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Letzte Folge „Marienhof“ läuft am Mittwoch in der ARD

Seifenoper Letzte Folge „Marienhof“ läuft am Mittwoch in der ARD

25 Hochzeiten und 50 Todesfälle: Am Mittwoch läuft die letzte Folge der ARD-Seifenoper „Marienhof“, die ihre größte Zeit Ende der Neunziger hatte. Die Erfolgsserie hat es auf 4053 Episoden gebracht.

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Das „Marienhof“-Team nimmt Abschied: Julia Dahmen, Heike Ulrich, Isabella Hübner, Viktoria Brams, Antonio Putignano, Sandra Koltai, Maria Hönig, Mirco Wallraf, Alfonso Losa, Giovanni Arvaneh, Tuna Ünal, Wolfgang Seidenberg, Hendrik Borgmann, Simon-Paul Wagner (von links).

Quelle: ARD

Es war ein Abschied auf Raten. Im Dezember vergangenen Jahres verkündete die ARD das Aus für die Vorabendserie „Marienhof“, im Februar wurde zum letzten Mal in Grünwald bei München gedreht, heute ist alles vorbei. Dann ist mit Folge 4053 um 18.25 Uhr die letzte Episode der einstigen Erfolgsserie zu sehen. Für die Fans heißt es nun endgültig Abschied nehmen von Inge, Töppers und Co. „Es wird viel passieren“, hieß es mehr als 19 Jahre lang im Vorspann – doch damit ist Schluss.

Zum großen Finale kehren viele frühere Charaktere in ihre alte Heimat zurück. Die eigentlich ausgewanderte Sandra (Nicole Belstler-Boettcher) gibt sich ein letztes Mal die Ehre, ebenso Andrea Süßkind (Leonore Capell) oder auch Jenny Busch (Sabine Bohlmann). Sie war auch dabei, als der „Marienhof“ seine Glanzzeiten erlebte – Ende der neunziger Jahre. Die Folge mit dem Tod ihres Seriengatten Marco Busch (Lutz Winde) verfolgten im Februar 1997 rund vier Millionen Zuschauer – das war ein Marktanteil von 18,7 Prozent. Zahlen wie diese waren für die Serie zuletzt in unerreichbare Ferne gerückt. In knapp zehn Jahren hatten sich die Quoten so gut wie halbiert. Ein groß angekündigter Relaunch unter dem neuen Produzenten Simon Müller-Elmau im Jahr 2009, der die Sendung jünger und nach massiver Fankritik vor allem glaubhafter machen sollte, brachte nicht den gewünschten Erfolg. Das erklärte Ziel, dauerhaft auf einen Marktanteil von über zehn Prozent zu kommen – wurde verfehlt.

Als schwerwiegender Einschnitt in der „Marienhof“-Geschichte gilt der Schleichwerbungsskandal aus dem Jahr 2005. Als bekannt wurde, dass unterschiedliche Firmen ihre Produkte in der Serie platziert und die Produktionsfirma dafür bezahlt hatten, musste Bavaria-Geschäftsführer Thilo Kleine seinen Hut nehmen. Richtig erholt hat sich der „Marienhof“ von diesem Eklat nie.

Dabei hatte alles so schön erfolgreich angefangen. Am 1. Oktober 1992 wurde die erste „Marienhof“-Folge ausgestrahlt. Zu einer kleinen Sensation wurde die Serie dann Anfang 1995, als sie von montags bis freitags zu sehen war und damit zur ersten „Daily Soap“ im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wurde. In 4053 Folgen haben die Macher der Vorabendserie mehr als ein Dutzend Geburten gezählt, fast 50 Todesfälle – davon mindestens sechs Morde – und rund 25 Hochzeiten.

Der „Marienhof“-Start fiel in die Hochzeit der deutschen Seifenopern – als „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“-Darsteller Andreas Elsholz in der „Bravo“ zum Teenie-Idol avancierte und die Geschwister Jan und Julia in der Adelssoap „Verbotene Liebe“ zum Traumpaar des deutschen Fernsehens wurden.

An diese Zeiten will die ARD nun anknüpfen. Der Nutznießer des „Marienhof“-Endes heißt nämlich „Verbotene Liebe“. Die Sendung wird in Zukunft von 25 auf 45 Minuten ausgedehnt. „Die neuen XL-Folgen erzählen die Fortsetzung einer großen Liebesgeschichte, die der Daily vor 16 Jahren ihren Namen gab“, heißt es in der Ankündigung der ARD. Will heißen: Jan und Julia kehren auf den Bildschirm zurück – wenn auch von anderen Schauspielern dargestellt. Diese Chance des „Zurück zu den Wurzeln“ hat der Marienhof nicht mehr bekommen.

„Es ist wirklich traurig“, sagt Schauspielerin Viktoria Brams alias Inge Busch, die von Tag eins an dabei war, im Abschiedsvideo für die Serienfans. „Aber es war die tollste Zeit meines Schauspielerlebens.“ Dafür gibt es zumindest für Serienfigur Inge zum „Marienhof“-Ende eine Belohnung: einen Millionengewinn. Und für die Schauspieler Sandra Koltai (Toni) und Hendrik Borgmann (Nic) gibt es auch in der Realität etwas zu feiern. Nach Küssen als Serienpaar vor der Kamera sind sie nun auch im wahren Leben vereint. Dazu passt dann auch das Lied, das in der letzte Folge gespielt wird: Mikas „Happy Ending“.

Britta Schultejans

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