Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Ein Blick auf die hannoversche Bloggerszene

Netzleben Ein Blick auf die hannoversche Bloggerszene

Ist Hannover gut vernetzt? Wir haben uns mit Bloggern aus Hannover, die über alles Mögliche und teils Unmögliche schreiben, getroffen und mit Bloggern, die über Hannover schreiben. Ein Blick auf die hannoversche Bloggerszene.

Voriger Artikel
ARD und Pro7 suchen ein neues Lied für Lena
Nächster Artikel
Thilo Sarrazin ist bereits mehrfacher Millionär

Einige hannoversche Blogs.

Quelle: Screenshot

Online. Offline. Hannover. Die grüne Landeshauptstadt. Die CeBIT-City. Ist Hannover online? Dann sollte es auf jeden Fall flächendeckend einen schnellen Zugang zum Internet geben. In der Stadt klappt das; in der Region nicht überall. Außerdem sollte es viele Online-Angebote geben von den örtlichen Medien, der Stadtverwaltung, Veranstaltern und Kultureinrichtungen – und: Blogger, die über Hannover und die Hannoveraner schreiben.

Was sind Blogger?

Blogger sind Betreiber einer Internetseite, auf der sie selbst oder mit weiteren Bloggern zusammen tagebuchartige Einträge veröffentlichen - meistens für jedermann lesbar. So eine Homepage nennt sich: Blog oder auch Web-Log. Eine Mischung aus den englischen Worten World Wide Web und Log für Logbuch.

» Beim Surfen schaue ich nicht unbedingt, aus welcher Stadt der Blog kommt. Ganz schnell reist man da virtuell quer durch die Republik oder auch mal in die Schweiz oder so. Allerdings hat Hannover schon eine ziemlich aktive Blogger-Szene zu bieten. /Henry ( www.derhenry.net)

Wir haben uns mit Bloggern aus Hannover, die über alles Mögliche und teils Unmögliche schreiben, getroffen und mit Bloggern, die über Hannover schreiben. Ein Blick in die hannoversche Bloggerszene.

Wie findet man hannoversche Blogs?

Hat man erst einmal einen Blog entdeckt, ist es nicht allzu schwer, auch andere zu finden. Denn eine Besonderheit von Blogs ist es, dass sie durch Verlinkungen zu anderen Blogs eine Art Netzwerk bilden, die Blogosphäre. Viele Links zu anderen hannoverschen Blogs finden sich etwa bei www.derhenry.net oder http://frontbumpersticker.blogspot.com. Außerdem – und das ist äußerst praktisch – finden sich die neuesten Beiträge aus der hannoverschen Bloggerszene auf versammelt auf der Seite „Das bloggende Hannover“ ( http://hannover.tamagothi.de/). Dort findet sich auch eine Liste von hannoverschen Blogs.

Warum bloggen Blogger?

Die Gründe, einen Blog zu betreiben, sind vielfältig. Felix Stein, Betreiber der Seite http://frontbumpersticker.blogspot.com, wollte seinen Freunden von außerhalb zeigen, dass man in Hannover irgendwie überlebt. Da er zugezogen ist, musste er Freunden und Bekannten häufig Rede und Antwort dazu stehen, wie man es in Hannover aushält. Weil er irgendwann keine Lust mehr hatte, alles zu wiederholen, begann er seine Erlebnisse aufzuschreiben – und jetzt schreibt er über alles, was ihm so auf- und einfällt.

So halten es die meisten seiner Blogger-Kollegen:

» Bloggen tue ich alles, was in meinem privaten und beruflichen Umfeld anfällt. Wenn ich für mich sage, ich kann es 'teilen' dann blogge ich es. Das kann etwas Privates wie das Lauftagebuch sein oder aber etwas über berufliche Themen. Themen sind u.a. Hannover 96, Laufen oder Social Media Marketing. Also bunt gemischt. /Andreas Schulze-Kopp ( www.schulzekopp.wordpress.com)

» Eigentlich blogge ich über alles Mögliche, wobei Film- und Buchkritiken im Moment Überhand nehmen. Naja, und als Hannoveraner ist natürlich auch die Stadt hier und da mal Thema. /Henry ( www.derhenry.net)

