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Johnson dichtet das beste Erdogan-Schmähgedicht

Wettbewerb in Großbritannien Johnson dichtet das beste Erdogan-Schmähgedicht

Wer macht sich am besten über den türkischen Präsidenten Erdogan lustig? Angeblich Londons Ex-Bürgermeister Boris Johnson. Der Brite gewann einen Wettbewerb um das beste Satiregedicht über Erdogan.

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Londons Ex-Bürgermeister Boris Johnson hat einen Wettbewerb um das beste Erdogan-Satiregedicht gewonnen.

Quelle: EPA/Andy Rain

London. Als Reaktion auf die Ermittlungen gegen Jan Böhmermann hatte die englische Zeitschrift "The Spectator" einen Satiregedicht-Wettbewerb ausgerufen. Für den besten Beitrag versprach sie 1000 Pfund (1300 Euro). Am Donnerstag gab "The Spectator" den Gewinner bekannt: der frühere Londoner Bürgermeister und jetzige glühende Brexit-Befürworter Boris Johnson.

Der Politiker legte sich mit einem reimenden Fünfzeiler, einem sogenannten Limerick, ins Zeug. So sprach er unter anderem von einem "jungen Typen aus Ankara", der sich mit einer Ziege "die Hörner abstieß". Im Original heißt es:

There was a young fellow from Ankara
Who was a terrific wankerer
Till he sowed his wild oats
With the help of a goat
But he didn’t even stop to thankera.

Dem Schweizer Magazin "Weltwoche" sagte Johnson, wenn jemand einen Witz über die Liebe zwischen dem türkischen Präsidenten und einer Ziege machen wolle, solle er dies in jedem europäischen Land tun dürfen, "auch in der Türkei".

Johnson: Ermittlungen gegen Böhmermann sind ein "Skandal"

Böhmermann hatte in seiner Sendung ein als "Schmähkritik" angekündigtes Gedicht über Erdogan vorgetragen und es in den Kontext einer Diskussion über die Grenzen von Satire und Meinungsfreiheit gestellt. Erdogan geht seitdem juristisch gegen Böhmermann vor. Das Hamburger Landgericht hat Teile des Textes verboten. Demnach darf Erdogan nur noch folgende Sätze sagen ( was der Satiriker nicht akzeptiert):

Sackdoof, feige und verklemmt,
ist Erdogan, der Präsident.
(....)
Er ist der Mann, der Mädchen schlägt
und dabei Gummimasken trägt.
(...)
und Minderheiten unterdrücken,
(...)
Kurden treten, Christen hauen
(...)

Johnson bezeichnete die Ermittlungen gegen Böhmermann als "Skandal". Die Zeitschrift "The Spectator" bezeichnete es nun als "wunderbar", dass ein britischer politischer Anführer gezeigt habe, dass Großbritannien nicht vor dem "vermeintlichen Kalifen in Ankara" einknicken werde.

Ob die Entscheidung für den Gewinner unvoreingenommen gefällt wurde, darf allerdings angezweifelt werden – Johnson war früher Chefredakteur beim "Spectator". Mittlerweile steht er an der Spitze der Befürworter eines EU-Austritts Großbritannien, über den die Bürger am 23. Juni in einem Referendum abstimmen.

afp/RND/wer

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