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Medien Britischer Premierminister soll wegen Murdoch-Affäre zurücktreten
Nachrichten Medien Britischer Premierminister soll wegen Murdoch-Affäre zurücktreten
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11:54 19.07.2011
Premierminister David Cameron gerät unter Beschuss. Quelle: dpa
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London

Die Geburtstagseinladung war von der Downing Street zunächst verschwiegen worden.Vor der Anhörung Rupert Murdochs am Dienstagnachmittag wurden nun erste Rücktrittsforderungen an Premierminister David Cameron laut. „Wann tut der zwielichtige Dave endlich das, was sich gehört, und tritt zurück?“, sagte der Labour-Parlamentarier Dennis Skinner. Sein Parteifreund Gerald Kaufman fragte: „Sollte der Premierminister nicht seine Position überdenken?“

Auch aus seiner eigenen konservativen Partei wurde Kritik an Cameron geäußert, weil er trotz der Affäre seine geplante Reise nach Südafrika antrat. Der Regierungschef musste den Besuch nun verkürzen und sollte bereits am Dienstagnachmittag nach London zurückkehren. Am Mittwoch will er im Parlament sprechen. Die Parlamentsferien wurden eigens um einen Tag hinausgezögert. Am Montag hatte Innenministerin Theresa May für Cameron in die Bresche springen müssen.

Rebekah Brooks, die am Dienstag ebenfalls vor Parlamentariern aussagen sollte, war von 2000 bis 2003 Chefredakteurin des inzwischen eingestellten Blatts „News of the World“. Dessen Reporter hatten die Telefone von 4000 Prominenten, Verbrechensopfern, Hinterbliebenen und Soldatenwitwen illegal abgehört.

Bereits am Montag war Cameron vom zurückgetretenen Scotland-Yard-Chef Paul Stephenson in Bedrängnis gebracht worden. Stephenson hatte seinen Rücktritt damit begründet, dass er den stellvertretenden Chefredakteur der Skandalzeitung „News of the World“, Neil Wallis, als Medienberater eingestellt hat. Cameron hatte mit Andy Coulson sogar dessen Chef als Regierungssprecher eingestellt, obwohl dieser bereits als Chefredakteur wegen der Affäre zurückgetreten war.

Am Montag starb überraschend der Hauptbelastungszeuge gegen Coulson. Der Journalist Sean Hoare wurde tot in seiner Wohnung gefunden. Zeichen für ein Verbrechen gebe es nicht, teilte die Polizei mit. Hoare hatte im vergangenen Jahr in einem Interview der „New York Times“ erklärt, Coulson habe vom Anzapfen der Telefone nicht nur gewusst, sondern ihn persönlich sogar angestiftet, „die schwarzen Künste“ zu nutzen.

dpa

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