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Ist es nun der wahre Dalai-Lama – oder doch nicht?

Twitter Ist es nun der wahre Dalai-Lama – oder doch nicht?

Mehrere Falschmeldungen geisterten diese Woche durchs Netz und durch die Medien – und in allen drei bekannten Fällen waren angegriffene Internetauftritte die Ursache.

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Der Echte: Seine Heiligkeit, der Dalai-Lama.

Quelle: ddp

Erst gab es von der Webseite des Innenministers einen von Hackern platzierten Link zum Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, dann mogelte ein Witzbold dem neuen Wirtschaftsminister zu Guttenberg einen Vornamen zu viel in seinen Wikipedia-Eintrag. Schließlich bastelten Hacker einen Text über die Trennung von Fußballer Kevin Kuranyi auf die Webseite von Schalke 04. Nun folgt Fall Nummer vier: Der Dalai-Lama soll sich ein Profil in der Egoboosterbörse Twitter im Internet zugelegt haben – und knapp 20 000 Menschen aus aller Welt schrieben sich bei dem geistlichen Führer der Tibeter unter der Adresse @OHHDL (office of his holiness the Dalai Lama) ein, um die authentisch wirkenden Botschaften zu lesen.

Allerdings ist es jedermann möglich, solch eine Identität im Netz zu erfinden – ein Foto und ein bisschen Text genügen. Wir haben nachgefragt, uns direkt an das Büro Seiner Heiligkeit in Dharamasala in Indien gewandt und wissen wollen, ob er es wirklich ist. Die Antwort war eindeutig: Die dargestellte Identität sei nicht authentisch, es gebe kein einziges echtes Konto des Dalai-Lama bei irgendeinem der sozialen Netzwerke. Zwischenzeitlich wurde das entsprechende Konto bei Twitter von den amerikanischen Betreibern umbenannt und mit einem Hinweis versehen, dass es nicht mit dem wahren Dalai-Lama in Verbindung stehe. Die knapp 20 000 eingetragenen „Fans“ dieses Dalai-Lama folgen jedoch weiterhin dem Falschen unter der Twitter-Adresse @OHHDL¬info.

Ironischerweise ist nun erneut unter der früheren Twitter-Adresse @OHHDL ein Konto aufgetaucht – und wieder heißt es, es handele sich um die offizielle Seite Seiner Heiligkeit. Diesmal geht allerdings niemand mehr dagegen vor. Und auf unsere erneute Anfrage in Indien und im Büro des Dalai-Lamas in Frankfurt gab es bis gestern Abend keine offizielle Reaktion. So ist es gut möglich, dass sich nun tatsächlich das Büro „des echten“ dahinter verbirgt – damit niemand anders damit Schindluder treibt. Und das wäre dann schon eine Neuheit: Wenn am Ende aus einer populären Falschmeldung um ihrer selbst willen eine wahre wird.

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