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Marketinggag: "Windows 7 ausverkauft"

Microsoft Marketinggag: "Windows 7 ausverkauft"

Microsoft hat am Mittwoch vorab vergünstigte Lizenzen fürs Windows-7-System angeboten. Allerdings wurden nach Informationen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung nur jeweils etwa 1500 Windows-7-Lizenzen in einzelnen ausgewählten Shops angeboten, in manchen sogar deutlich weniger.

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Marketing-Gag: Nach wenigen Stunden meldete Microsoft beim Vorabverkauf von Windows 7 ausverkauft. Kein Wunder - das Unternehmen hatte nur eine recht überschaubare Zahl von Lizenzen zum Verkauf freigegeben.

Quelle: Microsoft

Mit der aufwendigen Werbeaktion hat Microsoft am Mittwoch für sein neues Betriebssystem Windows 7 getrommelt. In einzelnen Online-Läden wie Amazon.com waren die Lizenzen vorab für die Version Windows 7 Home Premium erhältlich - zu einem Preis von 49,97 Euro anstatt der später dafür vorgesehenen 120 Euro. Minuten nach Verkaufsstart meldeten die Geschäfte "ausverkauft". So gab es kurz nach Verkaufsstart um 9 Uhr bei Amazon.com bereits gegen 9.11 Uhr die erste Meldung "Nicht mehr verfügbar".

Allerdings hat Microsoft die Anzahl der angebotenen Lizenzen sehr klein gehalten. Nach Informationen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung kamen lediglich wenige tausend Lizenzen in die Läden. Nur in zehn Online-Shops wurde die Software überhaupt angeboten, zusätzlich in ausgewählten Elektronikmärkten. Nach vorliegenden Informationen hat Amazon.com in Deutschland lediglich 1500 Lizenzen im Angebot gehabt, ebenso der Anbieter notebooksbilliger.de. Bei Cyberport und Conrad kamen sogar lediglich jeweils nur 500 Exemplare in den Verkauf.

Offiziell kommt Windows 7 am 22. Oktober in den Handel. Bei Amazon.com tauchten gestern kurz nach dem vorzeitigen Ende der Verkaufsaktion viele Beschwerden unzufriedener Kunden auf, die wiederum schnell gelöscht wurden. Gegen Mittag ruderte das Unternehmen zurück: "Wir verstehen den Ärger unserer Kunden, die das Produkt nicht vorbestellen konnten - unser Ziel ist es, allen Kunden die von ihnen gewünschte Produkte in ausreichender Menge zugänglich zu machen. Allerdings können wir leider nur die uns vom Hersteller zur Verfügung gestellte Menge anbieten", teilte Amazon-Unternehmenssprecherin Christine Höger über den Online-Dienst Heise.de mit.

Die künstliche Verknappung dieses digitalen Produkts Windows kommt nicht von ungefähr: Microsoft bläst nach dem eher mittel erfolgreichen Windows Vista aus dem vergangenen Jahr der Wind der Konkurrenz ins Gesicht. Apple- und Linux-Systeme finden in jüngster Zeit wieder vermehrt Kunden, insbesondere das einfach zu bedienende, kostenlose Linux Ubuntu verzeichnet steigende Nutzerzahlen - wenn auch auf weiterhin geringem Niveau. Künftig will auch Google mit einem verchromten Linux namens "Chrome OS" in den Markt der Betriebssysteme einsteigen.

Microsoft wird einer Studie zufolge bis Ende kommenden Jahres 177 Millionen Lizenzen seines neuen Windows-Betriebssystems verkaufen. Der von Microsoft beauftragte Marktforscher IDC geht damit von einem deutlich höheren Absatz von "Windows 7" als bei dem umstrittenen Vorgänger "Vista" aus. Von der Version hatte Microsoft im ersten Jahr gut 100 Millionen Stück verkauft. "Weltweit werden zudem durch die zu erwartende Nachfrage über 300.000 neue Arbeitsplätze entstehen", schätzt IDC.

In ersten Tests mit Vorabversionen des Betriebssystems bestätigten Fachleute eine stark gestiegene Leistung gegenüber dem jetzigen Windows-System, Windows Vista. Die Software verlangt weniger starke Rechner und belegt weniger Speicherressourcen. Sie wirkt schlichter und effizienter gestaltet, und in unseren ersten Tests gelang es sogar, die Software erfolgreich auf einem schwach ausgestatteten Netbook zu installieren.

Allerdings sinkt in jüngster Zeit die Bedeutung des Betriebssystems an sich. Vielfach werden Anwendungen ins Browserfenster oder aufs Handy verlagert. Zudem geht der Trend zu virtualisierten Systemumgebungen: Auf einem Apple- oder Linux-Rechner bekommt man ein zweites Betriebssystem wie Windows durchaus innerhalb eines virtuellen Fensters erfolgreich zum Laufen - nützlich, wenn man Windows nur für die Steuererklärungsoftware braucht, die es etwa nicht für Apple oder Linux gibt.

Grund genug für Microsoft, auch an anderer Stelle die Konkurrenz anzugreifen. So soll das Büropaket Office in der nächsten Version 2010 in einer kostenlosen, abgespeckten Webvariante erhältlich sein - sprich: als Software, die im Browser funktioniert. Dies ist ein direkter Angriff auf Google, das mit seinem "Google Docs" bereits seit einiger Zeit eine kostenlose Text- und Tabellenverarbeitung im Browser anbietet. Ob darauf auch die Unternehmen umsteigen möchten, ist dagegen eine andere Frage - schließlich ist es nicht jedermanns Sache, seine Geschäftskorrespondenz auf fremden Servern wie etwa von Google oder Microsoft zu speichern.

msc

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