sagte Grothues "Spiegel Online". "Aber wir entscheiden so etwas immer demokratisch." Und deshalb rufen im Video alle: "Arschloch! Arschloch! Arschloch!"

wer

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