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Fernsehen auf Sparflamme

ARD und ZDF müssen Millionen einsparen


Die ARD-Sender und das ZDF müssen kräftig sparen: Das liegt vor allem daran, dass immer weniger Zuschauer und Radiohörer die volle Rundfunkgebühr zahlen.
Die „Tatort“-Kommissare Keppler (Martin Wuttke) und Saalfeld (Simone Thomalla) aus Leipzig haben 2011 mehr Freizeit: Der MDR will weniger Folgen seiner Krimireihen produzieren, um Geld zu sparen.

Die „Tatort“-Kommissare Keppler (Martin Wuttke) und Saalfeld (Simone Thomalla) aus Leipzig haben 2011 mehr Freizeit: Der MDR will weniger Folgen seiner Krimireihen produzieren, um Geld zu sparen.

© MDR

Von 2009 bis 2012 summieren sich die Ausfälle auf 204 Millionen Euro, wie die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) festgestellt hat. Der Zwang zum Sparen wird im Programmangebot sichtbar: Der MDR streicht sogar ganze Sendungen.

Das Sparpaket des Mitteldeutschen Rundfunks ist nicht ohne. 2011 müssen zehn Millionen Euro eingespart werden. Das vom Direktorium beschlossene Sparpaket trifft nach Angaben eines Sprechers alle Unternehmensbereiche. Statt der geplanten sechs werden nur fünf Folgen für die ARD-Krimireihen „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ gedreht. Im MDR-Fernsehen fallen die Sendungen „JoJo Das JobJournal“ und „Schau ins Land“ dem Rotstift zum Opfer. Im Radioprogramm wird die „ARD-Nacht der Hörbücher“ gestrichen. Insgesamt muss der Sender nach eigenen Angaben bis 2016 115 Millionen Euro einsparen.

Das Sparprogramm wirkt erst einmal seltsam – wurden doch die Rundfunkgebühren zuletzt zum 1. Januar 2009 um 95 Cent auf 17,98 Euro im Monat erhöht. Diese Höhe gilt bis Ende 2012, ab 2013 soll die Gebühr durch eine Haushaltsabgabe ersetzt werden. Doch bis dahin sinkt das Gebührenaufkommen laut GEZ (Gebühreneinzugszentrale) um zehn bis 15 Prozent. Der Grund hat nichts mit dem Fernsehen, aber viel mit der Veränderung der Gesellschaft zu tun: Immer mehr Menschen werden aus sozialen Gründen von der Zahlung der Rundfunkgebühren befreit, der Bevölkerungsrückgang führt ebenfalls zu Einnahmeausfällen, und viele zahlen nur noch die Pauschale für PC.

Die „Gesamterträge“ der ARD sinken laut KEF 2011 um einen Prozentpunkt auf 6,16 Milliarden Euro. Das ZDF rechnet 2011 mit 2,04 Milliarden Euro, das sind 1,3 Prozent weniger als 2010. Die Sender kalkulieren mit sinkenden Einnahmen aus Werbung und Sponsoring, die derzeit bei jährlich 450 Millionen Euro liegen.

Die ARD musste nach Angaben ihres Vorsitzenden Peter Boudgoust die Etats für Sportrechte und Spielfilme bis Ende 2012 um je 20 Millionen Euro kürzen. Einsparungen sollen zu einem großen Teil bei den Personalkosten erzielt werden. 2012 werde es 4000 weniger Festangestellte geben als noch 1993, erklärte Boudgoust, der Intendant des Südwestrundfunks (SWR) ist.

Beim SWR gehen von 2013 bis 2020 etwa 1000 Beschäftigte in den Ruhestand. Der Sender werde bis 2020 mindestens 15 Prozent seiner Kosten einsparen, erklärte Boudgoust. 2011 würden vor allem übergeordnete Etats der Intendanz, der Verwaltungsdirektion und der Direktion Technik und Produktion gekürzt. Danach seien aber nachhaltige Einschnitte in einzelnen Programmbereichen unausweichlich.

Beim Bayerischen Rundfunk (BR) muss dieses Jahr eine Lücke von 16 Millionen Euro aus Rücklagen gedeckt werden. Der Etat wurde auf 997 Millionen Euro gekürzt. Die Zahl der Gebührenzahler sinke jedes Jahr um etwa ein Prozent, und der BR finanziere sich zu 90 Prozent aus Gebühren, erklärte BR-Sprecher Axel Stehle. „Wir bemühen uns so zu sparen, dass die Zuschauer das nicht am Programm merken.“ Entlassen werde niemand. Der Hessische Rundfunk (hr) plant Einsparungen von 64 Millionen Euro bis 2013. Der NDR rechnet mit Kürzungen um 50 Millionen. Intendant Lutz Marmor sagte, früher sei bei Verwaltung und Produktion gespart worden. „Jetzt müssen auch unsere Fernseh- und Hörfunkprogramme einen Beitrag zum Sparen leisten.“

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) erwägt, im Fall von Sparzwängen zwei der sechs Radioprogramme einzustellen und im Regionalfernsehen mehr Programme anderer ARD-Sender zu übernehmen.

