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MDR fällt auf den "Postillon" herein

Satire MDR fällt auf den "Postillon" herein

Heißt es seit oder seid? Das hat sich offenbar auch der "MDR" gefragt und ist dabei auf eine Meldung des Satiremagazins "Der Postillon" hereingefallen.

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Der MDR ist offenbar auf eine Meldung des "Postillon" hereingefallen.

Quelle: Arno Burgi/Facebook/Montage

Hannover. "Mehr als 70 Prozent aller Deutschen" scheitern an der richtigen Verwendung der Wörter seid und seit. Deswegen solle "ab Beginn des neuen Schuljahres im Herbst ein einheitliches 'seidt' die beiden Formen ersetzen" – das zumindest behauptete "Der Postillon" in einer Mitteilung Ende Mai.

Der "MDR" nahm den satirischen Beitrag offenbar für bare Münze und benutzte am Montag Auszüge der Mitteilung für einen Beitrag zum Thema " 20 Jahre Rechtschreibreform". Dort heißt es: "Ja, die Rechtschreibreform lässt vieles zu und verzeiht vieles. Und dennoch wird auch heute, 20 Jahre nach des Inkrafttretens, immer noch an ihr herumgebastelt. Die beiden Wörtchen seid und seit sollen ab dem neuen Schuljahr zusammengelegt werden in seidt - also hinten mit d und t. Denn an der richtigen Verwendung von seid oder seit scheiterten bisher 70 Prozent der Deutschen."

MDR-Fehler wird zum Facebook-Hit

Am Dienstagabend wies der "Postillon" auf seiner Facebook-Seite auf den Fauxpas hin. Fast 20.000 Nutzer des sozialen Netzwerks reagierten bereits auf den Beitrag. "Ich bin sehr froh darüber, zu wissen, dass von meinen Rundfunkgebühren nur Qualitätsjournalismus betrieben wird!", lautete nur einer von über tausend Kommentaren. "Der MDR muss in der Tat einem Scherz aufgesessen sein", sagte eine Sprecherin des Duden auf Anfrage.

Wie kam es zu dem Fehler?

Wie der MDR beim Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, habe die Reporterin "die Informationen bei ihren Recherchen erhalten und leider nicht gegengeprüft". Die Meldung sei der Reporterin nicht bekannt gewesen. Die Redaktion von MDR RADIO 1 SACHSEN und die Reporterin Heike Fiedler bedauern den Fehler", hieß es weiter.

Erst Anfang Juni war die AfD-Politikerin Beatrix von Storch einem Postillon-Artikel auf den Leim gegangen. Die 45-Jährige hatte behauptet, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wolle die Fußball-EM abschaffen und die Nationalmannschaften durch ein EU-Team ersetzen. Diese Meldung hatte allerdings kurz zuvor der "Postillon" auf seiner Webseite veröffentlicht.

Der "Postillon" bezeichnet sich bei Facebook selbst als "Deutschlands größte Tageszeitung der Welt". Stefan Sichermann gründete die Website, die täglich satirische Beiträge im Stil von Zeitungsartikeln und Agenturmeldungen veröffentlicht, im Oktober 2008.

RND/are/naw/wer

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