» Ich blogge über Autos, Testfahrten und E-Autos sowie über die bisherige aktive Teilnahme an 2 E-Auto Rallyes (Silvretta und e-miglia). /Nicole Y. Männl ( http://0511web.de)

Achim Brandaus Blog www.linden-entdecken.de sei „aus der Not heraus entstanden“. Brandau war mit seinen Kindern unterwegs, als er einen Hinweis für ein Theaterstück entdeckte; der Termin lag leider in der Vergangenheit. „Da hatte ich die Idee, man könnte solche Veranstaltungen gebündelt im Internet anbieten.“ Seit sechs Jahren führt Brandau mittlerweile ein wachsendes Netzwerk. Vor drei Jahren kam eine zweite Domain hinzu: www.hannover-entdecken.de.

» Wenn jemand in Linden was wissen will, dann rufen die mich an. Fast alles, was man über Linden im Internet sucht, findet man auf www.linden-entdecken.de. /Achim Brandau

Jörg Smotlacha hat sich mit der Motivation, etwas Besonderes zu schaffen, selbstständig gemacht und den Blog www.langeleine.de entwickelt. Die Berichterstattung der hannoverschen Medien füllt nach seiner Ansicht nämlich nicht alle Nischen: „Man kann noch mehr machen, gerade im Kulturbereich.“ Smotlacha schreibt seinen Blog nicht allein, zu zwölft wurden die Seite und der damit verbundenen Verein gegründet. Mittlerweile sind allerdings nur noch sieben, acht Leute dabei. Mit der Homepage verdiene Smotlacha eher kein Geld, „aber es ist ein Türöffner, eine Visitenkarte“. Das Betreiben der Seite nimmt dann auch nur einen kleinen Teil der Aufgaben des Vereins ein. Zusätzlich zu den regelmäßigen Besprechungen, dem täglichen Blick auf die Seite und in das Postfach kommen noch Veranstaltungen wie die Lesebühne im Historischen Museum oder Ausstellungen in der Faust.

Sven Oliver Moll ( www.blog.h8u.de) ist ein Blogger im klassischen Sinne. Sein Blog ist ein echtes Webtagebuch. „Ich schreibe mir den Kram da von der Seele“, erklärt Moll. „Was einen bewegt, muss man aufschreiben – sich damit auseinandersetzen.“ Er schreibt „quer durch sein Leben und seine Interessen.“ Eines seiner Hobbys ist das Besuchen von Veranstaltungen der hannoverschen Kleinkunstszene. Moll weist explizit daraufhin, dass er darüber eigentlich nicht schreibt. „Das ist zum Spaß.“ Ein Blog kann eben auch mit Arbeit verbunden sein.

» Es ist billiger als der Gang zum Therapeuten. /Moll ( www.blog.h8u.de)

Noch ein guter Grund fürs Bloggen: „Das Schreiben macht Spaß“, sagt Martin Kreiensen und bringt es damit auf den Punkt, denn Bloggen ist hauptsächlich Schreiben. Felix Stein spinnt das Ganze noch weiter: „Wer würde das Internet vollschreiben, ohne sich selbst darstellen zu wollen.“ Sich selbst und seine Projekte, seine Leidenschaften und Hobbys im Internet anzupreisen oder über sie herzuziehen, ist im Enddefekt also nicht nur eine Präsentation der Themen, sondern auch der eigenen Person. Für Smotlacha ist sein Blog eine Visitenkarte – für Brandau eine Werbeplattform seiner Arbeit im Bereich Webdesign. So greifen Privates und Berufliches ineinander.

