Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Google-Software gewinnt gegen Go-Weltmeister

Mensch gegen Maschine Google-Software gewinnt gegen Go-Weltmeister

Maschine besiegt Mensch: Die Google-Software AlphaGo hat das erste von fünf Spielen gegen den Go-Weltmeister gewonnen. Lee Sedol zeigte sich vorher siegessicher, gab aber nach dreieinhalb Stunden auf.

Voriger Artikel
"Berlin ist noch scheißer als scheiße"
Nächster Artikel
Maulkorb oder Minderheitenschutz?

Lee Sedol eröffnet die historische Partie gegen AlphaGo. Der Computer hat das erste von fünf Spielen gewonnen.

Quelle: dpa

Seoul. In einem mit Spannung erwarteten Kräftevergleich zwischen Mensch und Computer hat eine Google-Software für das asiatische Brettspiel Go den Spitzenspieler Lee Sedol besiegt. Das Programm AlphaGo gewann am Mittwoch in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul das erste von fünf Spielen in dem Match. Der 33-jährige Koreaner Lee Sedol gab nach rund dreieinhalb Stunden Spielzeit auf. Er zählt zu den weltbesten Spielern. Der Sieg von AlphaGo gilt daher als ein Meilenstein in der Entwicklung selbstlernender Maschinen und künstlicher Intelligenz.

Sieg für AlphaGo ist eine Überraschung

Lee, der schon mit zwölf Jahren Profi wurde, machte sich im Vorfeld klare Hoffnungen auf einen Gesamtsieg. Er räumte zwar ein, dass Menschen eher Fehler machten als Maschinen. Zugleich erklärte er, auch nur eine Partie zu gewinnen, wäre schon ein Sieg für den Computer. Lange Zeit hatten die kommentierenden Go-Experten auf der Google-Videoplattform YouTube von einem "engen Spiel" zwischen AlphaGo und Lee gesprochen. Chris Garlock vom amerikanischen Go-Verband nannte den Ausgang eine "große Überraschung".

Bis zum 15. März werden die fünf Spiele des Wettkampf bei YouTube übertragen. Es geht dabei auch um ein Preisgeld von einer Million Dollar - im Falle eines Gesamtsiegs des Computers wird das Geld gespendet.  Nach einem konventionellen Anfang fiel schon der vierte Zug von Lee ungewöhnlich aus. "Er versucht, den Computer über die Datenbanken hinauszubringen", sagte Go-Profi Michael Redmond, der das Spiel in der YouTube-Übertragung kommentierte. In die Software wurden Millionen Spielzüge der besten Spieler eingespeist. Sie greift darauf zurück, um die wahrscheinlichen nächsten Züge des Gegners vorherzusagen und gezielt nach Antworten darauf zu suchen. Auf einem Spielbrett mit 361 Feldern wäre sonst die Vielzahl der möglichen Varianten auch für einen modernen Computer nicht schnell genug zu berechnen. Die Spieler haben in dem Match jeweils zwei Stunden Zeit pro Partie für ihre Züge.

Computer lässt sich nicht austricksen

AlphaGo ließ sich von Lees Trick-Zug nicht überrumpeln und spielte ungewöhnlich offensiv für einen Computer, erklärten Experten. Die Kontrahenten kamen in einen zähen Positionskampf, der sich von der oberen Hälfte des Bretts in die Mitte ausbreitete. Nach zweieinhalb Stunden zeigte der zuvor weitgehend regungslose Lee erste Anzeichen von Uhruhe.

Zunächst verbrauchten AlphaGo und Lee ihre Zeit weitgehend gleichmäßig - bis jeweils 45 Minuten übrig blieben. Danach machte Lee seine Züge viel schneller, zum Teil binnen weniger Sekunden. Als er aufgab, hatte er noch 28 Minuten und 28 Sekunden auf der Uhr übrig und AlphaGo 5 Minuten und 30 Sekunden.

Das Strategiespiel galt für Computer lange als zu komplex. Im vergangenen Herbst schlug die Google-Software aber erstmals einen Profi-Spieler, den Europameister Fan Hui. AlphaGo wurde von Programmieren des britischen Unternehmens Deep Mind entwickelt, das von Google aufgekauft wurde. Die Regeln des ursprünglich aus China stammenden Go sind im Prinzip einfach: Zwei Spieler versuchen, auf einem Spielbrett - ein Gitter von 19 vertikalen und 19 horizontalen Linien - Gebiete zu erobern. Dafür setzen sie abwechselnd schwarze und weiße Steine. Komplett eingekreiste Steine des Gegners werden vom Brett genommen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Medien
HAZ-Volontäre gewinnen Medienpreis der Architektenkammer

Mit ihrer multimedialen Berichterstattung über die Wasserstadt Limmer haben die Volontäre der HAZ beim Medienpreis der Bundesarchitektenkammer den ersten Platz belegt.

Datenschutz im Netz: Diese Begriffe sollten Sie kennen