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Nachrichten Medien Filmpreis für Hitler-Werbespot
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12:27 17.09.2013
Berlin

Ein Spot, in dem Adolf Hitler als kleiner Junge von einem Mercedes überfahren wird: Darf Werbung so etwas? Die Jury des Nachwuchsfilmpreises First Steps Award fand den Clip gut. Und so durfte sich Regisseur Tobias Haase, Absolvent der Filmakademie Ludwigsburg, am Montagabend in Berlin die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für den besten Werbefilm abholen.

Normalerweise geht es bei dem renommierten Preis, der von der Deutschen Filmakademie ausgerichtet wird, mehr um die nominierten Spielfilme. Dieses Mal waren etwa Helmut Dietls Sohn David („König von Deutschland“) und Frauke Finsterwalder („Finsterworld“) unter den Kandidaten. Aber der an die Grenzen gehende Werbespot von Tobias Haase war schon vorab im Internet ein Hingucker. Als er bei der Verleihung auf der großen Leinwand lief, ging das Publikum richtig mit.
Hitler wird darin dank moderner Autotechnik in seinem österreichischen Heimatdorf als Kind überfahren. Am Ende erscheint der Slogan „Erkennt Gefahren, bevor sie entstehen“.

Der Autohersteller Mercedes-Benz, ein Unterstützer des Filmpreises, hatte sich von dem Clip distanziert. Die Jury stärkte Haase den Rücken, er bleibe seinen Idealen treu. „Solche Ideen-Verfechter braucht die Kreativbranche.“ Als Zuschauer werde man durch den Spot förmlich gezwungen, sich eine Meinung zu bilden. Noch nie habe die Jury so kontrovers diskutiert.

MCP from dath - Tobias Haase on Vimeo.

Geht es nach der Gewinnerliste, so kommen besonders viele gute junge Filmemacher von der Akademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. So wie Cosima Maria Degler, die für „Zwei Mütter“ über ein lesbisches Paar mit Kinderwunsch den No Fear Award für eine couragierte Produktion gewann. Produzententochter Nina Eichinger zitierte ihren 2011 gestorbenen Vater Bernd, der neben Nico Hofmann einer der Gründer des Preises war: „Angst ist ein schlechter Ratgeber.“

Anrührend war der Ausschnitt aus dem Sieger bei den Dokus: In „Neuland“ begleitet Anna Thommen Ausländer bei einem Integrationskurs in der Schweiz. Der Lehrer erklärt, dass die Schüler wie im Fußball nicht aufgeben sollten: „Natürlich sind Ihre Voraussetzungen schlecht, natürlich sind Sie der FC Basel.“ Aber der hat schließlich auch mal gegen Manchester United gewonnen.

Den mit 25 000 Euro dotierten Preis für den besten abendfüllenden Spielfilm bekam Jöns Jönsson (Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) Konrad Wolf Potsdam-Babelsberg) für „Lamento“ über eine Mutter, die ihre Tochter verloren hat. Jurymitglied Sherry Hormann fühlte sich bei dem Film an Ingmar Bergman erinnert.

Regisseur Rosa von Praunheim rauschte mit Hut und einem mit Blumen verzierten Kleid zum Ehrenpreis im Theater am Potsdamer Platz an. Regisseur Axel Ranisch würdigte den 70-Jährigen als Mentor, der seine Studenten das pralle Leben erkunden lasse - Besuche in der Pathologie und im Sadomaso-Studio inbegriffen. Dann holte Ranisch seine Oma Ruth Bickelhaupt (91) auf die Bühne, wo die zauberhafte Hauptdarstellerin aus seinem Debütfilm „Dicke Mädchen“ für Rosa von Praunheim tanzte.

dpa

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