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Netzwelt Junge fleht: "Begrab' mich nicht"
Nachrichten Medien Netzwelt Junge fleht: "Begrab' mich nicht"
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20:57 21.10.2015
Szene aus dem Video: Fareed wird von Ärzten behandelt, nachdem er bei einem Raketenangriff schwer verletzt worden ist. Quelle: Mirror/Facebook/Ahmed Basha
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Taizz/Hannover

Ohne Ahmed Basha hätte wahrscheinlich niemand von Fareed Shawki erfahren. Der Journalist war am 13. Oktober in der jemenitischen Stadt Taizz unterwegs gewesen, als er in der Nähe eine Explosion hörte, wie er dem britischen Rundfunk BBC erzählte. Eine Rakete habe ein Haus getroffen, vor dem Kinder spielten. Unter ihnen sei Fareed gewesen – und vor allem dessen Schicksal berührte den Journalisten.

Während die Ärzte den Jungen behandelten, habe der Sechsjährige vor Todesangst geweint und seinen Vater angefleht: "Begrab' mich nicht!", berichtete Basha, der die Szene filmte. "Ich war seinetwegen untröstlich, deshalb veröffentlichte ich das Video auf meiner Facebook-Seite." Und bewegte damit Menschen weltweit, zumal der Junge wenige Tage später tatsächlich starb und von seiner Familie begraben wurde.

لا تقبروناش.. لا تقبروناش ! خاص : تعز سيتي : فيديو للشهيد الطفل فريد شوقي الذماري وهو يناجي من حولة ويقول لهم " لا تقبروناش ، لا تقبروناش " ، قبل ان يودع الحياة متأثراً بجراحة بسبب شظايا اصابتة بالراس ادخلتة في غيبوبة ليومين وبعدها استشهد وذلك اثر قذيفة حوثية اصابتة و 4 اخرين اثناء ماكان يلعب امام منزلة بالقرب من شارع الخياطين #Yemen Farid Shawqi Farooq, a five-year-old child from Taiz was happily playing with his peers next to his school at 26 St. on Oct 13, 2015 and all of a sudden, a Houthi Shell fell beside him and, sorrowfully, some pieces of shrapnel were rested in his head. What was sad enough is that once his father took him to the hospital, Fareed was innocently screaming : " Dad, do not bury me; Do not BURY ME ". Unfortunately, Fareed passed away after a surgical operation leaving his family full of sadness! His childish desire to live and the echo of his appealing phrase :" Do not bury me" are the only things left for us through which we could call for humanity of the world, if any! #do_not_bury_me #لاتقبروناش الرجاء النشر على اوسع نطاق وفضح جرائم الحوثيين .. * تصوير : عبدالحكيم مغلس ..

Gepostet von ‎مدينة تعز - Taiz City‎ am Samstag, 17. Oktober 2015

Mittlerweile wurde das Video unzählige Male geteilt, auch der Mirror hat es auf seiner Seite veröffentlicht, der NDR berichtete ebenfalls darüber. In den sozialen Netzwerken bekunden Menschen ihre Anteilnahme mit dem Hashtag #DontBuryMe. Die BBC zitierte zum Beispiel einen jemenitischen Facebook-Nutzer: "Begrab mich nicht: Ein kleiner Junge bringt es auf den Punkt. Möge seine Seele und die Seele all der anderen Kinder, die grundlos sterben, Gnade finden."

In Jemen herrscht Bürgerkrieg. Die Huthi-Rebellen haben große Teile des Landes erobert, werden aber von einer internationalen Militärallianz unter der Führung Saudi-Arabiens bekämpft. In den vergangenen Monaten sollen mehrere Tausend Zivilisten getötet worden sein, mehr als 500 Kinder seien gestorben, sagte Mark Kaye vom Jemen-Büro der Organisation "Save the Children" auf Anfrage.

Die Vereinten Nationen setzen sich für Friedensverhandlungen ein. Saudi-Arabien und die verbündete jemenitische Regierung haben sich auch schon dafür ausgesprochen. Der Druck, sich mit den Rebellen zu einigen, könnte durch Fareeds Tod aber noch einmal steigen, vermutet die BBC: Denn das Video, in dem der Junge seinen Vater anfleht, ihn nicht zu beerdigen, könnte eine ähnliche Wirkung entfalten wie das Bild des toten Aylan am Strand von Bodrum.

wer

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