Radio Bremen muss nach Angaben von Intendant Jan Metzger 3,5 Millionen Euro bis 2013 einsparen. Darum seien weitere Einschnitte nötig, die man leider auch im Programm spüren werde. Der Saarländische Rundfunk (SR) hat unterdessen in diesem Jahr die Stellenzahl um 17 auf 564 abgebaut und will sie weiter reduzieren. „Die für das Programm verfügbaren Mittel werden absehbar geringer werden“, teilte der SR mit. Vom Westdeutschen Rundfunk war bisher noch keine Stellungnahme zu möglichen Sparvorhaben erhalten.

ap

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  • NDR-Arroganz gast – 27.07.10
    Es ist wirklich 'übel', wie die Hamburger NDR-Beamten sich belobhudeln. Vor 20 Jahren hatte NDR schon 'fertig'; nach dem Mauerfall konnte NDR mit Ost-Claqueuren weiter schönen Schein vortäuschen.

    Hier in Hannover zeigt ein Vergleich mit WDR-Programmen, wie 'hohl' NDR ist. Verzichtbar. Da nutzt auch die schöne Mediaanalyse nicht, dass NDR1Niedersachsen der meist gehörte Sender ist. Trauerspiel, was aus NDR2 geworden ist.

    Wer sparen will, muss den gesamten ö.-r. Rundfunk neu aufstellen. Länderanstalten abwickeln, Programmauftrag "Grundversorgung" neu definieren.
  • ARD und ZDF müssen Millionen einsparen olan – 27.07.10
    Verwaltung schafft immer noch mehr Verwaltung. So viele öffentlich-rechtliche Sendeanstalten braucht dieses Land ebenso wenig wie 16 Bundesländer. Hauptzweck ist nicht die Meinungsvielfalt, sondern das Sichern von Pfründen auf Kosten des Steuerzahlers. Weniger wäre auch hier mehr.
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    Da wirbt ein Sender, wie der NDR mit: Das Beste am Norden. Der größte Witz der Rundfunkgeschichte, weil dieser Sender nur und ausschließlich Marketing für Hamburg macht und 60% der Gebührenzahler aus Niedersachsen verarscht.
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  • ARD SIMPLE – 26.07.10
    Wann wird endlich diese Hamburger Sendebörde NDR abgeschafft? Da gibt es doch richtig gute Alternativen.
  • Öffentlich-Rechtliche Sender Nur Privatsender – 26.07.10
    Es wird höchste Zeit, diese ARD abzuschaffen, insbesondere die 3. Proramme - Kudidentsender Zielgruppe 60 +
  • Komisch Boris – 26.07.10
    das angeblich weniger Gebühren reinkommen. Wurde doch erst letztens die Abgabe auf "neuartige Rundfunkgeräte" für Firmen eingeführt. Auf der Arbeit hat man aber besseres zu tun als Fernsehen mit dem Computer zu schauen. Blanke Abzocke! Wenn es jetzt eine Haushaltsabgabe gibt warum wird die teure GEZ nicht aufgelöst und die Gebühren einfach mit den Müllgebühren von der Gemeinde kassiert?
  • Nicht jammern! - Sparen; und zwar radikal! gast – 26.07.10
    'Sparen' ist so einfach:

    Von Österreich lernen: Digitale Satellitensignale verschlüsseln.

    Den öffentlich-rechtlichen Programmauftrag 'Grundversorgung' neu definieren:

    Nur 1 bundesweites TV-Programm. ARD oder ZDF privatisieren. Alle III.-TV-Regionalprogramme auf ein 'Fenster'-Programm eindampfen.

    ##############

    'Ärgerlich', dass man hier in Hannover über Analog-Satellit die Regionalprogramme um 18 Uhr und "Niedersachsen 19.30" nicht direkt empfangen kann. - Digitales DVB-T-Überallfernsehen? - Auch 'Kacke': WDR-Regional wird nicht übernommen, mit NDR-Schrott überblendet.
  • Jammern icke – 26.07.10
    Da wird mal wieder auf ganz hohem Niveau gejammert.
  • Rückerstattungspflichtige Programme Bürger – 26.07.10
    Sender legen auch Gebührengelder an - auf der Bank- damit sie sich vermehren. So wird mit Gebühren/Zwangsabgabe öffentliches Geld abgesichert.

    Die, die mit den Gebühren wirtschaften, geht es nicht um Qualitätsprogramme, sondern um die Absicherung ihrer Einflussnahme und Macht. Man kann dieses grauenerregende mediale Niveau als Bürger auch nicht mehr ertragen. Mechanisiert, werden wir ständig einer Art Gehirnwäsche ausgesetzt. Von allen Seiten werden uns die Angebote emotionalisiert aufgedrängt, die keiner braucht. Die Funktion dieser Massenmedien ist es, das Publikum zu unterhalten und zu verblöden.
  • GEZ Toky – 26.07.10
    ARD und ZDF sollen aufhören zu jammern, schließlich schmeißen die genug Geld aus dem Fenster!

    Nein zur Zwangsabgabe!
  • Millionen sparen !?!?!?!?! Zuschauer – 25.07.10
    Wo soll denn noch gespart werden? Es gibt doch fast nur noch Sportsendungen, Volksmusik oder Uralt-Filme. Ich frage mich, wofür wir denn überhaupt noch GEZ-Gebühren zahlen sollen! Sehr gute Filme gibt es zu Zeiten, in denen jeder normale Mensch schläft.

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