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Das war die erste Frage an "Dr. Sommer"

60 Jahre "Bravo" Das war die erste Frage an "Dr. Sommer"

In 60 Jahren "Bravo" haben sich die Probleme von Jugendlichen kaum verändert. Noch heute wenden sich viele Mädchen und Jungen hilfesuchend an "Dr. Sommer". Eine Auswahl von Fragen um Liebe und Sex aus den vergangenen Jahrzehnten.

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So sah die Rubrik "Dr. Sommer" früher aus: eine undatierte Aufnahme aus der "Bravo".

Quelle: Bauer Media Group/BRAVO/dpa

München. Seit fast 50 Jahren ist "Dr. Sommer" eine Institution in der "Bravo". Ein Team beantwortet unter diesem Namen Fragen von Jugendlichen. Die erste "Sprechstunde" gab es im Jahr 1969. Damals hatte sich eine 13-Jährige in den Busfahrer verliebt. "Was soll ich tun?"

300 Anfragen an "Dr. Sommer" am Tag

Noch heute kommen nach Angaben von "Bravo"-Chefredakteurin Nadine Nordmann 300 Anfragen pro Woche an. "Die Probleme der Leser haben sich grundsätzlich nicht verändert", sagt sie. "Jugendliche stellen sich in der Pubertät erneut dieselben Fragen: "Bin ich normal?", "Ist mein Penis zu klein?", "Sind meine Brüste zu groß?".

60 Jahre "Bravo"

Starschnitte, Boyband-Poster, "Dr. Sommer": Die Highlights aus 60 Jahren "Bravo" sehen Sie in unserer Bildergalerie.

Es gebe aber immer auch Themen, die wegfallen und durch neue ersetzt werden. "Die Frage 'Soll ich meinem Freund Nackt-Selfies schicken?' hätte vor 20 Jahren keiner gestellt", erklärt Nordmann. Eine Rangliste der häufigsten Fragen führt der Bauer Verlag zwar nicht, hier aber einige Eindrücke aus fast fünf Jahrzehnten Aufklärung:

  • "Was ist Petting?" (1971)
  • "Wie komme ich an meinen Traumboy ran?" (1988)
  • "Wegen meiner Schwitzhände habe ich Angst vor der Tanzschule" (1988)
  • "Meine Mutter hat mein Sparbuch versteckt" (1988)
  • "Wieso ist Sex erst ab 14 erlaubt?" (2003)
  • "Ich will die Pille. Soll ich das der Frauenärztin gleich sagen?" (2009)
  • "Ich bin immer in doofe Jungs verliebt" (2009)
  • "Ich hatte eine Erektion am Badesee" (2012)
  • "Warum ist mein Penis so dunkel?" (2016)
  • "Mein Freund müffelt" (2016)

Den ersten Brief an "Dr. Sommer" und die Antwort hat der "Spiegel" einmal veröffentlicht. Demnach schrieb das Mädchen, das sich in einen Busfahrer verliebt hatte: "Ich bin 13 Jahre alt. Man sagt, dass ich jetzt im Schwarmalter sei. Das stimmt. Aber ich habe beim Schwärmen den Kopf verloren." Sie habe mit ihrer Freundin an einer Haltestelle gewartet. "Da hat es mich dann auch erwischt." Der Busfahrer habe sie und ihre Freundin angesprochen. "Er sagte nur 'Guten Tag' und 'Wie geht es euch'. Aber wir schwebten im siebten Himmel." Später habe er aber nicht mehr mit ihnen gesprochen. "Er hielt uns wohl für unanständig, albern und blöde, was ich ja auch wirklich war." Sie würde ihm gerne erklären, dass sie ganz anders sei. "Ich habe oft mit dem Vorsatz den Bus bestiegen: Heute entschuldigst du dich. Aber ich habe dann kein Wort herausgebracht. Was soll ich nur tun?"

Die Antwort von "Dr. Sommer" war, wie der "Spiegel" berichtete: "Liebe Kathrin, was Dich – und sicher auch Deine Freundin – jetzt bewegt, erleben die meisten Mädchen in Deinem Alter. Ihr schwärmt für Männer, die wie Väter, d.h. umsichtig, verantwortungsbewusst und lebenserfahren sind. Ein Busfahrer an einer Endstation ist so etwas wie ein Kapitän im Hafen. (...) Deswegen brauchst Du Dich aber nicht zu schämen, und niemand soll es Dir übelnehmen. Du brauchst Dich deshalb auch nicht zu entschuldigen."

dpa/RND/dpa/wer

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