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2:0 für Google

Go-Duell 2:0 für Google

Die künstliche Intelligenz feiert den nächsten Sieg: Auch die zweite Partie im Go-Duell zwischen der Google-Software und dem Go-Weltmeister Lee Sedol ging an die Maschine. Jetzt wird es eng für Sedol.

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Foto: Go-Weltmeister Lee Sedol unterlag auch im zweiten Spiel der Google-Maschine.

Quelle: dpa

Seoul. In einem vielbeachteten Duell zwischen Mensch und Computer im asiatischen Brettspiel Go hat die Google-Software AlphaGo auch die zweite Partie gegen den Spitzenspieler Lee Sedol gewonnen. Der Südkoreaner verlor die Partie am Donnerstag nach etwa viereinhalb Stunden Spielzeit.

Das Spiel galt für Computer lange als zu komplex. Im vergangenen Herbst schlug die Google-Software aber erstmals einen Profi-Spieler, den Europameister Fan Hui in allen fünf Partien. Da Lee Sedol als weitaus stärkerer Spieler gilt - sogar als einer der besten unserer Zeit - wurden ihm dennoch sehr gute Chancen gegen das Programm bescheinigt. Es geht um das Preisgeld von einer Million Dollar - und natürlich um die Ehre der Menschen im ewigen Duell mit der Maschine.

Spielstärke des Computers überrascht

Lee hatte sich am Mittwoch nach der Auftaktniederlage in dem Fünf-Spiele-Match in Seoul überrascht über die Spielstärke des Computers gezeigt. Der Sieg des Programms gegen einen der weltbesten Go-Spieler wurde als ein Meilenstein bei der Entwicklung selbstlernender Maschinen gewertet. Das Match läuft bis zum 15. März und wird live auf der Google-Videoplattform YouTube gezeigt.

AlphaGo wurde von Programmierern des britischen Unternehmens DeepMind entwickelt, das Google vor rund zwei Jahren gekauft hatte. Laut Medienberichten betrug der Preis über 500 Millionen Dollar.

AlphaGo wertet riesige Datenmengen aus

Die Regeln des ursprünglich aus China stammenden Go sind im Prinzip einfach: Zwei Spieler versuchen, auf einem Spielbrett - ein Gitter von 19 vertikalen und 19 horizontalen Linien - Gebiete zu erobern. Dafür setzen sie abwechselnd schwarze und weiße Steine. Komplett eingekreiste Steine des Gegners werden vom Brett genommen. Doch gerade durch seine einfachen Regeln, ist es so komplex - weil es bei jedem Zug zu viele potentielle Spielentwicklungen gibt, um sie alle bis zum Ende zu berechnen. Deshalb hat sich der Goolge-Computer vom Prinzip der Vorausberechnung verabschiedet und nutzt stattdessen das Prinzip Google: Die Auswertung riesiger Datenmengen.

Der Computer hat von Menschen gelernt. 300 Millionen Spielzüge von Profis wurden eingespeist, anschließend spielte der Computer gegen sich selbst - so lange, bis er wusste, welcher Zug zum Sieg führt. Wie für den Menschen gilt also auch für den Computer: Übung macht den Meister.

dpa/ds

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