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Hannoveraner holen Platz drei bei Song Contest

Ich kann fliegen Hannoveraner holen Platz drei bei Song Contest

Kein Eurovision, sondern Bundesvision: Am Freitagabend traten die 16 Bundesländer musikalisch beim "Bundesvision Song Contest" von Stefan Raab gegeneinander an. Und die hannoversche Band "Ich kann fliegen" verbucht mit Platz drei einen Achtungserfolg.

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Für Niedersachsen in Berlin: "Ich kann fliegen" aus Hannover am Freitagabend beim Bundesvision Song Contest

Quelle: dpa

Berlin. Manchmal muss es eben die ganz große Geste sein. Chor, fahnenschwenkend natürlich. Stilisierte Papiervögel hängen in der Halle, Lichtkegel leuchten von der Decke. Die hannoversche Band Ich kann fliegen geht mit "Mich kann nur Liebe retten" als elfte an den Start von Stefan Raabs Bundesvision Song Contest. Und zieht alle Kitsch-Register. Das erklärte Ziel der vier Niedersachsen heißt zu Beginn: Aftershowparty und die erste Tabellenhälfte. Diese Mission haben Sänger Nikolas Stege und seine Band locker geschafft - Platz drei. Aus fast allen Nachbarländern gab es zuverlässig sieben von zwölf Punkten. Zwar hatten die Newcomer keine Chance gegen die Baden-Württemberger Übermacht aus Xavier Naidoo und Kool Savas, die souverän den ersten Platz belegten. Aber am Ende geht es bei dem kleinen National-Eurovision auch gar nicht nur um den Sieg.

Der „Bundesvision Song Contest“ 2012 in Bildern

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Der Bundesvision Song Contest. Querschnitt der deutschen Musikszene, mal schon erfolgreich, mal auf dem Weg dahin, manchmal auch nur mal kurz da. Immerhin: eine Bühne, auf der im deutschen Fernsehen zur besten Sendezeit auch mal Vierkanttretlager mit Shanty-Chor, Tuba und Akkordeon auftreten dürfen (Schleswig-Holstein), der ehemals ganz böser Rapper B-Tight (Berlin) jetzt ganz lauten Heavy Metal mit der Blue Man Group macht, auf der Brandenburgs Duo Mellow Mark ft. Nina Maleika mit Schmuse-Reggae langweilen. Und auf der sich Überraschungen finden lassen, die Sächsinnen von Laing etwa - minimaler Elektro und ein trotziges "Morgens bin ich immer müde". Übrigens ein alter Trude-Herr-Schlager, der da neu verpackt wurde. Klingt eher untypisch. Funktioniert aber gut. Es reichte fürs Siegestreppchen, vor Ich kann fliegen.

Es ist bereits die dritte Runde Bundesvision für Berlin, Austragungsort ist immer das Bundesland, das im Vorjahr gewonnen hat. 2006 holten Seeed die Krone in die Hauptstadt, drei Jahre später deren Sänger Peter Fox, da mal Solo unterwegs, erneut. 2011 ersang sich Tim Bendzko den ersten Platz, der im Vergleich zu anderen bisherigen Siegern wie Unheilig (2010)  und Oomph (2007) damals noch nicht zu den Größen im Geschäft gehörte. Aber auch das ist Konzept: Der Bundesvision Song Contest ist immer ein bisschen David gegen Goliath, Frischling gegen Altgedient. Das fängt schon auf dem Parkplatz der Künstler an - die Budgets sind unterschiedlich. Xavier Naidoos Bentley parkt nur wenige Autos von einem abgerockten Bandbus entfernt. Tim Bendzko, gerade erst Führerschein, fährt schon einen nicht zu klein geratenen Audi, es scheint ihm seit seinem Sieg zumindest nicht schlechter zu gehen. 

Seit dem Jahr 2005 treten die 16 Bundesländer im „Bundesvision Song Contest“ gegeneinander an. Ein Rückblick auf die bisherigen Gewinner.

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Kein Wunder also, dass immer mehr Nachwuchskünstler den Auftritt als ein mögliches Karrieresprungbrett (oder wenigstens einen vernünftigen Karriereschub) begreifen. Dass sie sich gegen etablierte Künstler wenig Hoffnung machen, ist dabei eher zweitrangig, es geht um die Erfahrung. Viel zu entdecken ist aber in diesem Jahr sonst nicht. Schlagerpop, mal hinter heulenden Gitarren versteckt (Luxuslärm für Nordrhein-Westfalen), mal mit einer kleinen Prise Hiphop angedickt (The Love Bülow für Mecklenburg-Vorpommern). Den Bonus, den derzeit angesagtesten Rapper Deutschlands - Cro trägt immer Pandamaske - im Gepäck zu haben, gönnten sich Die Orsons fürs Saarland. Dabei sind die auch ohne eine Cro skurril genug. Ihren Song "Horst und Monika" haben sie über einen NPD-Anhänger, der jetzt als Frau für die Linken aktiv ist geschrieben. Eine wahre Geschichte.

Nora Lysk und Sebastian Scherer

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