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Biard verteidigt umstrittene Aylan-Karikatur

Chefredakteur von "Charlie Hebdo" Biard verteidigt umstrittene Aylan-Karikatur

"Satire muss einen Schock provozieren": Der Chefredakteur des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo", Gérard Biard, hat Karikaturen seiner Zeitung zum Tod des Flüchtlingsjungen Aylan verteidigt.

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"Wir wurden zu Helden" – aber unfreiwillig: In Potsdam erinnerte Gerard Biard an den Anschlag auf "Charlie Hebdo" im Januar.

Quelle: afp

Potsdam. Die Zeichnungen machten sich nicht über den Tod des Kindes lustig, sagte er am Donnerstag bei der Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium in Potsdam. "Satire muss einen Schock provozieren." Ansonsten sei es keine gute Karikatur. Satire zeige die Realität. In der Karikatur lag der tote Junge am Strand. "So nah am Ziel", stand darüber, und hinter Aylan war eine Werbetafel von McDonald's zu sehen, auf der zwei Kindermenüs zum Preis von einem angeboten wurden.

Die Veröffentlichung der Karikaturen zu dem ertrunkenen Flüchtlingsjungen aus Syrien hatte eine Kontroverse hervorgerufen. Vor allem in sozialen Netzwerken gab es viel Kritik. Biard sagte, man müsse mit Karikaturen nicht einverstanden sein. Er verurteilte aber Hass-Kommentare: Man könne anderer Meinung sein, aber zu Mord aufzurufen sei ein Verbrechen.

"Wir wurden zu Helden"

Im Anschluss wurde die Zeitschrift mit dem Potsdamer M100 Media Award ausgezeichnet. Mit dem Preis wird das Recht der freien Meinungsäußerung gewürdigt. Auf die Zeitschrift war im Januar ein islamistischer Anschlag verübt worden, bei dem zwölf Menschen starben. Die Potsdamer Konferenz fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt.

In seiner Dankesrede machte sich Biard leidenschaftlich für die Meinungsfreiheit stark. "Charlie Hebdo" sei zu einem weltweiten Symbol der Meinungs- und Gewissensfreiheit geworden, sagte er. "Wir wurden zu Helden." Aber niemand bei "Charlie Hebdo" habe sich darum beworben, ein Held zu sein.

dpa/wer

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