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Funke meldet Insolvenz für sieben Lokalausgaben an

Verkaufsabsicht Funke meldet Insolvenz für sieben Lokalausgaben an

Die Essener Funke Mediengruppe würde sich gerne von sieben Lokalzeitungen trennen. Das Bundeskartellamt hält sie aber nicht für sanierungsbedürftig. Daran ändert auch ein Insolvenzantrag nichts.

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Die Funke Mediengruppe will sieben Lokalzeitungen loswerden. Das Kartellamt hält dagegen.

Quelle: dpa

Essen. Die Funke Mediengruppe hat für sieben Lokalausgaben, die sie eigentlich an das Medienhaus Lensing verkaufen wollte, Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Das teilte Funke am Freitag in Essen mit. Die Mediengruppe begründete den Schritt mit der Entscheidung des Bundeskartellamts, das im April Bedenken gegen die Übernahme angemeldet hatte.  

Die drei Ausgaben der „Westdeutsche Allgemeinen Zeitung“ WAZ und vier der „Westfälischen Rundschau“ (WR) in Dortmund, Schwerte, Lünen und Castrop-Rauxel haben eine Auflage von insgesamt 30 000. Sie sind im Westfälischen Zeitungsverlag WZV gebündelt.   Bei einer Übernahme durch Lensing habe ein regionales Zeitungsmonopol gedroht, hatte das Kartellamt seine Bedenken begründet. Und es blieb auch nach dem Insolvenzantrag bei seiner Bewertung. Eine Nähe zur Insolvenz sei nicht feststellbar gewesen, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt: „Die Westfälische Zeitungsverlag GmbH ist in ihrer jetzigen Form nicht mehr und nicht weniger als ein Transaktionsvehikel, ohne operatives Geschäft und eigene Angestellte. Aus ihr heraus werden die fraglichen Lokalausgaben nicht betrieben.“ 

Funke argumentierte, der WZV sei zwar nicht zahlungsunfähig, es gebe aber eine negative Prognose, was das Fortbestehen angeht. Deshalb habe man sich in der Pflicht gesehen, den Insolvenzantrag zu stellen. Arbeitsplätze seien von der Insolvenz nicht betroffen. Ziel sei es, für die sieben Ausgaben einen Käufer zu finden und sie zu erhalten. In anderen Regionen erscheinen WAZ und WR auf jeden Fall weiter.  

Funke hatte Anfang 2013 die Redaktion der defizitären WR mit 120 Stellen geschlossen. Seitdem liefern andere Verlage die lokalen Inhalte der WR, in Dortmund sind es die zu Lensing gehörenden „Ruhr Nachrichten“. Der Mantelteil kommt von der Funke-Gruppe, die in NRW auch die WAZ, die „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung“ (NRZ) und die „Westfalenpost“ herausgibt.  Die WR verkauft nach Funke-Angaben noch 62 000 Exemplare täglich, davon 22.000 mit den vier Lokalausgaben, die Funke abgeben will.

Der Deutsche Journalistenverband DJV warf Funke vor, durch die Schließung der Redaktion die WR in die Katastrophe geführt zu haben: „Funke selbst hat den Zeitungstitel mit Anlauf an die Wand gesetzt“, sagte der Vorsitzende des DJV-NRW, Frank Stach, laut einer Mitteilung.

dpa

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