Über was gebloggt wird, hängt vom Blogger ab. Felix Stein bevorzugt kein festes Thema, er schreibt, was ihm auffällt, während Jörg Smotlacha und seine Mitstreiter hauptsächlich Veranstaltungshinweise für Linden oder Hannover präsentieren. Auf dem Portal von www.langeleine.de ist die Berichterstattung vielfältiger – fast wie bei einer kleinen Zeitung. Berichtet wird über Kultur, Kunst, Bücher usw. Während Nicole Y. Männl, Schulze-Kopp, Henry und Moll gerne über ihre Hobbys und Leidenschaften schreiben, hat der Blog von Letzterem noch eine Besonderheit aufzuweisen: Moll hinterlässt dort sein technisches Know-how. Für ihn ist die Seite ein „Behälfsgedächtnis“. Wenn ein Freund mit einer technischen Frage zu ihm kommt, verzichtet Moll darauf, ihm die Lösung am Telefon zu erläutern oder eine E-Mail zu schreiben. Er veröffentlicht sie gleich auf seinem Blog und hat sie für eine gefühlte Ewigkeit gespeichert und immer abrufbereit.

Manche Blogger verschreiben sich nur einem speziellen Thema, so zum Beispiel Martin Kreiensen: Er schreibt auf seinem Blog http://www.dieroten.de/blog/ über die „Roten“. „Ich war in meinem Leben nie etwas anderes als 96-Fan, auch in den dunklen Zeiten der dritten Liga nicht“, erläutert Kreiensen. Mit Spaß an der Technik und dem Schreiben nimmt er sich einmal die Woche Zeit und verzichtet auf die Beschallung durch das TV-Gerät und schreibt über seinen Lieblingsfußballverein. Auf seinem Blog sind weniger Spielberichte als Erlebnisberichte zu finden. Kreiensen will 96-Trainer Mirko Slomka „nicht ins Werk reinfuschen“, kann es sich aber nicht nehmen lassen, Bezug zu politischen Themen oder dem Wetter zu nehmen.

Ist Hannover nun online beziehungsweise gut vernetzt?

„Wir sind nicht ganz hinten dran“, sagt Brandau ( www.linden-entdecken.de). Einige seiner Blogger-Kollegen sehen das ähnlich. Schließlich hat Hannover in Bezug auf das Internet doch einiges mehr zu bieten als die Computermesse CeBIT: den Webmontag, das Convention Camp, die Sparkassen IT, den Heise-Verlag, das Hochschulinformationszentrum usw.

Blogger Schulze-Kopp ( www.schulzekopp.wordpress.com) sagt hingegen: „Man könnte natürlich in vielen Dingen noch mehr tun. Freie WLAN-Hotspots an mehr Orten wären schön.“ Auch Kreiensen ( http://www.dieroten.de/blog/) und Smotlacha ( www.langeleine.de) finden, dass im Netz noch viel mehr möglich wäre. Für Nicole ( http://0511web.de) steht fest: „Verbesserungspotenzial ist natürlich immer gegeben, für Hannover wie für andere Städte.“ Aber als Organisatorin des Webmontag kann sie auch von positiven Erlebnissen diesbezüglich berichten: „Die WP Blogger Hannover (Anmerkung der Redaktion: Treffen von Bloggern, um sich übers Bloggen, Vernetzung und technische Themen auszutauschen) habe ich nur über den Weg ,Online‘ (Blog, Twitter, Facebook) bekannt gemacht, und interessierte Menschen haben den Weg zu den Real-Life-Treffen gefunden.“

Moll ( www.blog.h8u.de) stellt fest: „Mir fällt keine Stadt ein, von der ich sagen würde, das ist eine Online-Stadt.“ Laut Stein hat Hannover zumindest den Ruf einer Online-Stadt, aber „man kann sich fragen, ist das ein Wert an sich“.

Dieser Artikel wurde aktualisiert und die Links aktiviert.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Medien
Von Redakteur Maren Koetsier

So schön ist "Pokémon Go" in Hannover

Schon bevor Pokémon Go in Deutschland offiziell erschienen war, ist auch in Hannover das Pokémon-Fieber ausgebrochen. In einer Bildergalerie zeigen wir Ihnen, wo welche Pokémon bereits gesehen wurden und welche Pokéstops einen Besuch Wert sind. Sie haben Tipps und Tricks für uns? Dann schicken Sie uns doch einfach Ihre Hinweise. Dann aktualisieren wir die Galerie. 

Anzeige
Datenschutz im Netz: Diese Begriffe sollten Sie kennen