Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Gewitter

Navigation:
17-Jähriger lädt 20.000 Gäste zu Facebook-Party ein

Ahrensburg 17-Jähriger lädt 20.000 Gäste zu Facebook-Party ein

Riesenspaß oder grober Unfug? Immer wieder laden zumeist junge Menschen über das Internet Tausende zu Massenpartys ein. Dieses Modephänomen stellt die betroffenen Kommunen vor erhebliche Probleme. Jetzt hat ein 17-Jähriger 20.000 zur Feier nach Ahrensburg in Schleswig-Holstein eingeladen.

Voriger Artikel
Microsoft bietet Nutzern nun doch Vorabwiderspruch
Nächster Artikel
Jörg Kachelmann kämpft um seine Ehre

Am vergangenen Wochenende strömten rund 1600 "Gäste" nach Hamburg-Bramfeld, nachdem die 16-Jährige Thessa aus Versehen eine Einladung zu ihrer Geburtstagsfeier bei Facebook veröffentlicht hatte.

Quelle: dpa

Ahrensburg. Nach der aus dem Ruder gelaufenen Geburtstagsfeier der 16-jährigen Thessa in Hamburg droht nun auch in Ahrensburg eine Facebook-Party. Laut Medienberichten hat ein Jugendlicher aus Pinneberg zu seinem 18. Geburtstag am Freitag im Internet 20.000 Menschen auf die Schlosswiese in Ahrensburg in Schleswig-Holstein eingeladen. Die Stadt rechne mit 1500 bis 5000 Teilnehmern und bereite sich zusammen mit Polizei, der Schlossverwaltung und den Rettungsdiensten auf die Party vor, sagte Stadtsprecherin Birgit Reuter. In Ahrensburg findet am Pfingstwochenende ein Stadtfest mit rund 40.000 Besuchern statt.

Die Polizei sieht der Facebook-Party gelassen entgegen. "Aufgeregtheit hilft nicht weiter. Wir gehen davon aus, dass der überwiegende Teil der Gäste friedlich feiern wird", sagte der Chef der Ahrensburger Polizei, Rolf Meyer, am Donnerstag. Dennoch bereite sich die Polizei in Abstimmung mit der Ordnungsbehörde der Stadt auch auf mögliche Zwischenfälle vor und habe zusätzliche Einsatzkräfte angefordert. Wie viele Beamte im Einsatz sein werden, wollte Meyer nicht sagen.

Der junge Pinneberger, der zu der Riesenparty eingeladen hat, hat wohl Ärger vorhergesehen. Er verbreitete laut Medienberichten die Einladung unter falschem Namen und erklärte darin, dass er keine Haftung übernehmen werde. Für Bürgermeister Michael Sarach macht er sich die Sache damit zu einfach. Kein Veranstalter könne mit einer solchen Erklärung Haftungsansprüche der Stadt gegen sich ausschließen, erklärte der Verwaltungschef.

Stadtsprecherin Reuter sagte: "Wir haben bereits erste Hinweise auf die Person des Veranlassers dieser Massenparty und werden ihm die Kosten für die Sicherungs- und Vollstreckungsmaßnahmen in Rechnung stellen." Außerdem drohten ihm Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, unerlaubter Straßensondernutzung und Beeinträchtigung des Straßenverkehrs, sagte sie.

Immer wieder sorgen über das Internet initiierte Massenpartys für Aufregung. Im Juni 2009 lud ein damals 26-Jähriger aus Schleswig im Internet zu einer Strandparty auf Sylt ein. Rund 5000 junge Menschen kamen und feierten, dabei kam es zu Alkoholexzessen und Schlägereien. Weil sich der Initiator weigerte, die Kosten von rund 40.000 Euro zu tragen, kam es zum Prozess.

Am vergangenen Wochenende strömten rund 1600 "Gäste" nach Hamburg-Bramfeld, nachdem die 16-Jährige Thessa aus Versehen eine Einladung zu ihrer Geburtstagsfeier bei Facebook veröffentlicht hatte. Anfang dieser Woche kursierte im gleichen Netzwerk eine Einladung an mehrere tausend Menschen zu einer zweitägigen Party im Ostseebad Timmendorfer Strand. Diese für September geplante Party sei aber inzwischen abgesagt worden, sagte der Bürgermeister der Gemeinde, Volker Popp.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Hamburg
Foto: Facebook-Fans feiern in Hamburg auf der Straße vor dem Haus von Thessa mit Schilden und Verkleidung.

Mit „We love Thessa“-Bannern im Gepäck, Ghettoblaster unterm Arm und Bierflaschen in der Hand feierten 1600 Facebook-Nutzer in Hamburg ausgelassen den Geburtstag der 16-jährigen Thessa. Dabei waren sie nicht eingeladen - und kannten Thessa nicht einmal.

mehr
Mehr aus Medien
Augenblicke: Bilder aus Hannover und der Welt

Klicken Sie sich durch spektakuläre Fotos – ausgewählt von der HAZ-Redaktion.

Die Karikatur des Tages

So sehen unsere Karikaturisten die Welt.