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Junge fleht: "Begrab' mich nicht"

#dontburyme erschüttert das Netz Junge fleht: "Begrab' mich nicht"

Als der sechsjährige Fareed bei einem Raketenangriff im Jemen schwer verletzt wird, fleht er den Vater an: "Begrab' mich nicht!" Ein Journalist filmt die Szene und veröffentlicht das Video. Jetzt ist der Junge tot – und könnte dadurch zu einem Symbol werden wie Aylan.

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Szene aus dem Video: Fareed wird von Ärzten behandelt, nachdem er bei einem Raketenangriff schwer verletzt worden ist.

Quelle: Mirror/Facebook/Ahmed Basha

Taizz/Hannover. Ohne Ahmed Basha hätte wahrscheinlich niemand von Fareed Shawki erfahren. Der Journalist war am 13. Oktober in der jemenitischen Stadt Taizz unterwegs gewesen, als er in der Nähe eine Explosion hörte, wie er dem britischen Rundfunk BBC erzählte. Eine Rakete habe ein Haus getroffen, vor dem Kinder spielten. Unter ihnen sei Fareed gewesen – und vor allem dessen Schicksal berührte den Journalisten.

Während die Ärzte den Jungen behandelten, habe der Sechsjährige vor Todesangst geweint und seinen Vater angefleht: "Begrab' mich nicht!", berichtete Basha, der die Szene filmte. "Ich war seinetwegen untröstlich, deshalb veröffentlichte ich das Video auf meiner Facebook-Seite." Und bewegte damit Menschen weltweit, zumal der Junge wenige Tage später tatsächlich starb und von seiner Familie begraben wurde.

Mittlerweile wurde das Video unzählige Male geteilt, auch der Mirror hat es auf seiner Seite veröffentlicht, der NDR berichtete ebenfalls darüber. In den sozialen Netzwerken bekunden Menschen ihre Anteilnahme mit dem Hashtag #DontBuryMe. Die BBC zitierte zum Beispiel einen jemenitischen Facebook-Nutzer: "Begrab mich nicht: Ein kleiner Junge bringt es auf den Punkt. Möge seine Seele und die Seele all der anderen Kinder, die grundlos sterben, Gnade finden."

In Jemen herrscht Bürgerkrieg. Die Huthi-Rebellen haben große Teile des Landes erobert, werden aber von einer internationalen Militärallianz unter der Führung Saudi-Arabiens bekämpft. In den vergangenen Monaten sollen mehrere Tausend Zivilisten getötet worden sein, mehr als 500 Kinder seien gestorben, sagte Mark Kaye vom Jemen-Büro der Organisation "Save the Children" auf Anfrage.

Die Vereinten Nationen setzen sich für Friedensverhandlungen ein. Saudi-Arabien und die verbündete jemenitische Regierung haben sich auch schon dafür ausgesprochen. Der Druck, sich mit den Rebellen zu einigen, könnte durch Fareeds Tod aber noch einmal steigen, vermutet die BBC: Denn das Video, in dem der Junge seinen Vater anfleht, ihn nicht zu beerdigen, könnte eine ähnliche Wirkung entfalten wie das Bild des toten Aylan am Strand von Bodrum.

wer

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