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Medien „Maischberger“ sorgt vor der Sendung für Diskussionen
Nachrichten Medien „Maischberger“ sorgt vor der Sendung für Diskussionen
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21:05 06.06.2018
Ärger – schon vor der Sendung: Die Journalistin und Moderatorin Sandra Maischberger sitzt in der Kulisse ihrer Talksendung „Maischberger“. Quelle: dpa
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Berlin

Die „Maischberger“-Sendung am Mittwochabend hat bereits für Diskussionen gesorgt, bevor sie überhaupt zu sehen war. Dass in solchen Talksendungen gestritten wird und viele Zuschauer anschließend weiter darüber diskutieren, ist normal - diesmal setzte die Kritik schon früher ein, nämlich als der Titel nachträglich überarbeitet wurde.

Die Berliner Staatssekretärin und frühere Sprecherin des Auswärtigen Amtes, Sawsan Chebli, kritisierte etwa auf Twitter: „Gestern fragt Plasberg bei ‘hart aber fair’, wie kriminell Flüchtlinge sind. Morgen will ‘Maischberger‘ wissen, ob wir zu tolerant gegenüber dem Islam sind. Geht’s noch?“

Die SPD-Politikerin Bilkay Kadem veröffentlichte eine Statistik, die angeblich zeigen soll, wie viele islamfeindliche Straftaten es 2017 in Deutschland gegeben habe und fragte ironisch: „Sind wir den 4,4 Prozent Muslimen gegenüber zu tolerant?“

„Wir nehmen die Kritik ernst“

„Wir haben den Titel der Sendung gestern Nachmittag geändert, weil wir in der Regel einen sprachlichen Zweiklang haben und das auch diesmal beibehalten wollten“, teilte der für „Maischberger“ verantwortliche Westdeutsche Rundfunk (WDR) am Mittwoch auf Anfrage mit. „Aber natürlich nehmen wir die Kritik, die vor allem in den sozialen Medien aufkam, ernst und setzen uns intern damit auseinander.“

„Maischberger“ war direkt im Anschluss an die Verfilmung von Michel Houellebecqs Bestseller „Unterwerfung“ geplant, der von der schleichenden Islamisierung Frankreichs erzählt. Auf Twitter war die Talksendung zunächst mit der Leitfrage „Sind wir zu tolerant gegenüber dem #Islam?“ angekündigt - was in den sozialen Medien etwa kritische Nachfragen provozierte, wer hier mit „wir“ gemeint sei und wer nicht dazugehöre.

Selbst die Korrektur sorgt für Ärger

In der später korrigierten Version hieß die Leitfrage dann: „Die Islamdebatte: Wo endet die Toleranz?“. Allerdings gab es auch für den Korrekturvorgang selbst auf Twitter umgehend Kritik.

Hinzu kam Frank Plasberg: Der hatte sich am Montagabend in seiner Sendung „hart aber fair“ im Ersten das Thema „Flüchtlinge und Kriminalität - Die Diskussion!“ vorgenommen. Dass Plasberg und Maischberger kurz hintereinander Themen aus dem Spektrum gewählt hatten, zu dem sich oft die AfD zu Wort meldet, störte ebenfalls manchen.

Maischberger verteidigt ihre Sendung

Zur Frage, warum es in einer Woche zwei ARD-Talksendungen zu ähnlichen Themen im Programm gibt, könne sie für ihre Sendung nur konstatieren, dass der Themenabend mit dem Film „Unterwerfung“ und anschließendem Talk schon über sechs Wochen gesetzt sei, teilte Sandra Maischberger mit.

Von dpa/RND

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