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Darum zensiert Springer Nature sein Angebot in China

Wissenschaftsverlag Darum zensiert Springer Nature sein Angebot in China

Der deutsche Wissenschaftsverlag Springer Nature hat auf Druck der Regierung in Peking Teile seines Internetangebots in China zensiert. Wie der Verlag am Mittwoch mitteilte, seien „weniger als ein Prozent der Inhalte“ gesperrt worden, um nicht in Konflikt mit lokalen Gesetzen zu geraten.


Quelle: AP

Peking/Heidelberg. Welche Themen die nun gesperrten Inhalte behandelten, wollte eine Sprecherin des Verlags zunächst nicht kommentieren.

Andere Medien hatten berichtet, dass die Sperre vor allem Artikel über in China als heikel geltende Themen wie Taiwan, dem Massaker am Tian'anmen-Platz oder Tibet betreffe. Die Texte konnten nur noch mit Hilfe einer VPN-Software gefunden werden, mit der sich die Internetsperren des Landes umgehen lassen. 

„Diese Maßnahme ist zutiefst bedauerlich, wurde aber getroffen, um weitaus größere Auswirkungen auf unsere Kunden und Autoren zu verhindern“, hieß es in der Erklärung weiter. „Würden wir nicht handeln, bestünde das sehr reale Risiko, dass sämtliche unserer Inhalte geblockt würden.“

Bereits im August hatte der britische Verlag Cambridge University Press (CUP) kurzzeitig Fachartikel in China gesperrt. Nach heftiger Kritik von Wissenschaftlern in aller Welt nahm CUP seine Entscheidung jedoch zurück. 

Um die Verbreitung von unliebsamen Informationen zu unterbinden, hat China seine Internetzensur in den vergangenen Jahren immer weiter verstärkt. Soziale Medien wie Facebook, Twitter und YouTube oder Googledienste sowie Zeitungen wie „New York Times“ und chinakritische Webseiten sind gesperrt. Auch der Kurznachrichtendienst WhatsApp wurde zuletzt wiederholt blockiert. 

Von RND/dpa

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