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"Cicero"-Textchef Georg Löwisch wird "taz"-Chef

Ein Heimatverbundener kommt nach Hause "Cicero"-Textchef Georg Löwisch wird "taz"-Chef

Die Tageszeitung "taz" hat einen neuen Chefredakteur. Georg Löwisch, bislang Textchef des Magazins "Cicero", werde die Stelle Mitte September antreten, teilte die "taz" am Donnerstag in Berlin mit. 

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Der Journalist Georg Löwisch wird neuer Chefredakteur der Berliner "tageszeitung" (taz).

Quelle: Anja Weber

Berlin. Gleichberechtigung bedeutet, dass auch mal das andere Geschlecht übernehmen darf. Und so wird bei der „taz“ zum ersten Mal nach 17 Jahren ein Mann alleiniger Chefredakteur: Georg Löwisch, 41, gebürtiger Freiburger und aktuell noch Textchef beim Berliner Debattenmagazin „Cicero“. Mitte September wird er Ines Pohl folgen, die sich bereits von der „taz“ verabschiedet hat und zur Deutschen Welle nach Washington wechseln wird.

Andreas Rüttenauer, der mit ihr seit April 2014 eine Doppelspitze gebildet hatte, wird als Autor unter anderem wieder für das „taz“-Sportressort „Leibesübungen“ schreiben. Vor allem aber wird der 47-Jährige, der mehr aus Verantwortungsgefühl für die Redaktion denn aus Karrierestreben an Pohls Seite gerückt war, eine „Zukunftswerkstatt“ gründen, eine Art Ideenschmiede für die „taz“.

Spätzle mit Linsen in den "Schwarzwaldstuben"

Wenn Löwisch nun sagt, „es ist schön, nach Hause zu kommen“, darf man das für bare Münze nehmen. Löwisch ist heimatverbunden. Das äußert sich nicht nur darin, dass es ihn hin und wieder zu Spätzle mit Linsen ins Berliner Lokal „Schwarzwaldstuben“ zieht. Die „taz“ ist für ihn tatsächlich ein Zuhause. 1997, noch als Student, schrieb er erstmals für das links-alternative Blatt. Ein Jahr später begann er dort sein Volontariat, wurde Reporter und entwickelte 2009 als Ressortleiter maßgeblich die Wochenendbeilage „sonntaz“. Der Vorläufer der heutigen „taz am Wochenende“ hat der Zeitung neue Leser verschafft.

Als Löwisch Ende 2012 die „taz“ verließ, schenkte ihm die Redaktion eine Abschiedszeitung. Darin schrieb sie, er habe es geschafft, dass „Führung als Hilfe und nicht als Zumutung“ empfunden und in seinem Ressort „persönliche Freiheit und Team-Verantwortung“ gleichzeitig gelebt worden seien: „Damit hat er den größten, klassischen ,taz‘-Widerspruch aufgelöst und so mit seinem Team etwas Historisches erreicht“.

Glaube muss Gewissheit werden

Löwisch könnte also genau das mitbringen, was die „taz“ derzeit am meisten braucht: den Glauben, dass die „taz“ eine „Zeitung der Zukunft“ und „die stärkste Stimme der demokratischen Gegenöffentlichkeit in Deutschland“ sei. So formuliert er es, wird aber seinen Teil beitragen müssen, damit der Glaube zur Gewissheit wird.

Ulrike Simon

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