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00:15 28.08.2014
Auch die Mitabeiter der MHH machen mit – und wollen damit die ALS-Forschung unterstützen. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Einer der Ersten war Frank Schulte – Radio-ffn-Hörer kennen ihn als FFN Morgenmän Franky. Er griff den Hype auf, sich Eiswasser über den Kopf zu kippen und drei weitere Personen herauszufordern, es ihm gleichzutun. Ach ja, nicht vergessen: Eine Geldspende für die ALS-Gesellschaft. Die meisten Patienten, bei denen Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) diagnostiziert wird, leben nicht länger als vier Jahre. Die Krankheit ist grausam, unheilbar und kaum bekannt. Ausgerechnet durch den lustigen Internet-Hype bekommt sie nun erstmals die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit. Die Regeln der Teilnehmer, deren Einhaltung aber keiner prüft, besagen: eine kleine Spende von jedem, der sich das Eisbad traut, eine große von jenen, die sich verweigern. Allein in Hannover gingen in den vergangenen Tagen Hunderte „Ice Bucket Challenge“-Videos online. Ist ja für einen guten Zweck. Einerseits. Leistet aber andererseits auch Eitelkeiten Vorschub. Schwer zu sagen, welche Motivation überwiegt. Ein Indiz ist aber: In der Mehrzahl der neu hinzukommenden Videos wird ALS nicht mehr erwähnt.

Getreu den Regeln nomonierte Morgenmän Franky seinerseits drei weitere Personen, die es ihm nachtun sollten: Den Musiker Bosse, Stephan Weil und Ron-Robert Zieler. Letzterer hat sich seiner Verantwortung bereist gestellt, wie man auf seiner Facebook Seite sehen kann.


Auf weitere Nominierungen verzichtet der frisch gebackene Fußball-Weltmeister, weil er die "Ice-Bucket-Challenge" inzwischen "etwas inflationär und nicht mehr ganz so spannend" findet, wie er schreibt. Doch auch ohne Aufforderung schlossen sich weitere 96er wie Talent Leonardo Bittencourt und selbst 96-Physiotherapeut Ralf Blume an und nahmen ein Eisbad für den guten Zweck.


Auch ehemalige 96er sind mit dabei, etwa André Breitenreiter, ehemals Profispieler an der Leine und heute Trainer des Bundesligaaufsteigers SC Paderborn.


 

Jetzt hat der frühere 96-Manager Jörg Schmadtke sogar Stürmer-Original Dieter Schatzschneider herausgefordert.


Das Phänomen "Ice-Bucketing" bleibt natürlich auch in Hannover nicht auf den Sportbereich beschränkt. Mittlerweile haben sich ganze Unternehmensabteilungen angeschlossen. Früh dabei ist Christian Clemens, Vorsitzender der Geschäftsführung der TUI Deutschland AG mit Firmensitz in Hannover.

Clemens nominiert Hannovers Flughafen-Chef Raoul Hille, der sich nicht lange bitten ließ.

Das Hannover Airport Team hat einen besonderen Bezug zu der Krankheit, weil die Mitarbeiter dort vor Kurzem einen Kollegen durch die Nervenkrankheit ALS verloren haben. Sie sind im Video mit gleich zehn Personen vertreten. Sie nominieren wiederum MTU Maintenance Chef Holger Sindemann und Andreas Sennheiser von Sennheiser Electronics. Daniel Sennheiser übernimmt die Pflicht für seinen Bruder, der zu dieser Zeit im Urlaub ist und fordert ihn gleichzeitig auf, 1.000 Euro an die ALS Association zu spenden.

Auch Hannovers Eventbereich nimmt die Aktion sportlich: Michael Lohmann von Hannover Concerts reiht sich ein.


Viele Personen der Stadtgesellschaft folgten: Zeitarbeitsunternehmerin Tina Voß forderte Schröder-Intimus Bela Anda heraus, NDR-Funkhauschefin Marlis Fertmann und Hannovers Marketingchef Hans Christian Nolte sind herausgefordert. 

An Absurdität kaum zu toppen ist indes der "Ice-Buekting"-Beitrag des Serengetiparks Hodenhagen: Dort hat sich Elefantendame Nelly mit Eiswasser begießen lassen und – angeblich mit einem Zettel im Rüssel – Elefantendame Saphira im hannoverschen Zoo herausgefordert.

Was bleibt von der kurzweiligen Aktion? Der Spendeneingang ist für die ASL-Gesellschaft in Deutschland eine Sensation – gemessen am Wirbel aber gering. Und das, was kommt, kommt meist von denen, die lieber geben als gießen – wie etwa 96-Chef Martin Kind. Als Spielverderber kann einer wie er also nicht gelten.

noe/mic/wie

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