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Medien "Bravo" entschuldigt sich für Flirt-Tipps
Nachrichten Medien "Bravo" entschuldigt sich für Flirt-Tipps
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18:22 15.07.2015
Kritik am Frauenbild der "Bravo": Einige Flirt-Tipps seien "absolut unglücklich" formuliert gewesen, räumte die Zeitschrift ein. Quelle: dpa/Symbolbild
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Berlin

"So fällst Du Jungs auf", schrieb die Jugendzeitschrift "Bravo" und gab "100 Tipps für eine Hammer-Ausstrahlung". Damit könnten Mädchen "jeden süßen Jungen" verzaubern, sie würden "viel taffer und noch begehrenswerter erscheinen". Allerdings waren darunter Empfehlungen wie:

  • "Guck Jungs eher immer leicht von unten an. Das wirkt am süßesten auf Typen!"
  • "Rasiere regelmäßig Deine Beine und Achseln. Girls, die sich gut pflegen, wirken sexy auf Jungs. Sie mögen es, wenn ein Mädchen sich Mühe mit ihrem Aussehen gibt."
  • "Betone Deine Augen mit Wimperntusche. Das verleiht Deinem Blick mehr Strahlkraft und wirkt sexy auf Jungs."
  • "Der Klassiker: Stolpere in Deinen Schwarm hinein. Entschuldige Dich überschwänglich bei ihm. Er wird Dich total niedlich finden, weil Du ein kleiner Tollpatsch bist."
  • "Wer aufrecht geht und steht, wirkt nicht nur größer, sondern auch reifer. Und Jungs werden von reiferen Girls magisch angezogen."
  • "Ahme seine Gesten nach: Lehnt er sich nach rechts, lehnst Du Dich ebenso in die Richtung, stützt er den Kopf auf die Hände, machst Du das auch. Dadurch nimmt er Dich unterbewusst als total sympathisch wahr."

Die Zeitschrift musste dafür viel Häme einstecken. "Die Bravo hat echt nen Bock geschossen", twitterte zum Beispiel Nutzerin Hoaxmistress. Kritiker warfen der "Bravo" Sexismus vor. Es sei nicht der erste Beitrag der Zeitschrift mit einem "stereotypem Geschlechterbild", schrieb zum Beispiel Anne Wizorek auf Twitter. Sie hatte 2013 den hashtag #aufschrei initiiert, unter dem Frauen ihre Erfahrungen mit Sexismus im Alltag twitterten.

Die Redaktion reagierte am Mittwoch darauf. "Kritik ist, dass wir ein rückständiges Frauenbild transportieren", schrieb die Zeitschrift in einer Erklärung auf ihrer Internetseite. "Tatsächlich sind einige der Tipps absolut unglücklich, und insgesamt genügt der Beitrag nicht dem Qualitätsanspruch, den wir an uns selber stellen." Dafür entschuldige sich die Redaktion.

dpa/wer

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