Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Medien "Bild" darf Facebook-Hetzer bloßstellen
Nachrichten Medien "Bild" darf Facebook-Hetzer bloßstellen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:38 03.12.2015
Bei Facebook werden oft Hasskommentare gepostet. Quelle: dpa
Anzeige

Der Presserat hat die Beschwerden über den umstrittenen Facebook-Pranger der „Bild“-Zeitung als unbegründet verworfen. Das Gremium teilte am Dienstagabend mit, die Berichterstattung von „Bild“ und „Huffington Post“ über fremdenfeindliche Äußerungen bei Facebook sei zulässig. Das gelte auch für die Veröffentlichung der Namen und Profilbilder.

„Bild“ und Bild.de hatten unter der Überschrift „Bild stellt die Facebook-Hetzer an den Pranger“ Kommentare von Nutzern mit Namen und Foto veröffentlicht. Die „Huffington Post“ zeigte eine Sammlung der aus ihrer Sicht schlimmsten Kommentare ebenfalls mit Profilbildern und Namen unter dem Titel „Hier sprechen die Hassfratzen“. Insgesamt 38 Leser hatte sich über die Veröffentlichungen beschwert und Persönlichkeitsrechtsverletzungen und Diffamierungen kritisiert.

Rüge für die Abendzeitung

Der Beschwerdeausschuss 2 des Presserats kam zu dem Schluss, die Berichterstattung sei zulässig. Es habe sich nicht um private, sondern um politische Äußerungen der Nutzer in öffentlichen Foren gehandelt, teilte der Rat mit. Daran bestehe ein öffentliches Interesse, das die Persönlichkeitsrechte überlagere. Die Einordnung als „Hassfratzen“ wertete der Presserat als eine zugespitzte Meinungsäußerung, die sich im Rahmen der presseethischen Grenzen bewegt.

Eine Rüge erhielt dagegen die „Abendzeitung“ für ihre Online-Berichterstattung über die Ermordung einer US-Fernsehmoderatorin. Die Redaktion veröffentlichte ein Video, in dem die tödlichen Schüsse gezeigt wurden.

Von Nina Gödeker

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema
Netzwelt Polizei durchsucht Wohnungen - Razzia wegen Hass-Kommentaren im Netz

Die Berliner Polizei geht gegen Hetzer im Netz vor: Sie durchsuchte am Donnerstag mehrere Wohnungen in der Hauptstadt und beschlagnahmte Smartphones sowie Computer.

12.11.2015
Netzwelt Kritik von Rechtsextremismusexperten - "Internetpranger stellen Menschen bloß"

Blogs wie "Perlen aus Freital" sammeln Posts von fremdenfeindlichen Facebook-Nutzern, deren Namen und Arbeitgeber. Ein legitimes Mittel? Nein, findet Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Amadeu-Antonio-Stiftung. "Die Internetseiten bedienen sich dabei der Methoden des Neonazis."

03.09.2015

Weil Facebook die Internethetze nicht löscht, veröffentlicht der Blog "Perlen aus Freital" fremdenfeindliche Facebook-Posts – mit dem Klarnamen und teils dem Arbeitgeber der Urheber. Das hat weitreichende Folgen: Einige Männer haben bereits ihre Jobs verloren.

03.09.2015
Medien 150 Stellen sollen wegfallen - "Der Spiegel" will sparen – und wachsen

"Der Spiegel" hat sich ein umfangreiches Sparprogramm verordnet. Bis Ende 2016 will der Verlag rund 150 Stellen streichen. Gleichzeitig plant er aber auch zahlreiche Neuerungen in seinen Print- und Digitalprodukten, um sich für die Zukunft aufzustellen.

01.12.2015
Medien Erfolgreichster Album-Start seit acht Jahren - Adele bricht Rekord

Die britische Sängerin Adele stellt mit ihrem neuen Album neue Rekorde auf: 263.000 Mal verkaufte sich "25" hierzulande in den ersten sieben Tagen. Das ist der erfolgreichste Album-Start seit acht Jahren. Der letzte Künstler, der das geschafft hat, war ein Deutscher.

27.11.2015
Medien Neue Intendanz gesucht - RBB-Chefin Reim geht vorzeitig

Als erste von bisher drei ARD-Intendantinnen hat Dagmar Reim in Berlin Geschichte geschrieben. Im Sommer beendet sie ihre dritte Amtszeit an der Spitze des RBB vorzeitig. Aus privaten Gründen.

26.11.2015
Anzeige