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Medien ARD präsentiert erneuerte „Inspektor Barbarotti“-Verfilmung
Nachrichten Medien ARD präsentiert erneuerte „Inspektor Barbarotti“-Verfilmung
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19:21 13.04.2011
In skandinavischer Landschaft: Barbarotti (Anders W. Berthelsen, rechts) will dem erblindeten Motorrad-Rocker Roffe (Markus John) einen Gefallen tun. Quelle: ARD

Ein dicker Brocken für Inspektor Barbarotti: Wer könnte in dieser Welt einen Grund haben, Menschen umzubringen, die etwas mit ihm zu tun haben? Barbarotti, Romanheld des schwedischen Krimi-Autors Håkan Nesser, hat festgestellt, dass sich irgendwer quer durch seine Umwelt mordet – und jedes Opfer steht in irgendeiner Beziehung zu ihm. Wer könnte das sein? Was hat er diesem Täter angetan? Und wann ist er selber an der Reihe?

„Håkan Nessers Inspektor Barbarotti – Verachtung“, am heutigen Donnerstag in der ARD zu sehen, ist nach „Mensch ohne Hund“ im vergangenen Jahr die zweite Barbarotti-Verfilmung von Produzentin Katharina Trebitsch, mit neuem Regisseur und neuem Hauptdarsteller. Regisseur Jörg Grünler wurde vom „Tatort“-erprobten Finnen Hannu Salonen („Tango für Borowski“) abgelöst, „Barbarotti“ Sylvester Groth vom hierzulande in seiner Heimat als Film- und Bühnenstar gefeierten Dänen Anders W. Berthelsen („Italienisch für Anfänger“). An seiner Seite ist Trine Dyrholm („In einer besseren Welt“) als Eva Backman zu sehen.

Die Gründe für den Wechsel: „Es hatte Kritiken gegeben, und wir nehmen Kritiken ernst“, sagt Trebitsch. „Die Vier-Millionen-Zuschauer-Quote hätte zwar gereicht, um weiterzumachen. Aber wir wussten zugleich: Wir müssen anders weitermachen, um uns in der sehr großen Konkurrenz der Skandinavien-Krimis zu behaupten.“

Das Rezept: so skandinavisch zu sein wie möglich. Trebitsch: „Ich habe bei meinen Donna-Leon-Verfilmungen gezeigt, dass auch deutsche Schauspieler in ausländischen Rollen durchaus authentisch wirken können. Der Unterschied: In den Donna-Leon-Filmen ist der eigentliche Hauptdarsteller Venedig. Bei Nesser sind die schönen skandinavischen Landschaften eine attraktive Zugabe. Die Hauptrolle nehmen jedoch die Charaktere ein.“ Und der Zuschauer, auch das ein Vorteil, sieht ganz neue, unverbrauchte Gesichter.

Aber nicht nur optisch erlebt man einen etwas anderen Barbarotti. Der von Sylvester Groth war ein stinkfauler Hund gewesen, der die Fälle nur deshalb so rasch wie möglich lösen wollte, um wieder in Ruhe fischen gehen zu können. Zwischendurch führte er ruppige Zwiegespräche mit dem lieben Gott, der ihm nicht jede Sünde durchgehen lassen wollte. Dieses Moment entfällt diesmal.

„Das war recht hübsch, hatte aber auf die Dauer keine Substanz“, sagt Trebitsch. Allerdings darf auch Barbarotti-Darsteller Berthelsen einen Inspektor zeigen, der gelegentlich mal vor Angst schlottert. Und mit seiner halbwüchsigen Tochter wird er auch nicht richtig fertig. Er bleibt also ein Antiheld, ein Mensch wie viele, den jetzt nur noch das breite Krimi-Publikum als etwas anderen Ermittler made in Scandinavia akzeptieren muss.

Paul Barz

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