Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Medien 2:0 für Google
Nachrichten Medien 2:0 für Google
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:39 10.03.2016
Foto: Go-Weltmeister Lee Sedol unterlag auch im zweiten Spiel der Google-Maschine. Quelle: dpa
Anzeige
Seoul

In einem vielbeachteten Duell zwischen Mensch und Computer im asiatischen Brettspiel Go hat die Google-Software AlphaGo auch die zweite Partie gegen den Spitzenspieler Lee Sedol gewonnen. Der Südkoreaner verlor die Partie am Donnerstag nach etwa viereinhalb Stunden Spielzeit.

Das Spiel galt für Computer lange als zu komplex. Im vergangenen Herbst schlug die Google-Software aber erstmals einen Profi-Spieler, den Europameister Fan Hui in allen fünf Partien. Da Lee Sedol als weitaus stärkerer Spieler gilt - sogar als einer der besten unserer Zeit - wurden ihm dennoch sehr gute Chancen gegen das Programm bescheinigt. Es geht um das Preisgeld von einer Million Dollar - und natürlich um die Ehre der Menschen im ewigen Duell mit der Maschine.

Spielstärke des Computers überrascht

Lee hatte sich am Mittwoch nach der Auftaktniederlage in dem Fünf-Spiele-Match in Seoul überrascht über die Spielstärke des Computers gezeigt. Der Sieg des Programms gegen einen der weltbesten Go-Spieler wurde als ein Meilenstein bei der Entwicklung selbstlernender Maschinen gewertet. Das Match läuft bis zum 15. März und wird live auf der Google-Videoplattform YouTube gezeigt.

AlphaGo wurde von Programmierern des britischen Unternehmens DeepMind entwickelt, das Google vor rund zwei Jahren gekauft hatte. Laut Medienberichten betrug der Preis über 500 Millionen Dollar.

AlphaGo wertet riesige Datenmengen aus

Die Regeln des ursprünglich aus China stammenden Go sind im Prinzip einfach: Zwei Spieler versuchen, auf einem Spielbrett - ein Gitter von 19 vertikalen und 19 horizontalen Linien - Gebiete zu erobern. Dafür setzen sie abwechselnd schwarze und weiße Steine. Komplett eingekreiste Steine des Gegners werden vom Brett genommen. Doch gerade durch seine einfachen Regeln, ist es so komplex - weil es bei jedem Zug zu viele potentielle Spielentwicklungen gibt, um sie alle bis zum Ende zu berechnen. Deshalb hat sich der Goolge-Computer vom Prinzip der Vorausberechnung verabschiedet und nutzt stattdessen das Prinzip Google: Die Auswertung riesiger Datenmengen.

Der Computer hat von Menschen gelernt. 300 Millionen Spielzüge von Profis wurden eingespeist, anschließend spielte der Computer gegen sich selbst - so lange, bis er wusste, welcher Zug zum Sieg führt. Wie für den Menschen gilt also auch für den Computer: Übung macht den Meister.

dpa/ds

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Medien Debatte um den Pressekodex - Maulkorb oder Minderheitenschutz?

Sollen Medien die Nationalität oder Religion von Straftätern nennen? Ist der Pressekodex noch zeitgemäß? Der Presserat hat entschieden: Es bleibt vorerst bei der jetzigen Regelung.

Imre Grimm 12.03.2016

Maschine besiegt Mensch: Die Google-Software AlphaGo hat das erste von fünf Spielen gegen den Go-Weltmeister gewonnen. Lee Sedol zeigte sich vorher siegessicher, gab aber nach dreieinhalb Stunden auf.

09.03.2016
Medien Reiseführer für Hauptstadt-Hasser - "Berlin ist noch scheißer als scheiße"

Gibt es etwas, das noch beschissener als Berlin ist? Also "scheißer als scheiße"? Wenn es nach Autor Kristjan Knall geht nicht: Er hasst seine Heimatstadt - aus voller Überzeugung, wie er in seinem neuen Werk "111 Gründe, Berlin zu hassen" unmissverständlich klar macht.

03.03.2016
Anzeige