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Berlusconi-Zeitung verschenkt "Mein Kampf"

"Il Giornale" Berlusconi-Zeitung verschenkt "Mein Kampf"

Die konservative italienische Tageszeitung "Il Giornale" ist für ihre kritische Haltung zum Thema Einwanderung bekannt. Umso schockierender wirkt die Aktion der Samstagsausgabe: Leser bekamen ein Gratisexemplar von Hitlers "Mein Kampf". In Italien herrscht Empörung über die Aktion.

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Quelle: Matthias Balk/dpa (Symbolbild)

Rom. Die italienische Tageszeitung "Il Giornale" hat mit der Gratis-Verteilung von Hitlers Hetzschrift "Mein Kampf" Entrüstung ausgelöst. Leser erhielten eine italienische Übersetzung von "Mein Kampf", wenn sie gemeinsam mit der Samstagsausgabe einen Band des amerikanischen Historikers William Shirer über den Nationalsozialismus erwarben. "Ich finde es widerwärtig, das eine italienische Tageszeitung heute Hitlers 'Mein Kampf' verschenkt", schrieb Ministerpräsident Matteo Renzi im Kurznachrichtendienst Twitter. "Meine herzliche Umarmung für die jüdische Gemeinschaft", fügte er hinzu.

Der Chefredakteur der konservativen Tageszeitung, Alessandro Sallusti, verteidigte die verlegerische Maßnahme als "echtes Gegenmittel gegen nationalsozialistisches Gift". Italienische Tageszeitungen bemühen sich regelmäßig, ihre Auflagen zu erhöhen, indem sie einzelnen Ausgaben gratis Bücher beilegen. Der Präsident der jüdischen Gemeinden Italiens, Renzo Gattegna, bezeichnete die Aktion der im Besitz der Berlusconi-Familie befindlichen Zeitung als "unanständig". Sie habe nichts mit den vorgeblichen Bildungszielen zu tun. Auch die israelische Botschaft äußerte sich überrascht über die Beigabe von "Il Giornale".

Die Zeitung ist für ihre ablehnende Haltung gegenüber Einwanderern bekannt. Sie hat eine Auflage von 200.000 Exemplaren und gehört dem Bruder des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Nach übereinstimmenden Medienberichten handle es sich um eine Version von "Mein Kampf" aus dem Jahr 1937, die von dem Historiker Francesco Perfetti kommentiert wurde.

epd/jos

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