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Nachrichten Medien Das iPhone 4S will nicht heiraten
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20:25 14.10.2011
Von Frerk Schenker
Mit dem iPhone 4S scheint Apple ein weiterer Verkaufsschlager gelungen zu sein. Quelle: dpa

Irgendwann wird es ihr doch zu bunt. Den Annäherungsversuch weist die Frauenstimme schließlich knallhart zurück. Heiraten? Also wirklich! Man kenne sich doch kaum. Und überhaupt: „Über Ehe steht in meinem Endbenutzer-Lizenzvertrag leider nichts“, ertönt aus dem Lautsprecher. Tränen fließen trotzdem nicht, denn den meisten ­iPhone-Besitzern dürfte es herzlich egal sein, dass das Apple-Smartphone keine Lust auf Ehelichung hat. Was zählt, ist der Spaß – und den verspricht die neue Sprachsoftware Siri allemal.

Seit Freitag ist das iPhone 4S in Deutschland, den USA und fünf weiteren Ländern auf dem Markt. Nach wenigen Stunden und Hunderttausenden Geräten, die den Besitzer wechselten, zeichnet sich ab: Apple ist wieder ein Verkaufsschlager gelungen. Bereits am Morgen bildeten sich Schlangen vor den Apple-Geschäften, kurz nach der Öffnung meldeten die meisten: ausverkauft. „Bei uns hat es keine halbe Stunde gedauert“, sagt Wolfgang Papé von Frings & Kuschnerus in Hannover.

Schneller ist das neue Gerät, die Fotos sind dank einer verbesserten Kamera von höherer Qualität – beides ein echter Zugewinn, was beim Test sofort auffällt. Ob das als Anreiz genügt, vom iPhone 4 auf das 4S umzusteigen, ist jedoch fraglich. Doch der Star unterm Gehäuse ist ohnehin Siri. Die Spracherkennung ermöglicht tatsächlich, mit dem iPhone zu sprechen – auch wenn Siri und der Besitzer mitunter aneinander vorbeireden. Wecker stellen, Termine eintragen, Nachrichten und Texte verfassen, Suchanfragen im Internet starten: All das kann Siri, auch wenn es – im Gegensatz zur US-Variante – in der deutschen Version noch Einschränkungen gibt. Die Routenberechnung und Ortsangaben im Umkreis laufen nicht einwandfrei, mitunter hat Siri Schwierigkeiten beim Sprachverständnis. Laut Apple sind das Kinderkrankheiten, die nach einer Testphase behoben sein sollen. Spaß macht Siri aber, da die Software nicht nur versteht, sondern auch interpretiert – und sich lustige Dialoge entspinnen.

Einziges Manko des 4S: Es ist so gar nicht zum Protzen geeignet. Denn optisch lässt es sich vom Vorgängermodell nicht unterscheiden, selbst das geschulte Auge vermag nicht zu erkennen, welche Gerätegeneration vor ihm liegt.
Der Unterschied wird erst dann deutlich, wenn man mit dem Gerät spricht. Wenn auf ein „Hallo“ also keine Antwort ertönt, dürfte es wohl ein iPhone 4 sein – oder ein 4S mit einer leicht verschnupften Siri.

Siri, Auf ein Wort

Siri, die Sprachsoftware von Apple, soll das iPhone 4S zum persönlichen Assistenten machen. Persönlich ist es dank Siri, manchmal sogar zu persönlich – aber ob es dem Nutzer künftig wirklich assistieren kann? Ein kurzes Gespräch, das genau so stattgefunden hat:
Hallo, Siri?
Moin, Moin.
Wer ist denn da?
Mein Name ist Siri. Aber das wusstest du ja schon.
Aha. Und woher kommst du?
Steht doch auf dem Karton, ich wurde von Apple in Kalifornien entwickelt.
Apple? Wer ist das?
Ich weiß nicht. Aber ich kann im Internet danach suchen, wenn du magst.
Nein, mag ich nicht.
Okay. Ich werde versuchen, daran zu denken.
Kannst du denn wenigstens einen Termin für mich eintragen?
Um wie viel Uhr ist die Besprechung?
Heute, um 12 Uhr.
Entschuldige. Ich darf keinen Termin in der Vergangenheit planen. Aber du könntest ja so oder so nicht hin.
Trotzdem: danke!
Hauptsache, du bist zufrieden.
Witzbold.
Ich verstehe Witzbold nicht.
Macht nichts.
Ich kann zu „macht nichts“ nichts finden. Soll ich im Web danach suchen?
Danke auch.
Wie lieb von dir!
Sag mal, magst du mich etwa?
Endlich mal eine gute Frage. Wo waren wir stehen geblieben?
Ob du mich magst.
Das ist mir nicht gestattet.
Na dann, gute Nacht!
Ah ... es ist doch erst 12.51 Uhr?
Danke für das Gespräch.

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