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00:17 06.08.2015
Von Dany Schrader
Ist das Band einer Kassette gerissen oder zerknittert, lässt sich der Schaden meist reparieren. Corinna Richter zumindest hat sich auf solche Arbeiten spezialisiert. Quelle: Markus Hibbeler/dpa
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Bremen

„Generell sollte man Kassetten nicht an Orten mit extremen Temperaturen oder Temperaturschwankungen lagern, genauso wenig wie an Orten mit extremer Luftfeuchtigkeit“, sagt Corinna Richter aus Schwaförden bei Bremen, die sich auf die Reparatur von Audio- und Videokassetten spezialisiert hat. Das Handschuhfach im Auto, das sich in der prallen Sonne extrem erhitzen kann, ist deshalb als Aufbewahrungsort ungeeignet. Und damit die Gase des aus dem Bandmaterial austretenden Weichmachers nicht zu einem Verkleben benachbarter Wicklungen führen, ist es ratsam, das Band gelegentlich zu bewegen. Eigentlich müssen die Kassetten regelmäßig gehört werden.

„Das Problem des entweichenden Weichmachers aus dem Kunststoffmaterial ist der häufigste Grund für Kassettendefekte“, sagt Richter. Leider gebe es kein Bandmaterial ohne Weichmacher. Nach Angaben des Kassettenherstellers Maxell variiert die Haltbarkeit der Bänder stark. „Zunächst einmal hängt das mit der Lagerung der Kassette zusammen“, sagt Wolf Schneider von Maxell. Entscheidend für die Haltbarkeit sei aber auch die Pflege.

Bandsalat vermeiden

Nach 30 bis 40 Jahren sieht Corinna Richter das Ende des Bandmaterials gekommen, egal, wie sorgfältig die Tapes gepflegt und gelagert wurden. Dann beginnen die Schwierigkeiten, deren Ursache auf veränderte Bandeigenschaften aufgrund des entwichenen Weichmachers zurückzuführen ist. Ist ein Audioband nicht gerissen, sondern nur zerknittert, wirkt sich das bei der Wiedergabe nicht so stark aus wie bei Videokassetten, weil die Tonbänder Längsspuraufnahmen sind.

Normale Abspielgeräte sind mit der Wiedergabe geknitterter Bänder aufgrund ihres vergleichsweise einfachen Aufbaus überfordert. Die Bänder werden gefressen. „Das Band wird so lange in Hohlräume zwischen Tonköpfen, Andruckrolle und Kassette gepresst, bis die Wiedergabe mit meterlangem Bandsalat stoppt.“ Dank spezieller Reparaturgeräte mit individuell einstellbaren Andruckrollen- und Wickelfriktionskräften könnten Fachbetriebe aber beinahe jedes Problemband noch abspielen und dabei gleich eine Digitalkopie ziehen.

Klebefilm für gerissene Bänder

Gerissene Bänder sollte man nur mit besonders dünnem Klebefilm reparieren. Von herkömmlichem Klebeband rät die Expertin ab, weil es zu dick ist. Außerdem ist die Klebekraft zu gering. Insbesondere beim schnellen Spulen könne die Klebestelle wieder reißen. „Zusätzlich sollte bei der Reparatur eine sogenannte Klebeschiene verwendet werden, damit das Band auch wirklich gerade zusammengeklebt wird.

Der Inhalt intakter Bänder lässt sich übrigens ohne großen Aufwand digitalisieren. Dazu wird ein Tapedeck über einen Klinkenstecker mit der Line-in-Buchse an PC oder Notebook verbunden. Andre Esin vom „Chip“-Magazin empfiehlt für die Digitalisierung die freie Software Audacity. Unter dem Menüpunkt „Wiedergabe und Aufnahme“ wählt man die Soundkarte des Computers aus. Gerade bei Musikaufnahmen ist natürlich Stereo sinnvoll. Die fertige Audiodatei kann am Ende einfach auf dem Rechner gespeichert, aber natürlich auch auf eine Disc gebrannt werden.

Zumindest das Thema Bandsalat hat sich damit dann für alle Zeiten erledigt.

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