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LIZ stellt Pegida-Live-Berichterstattung ein

Nach Bedrohung LIZ stellt Pegida-Live-Berichterstattung ein

Immer wieder waren Journalisten das Ziel gewaltbereiter Legida-Demonstranten. Die Leipziger Internetzeitung (LIZ) stellt deshalb ihr Live-Berichterstattung ein und erhebt zugleich schwere Vorwürfe gegen die Polizei.

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Immer wieder kam es zu Ausschreitungen bei Legida-Demos - auch Journalisten wurden wiederholt Opfer gewaltbereiter Demonstranten.

Quelle: Jan Woitas/dpa

Leipzig. Nach wiederholten Angriffen auf ihre Journalisten stellt die Leipziger Internet Zeitung (LIZ) die Live-Berichterstattung über das islam- und fremdenfeindliche Legida-Bündnis vorerst ein. Es werde zunächst keine Videos und aktuelle Textberichterstattung direkt von Legidaveranstaltungen mehr geben, kündigte die Online-Zeitung am Dienstag auf ihrer Website an. Zugleich erhob die LIZ Vorwürfe gegen die Polizei: Die Journalisten würden vor Ort "unausgesetzt bedroht und attackiert" und zunehmend im Stich gelassen.

Ein Gespräch mit dem Leipziger Polizeipräsidenten Bernd Merbitz habe zu keiner Veränderung der Bedrohungslage geführt. Einen Schutz für die Kollegen gebe es während der Legida-Aufmärsche nicht. Ein Sprecher der Polizeidirektion sagte gegenüber dem MDR, dass seine Behörde die Vorwürfe der Zeitung zwar zur Kenntnis nehme. Eine Stellungnahme lehnte er allerdings ab.

"Neuer Tiefpunkt der Pressefreiheit"

Die Leipziger Internet Zeitung entstand 2004 und hat nach eigenen Angaben rund 150.000 Unique-User. Das ist die Anzahl unterschiedlicher Besucher einer Website. Ihre Berichterstattung konzentriert sich auf den Großraum Leipzig. Hinter der Zeitung steht das Unternehmen Mitteldeutsche Online Medien, eine Unternehmergemeinschaft von Journalisten.

Die Grünen im Landtag sprachen von einem neuen Tiefpunkt der Pressefreiheit: "Die Freiheit der öffentlichen Berichterstattung wird in unerträglicher Weise infrage gestellt", sagte der Abgeordnete Valentin Lippmann. Er forderte Innenminister Markus Ulbig (CDU) auf, sich umgehend mit Medienvertretern und Polizei über Sicherheitskonzepte zu verständigen.

dpa/caro

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