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"Huffington Post" kommt nach Deutschland

Partnerschaft mit Burda "Huffington Post" kommt nach Deutschland

Seit Jahren plant die amerikanische Online-Zeitung "Huffington Post" eine deutsche Version - jetzt hat sie einen Partner gefunden.

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Arianna Huffington:

Seit Jahren plant die amerikanische Online-Zeitung "Huffington Post" eine deutsche Version - jetzt hat sie einen Partner gefunden.

Quelle: dpa

Berlin. In den deutschen Online-Journalismus kommt frischer Wind aus Übersee: Die US-amerikanische Huffington Post startet zusammen mit der Burda-Tochter Tomorrow Focus einen Ableger in Deutschland. Die neue Website solle im Herbst online gehen, teilten die Unternehmen am Montag mit. In den kommenden Monaten wird in München ein Redaktionsteam zusammengestellt, weitere Einzelheiten soll es auf einer Pressekonferenz am 15. Juli geben.

Wie groß der Einfluss der amerikanischen Macher um Huffington Post-Gründerin und Chefredakteurin Arianna Huffington sein wird, ist unklar. Die deutschsprachige Ausgabe werde von einer Tochter von Tomorrow Focus verantwortet und mit lokalen Journalisten besetzt, hieß es.

Der Eintritt des finanzstarken US-Schwergewichts auf den deutschen Markt dürfte den Wettbewerb zwischen den Medienangeboten im Internet noch einmal verschärfen. Die «Huffington Post» kommt mit ehrgeizigen Zielen. Mitte März hatte Unternehmenschef Jimmy Maymann im Gespräch mit Horizont.net die Stoßrichtung für einen deutschen Ableger skizziert: "Wir wollen innerhalb von zwei Jahren Geld verdienen und nach drei bis fünf Jahren in die Top 5 der Nachrichtenangebote vorstoßen." Geld solle ausschließlich mit Werbung verdient werden.

In den USA gehört die kostenlose «Huffington Post» inzwischen zu den wichtigsten Nachrichtenportalen und konkurriert etwa journalistischen Schwergewichten wie der «New York Times», die einige Inhalte nur gegen Bezahlung anbietet. Zugleich halten Kritiker Huffington und ihren Redaktionsteam vor, es mit einem «Aggregations-Journalismus» zu übertreiben, bei dem fremde Inhalte auf dem Netz wiederaufbereitet werden. Auf jeden Fall bringt das Modell Reichweite und Werbeerlöse. Der Online-Riese AOL kaufte die «Huffington Post» Anfang 2011 für rund 315 Millionen Dollar.

Einen deutschsprachigen Ableger hatten AOL und Arianna Huffington bereits 2011 angekündigt. "Wir sprechen mit mehreren möglichen Partnern, mit welchen, wird noch nicht verraten", hatte Huffington Anfang 2012 «Spiegel Online» gesagt.

Interessant ist der Markteintritt der «Huffington Post» auch mit Blick auf die aktuelle Debatte über den Aufbau von Bezahlschranken. Auf die verzichtet die Huffington Post. Und auch Tomorrow Focus hält anders als etwa der Springer-Konzern nichts von einer sogenannten Paywall für Angebote wie das Nachrichtenportal Focus Online. "Wir denken nicht, dass das funktioniert", sagte Finanzvorstand Dirk Schmelzer Ende 2012 in einem dpa-Interview. Dennoch beobachte man, was Rivalen wie etwa «Welt.de» machten.

Die Huffington Post treibt seit Jahren den Ausbau ihres Auslandsgeschäfts voran und hat bereits Ausgaben in Kanada, Spanien, Italien, Frankreich und Großbritannien. Im Mai soll eine japanische Version starten. Die Huffington Post setzt dabei stets auf Partner vor Ort, in Frankreich etwa das Medienhaus Le Monde und in Italien die Gruppo Espresso, die la Repubblica herausgibt. Der Branchendienst Horizont.net hatte bereits am vergangenen Mittwoch von der geplanten Partnerschaft mit Tomorrow Focus berichtet.

dpa

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Ohne Geld um die Welt: Arianna Huffington (2. v. l.) freut sich über den nächsten Ableger ihrer „Huffington Post“ – mit „Editorial Director“ Cherno Jobatey, Chefredakteur Sebastian Matthes und Geschäftsführer Oliver Eckert (v. l.) in München.    

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